Rundblick-Unna » Fördergeld-Betrugsverdacht hält an: Lasise-Geschäftsführer überraschend von Chefposten abgelöst

Fördergeld-Betrugsverdacht hält an: Lasise-Geschäftsführer überraschend von Chefposten abgelöst

Überraschende Entwicklung in der Fördergeld-Betrugsaffäre Lasesi. Der Chef des Ladungssicherungszentrums Selm, gegen den seit über einem Jahr wegen Verdachts des Subventionsbetrugs ermittelt wird, ist seine Posten los. Das berichtet der WDR Dortmund heute Nachmittag. Der Sender zitiert den Aufsichtsrat der Gesellschaft, nach dessen Worten die Ablösung Ralf Dambergs  „persönliche Gründe“ habe.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den nunmehr gewesenen Lasise-Geschäftsführer sind noch ohne konkrete Ergebnisse. Offen ist deshalb, wann es zu einer Anklage kommt und ob überhaupt.

Damberg bleibt laut WDR weiterhin im Zentrum beschäftigt, soll sich fortan um Markterschließung und Vertrieb kümmern.

Betrügerische Machenschaften um 4,6 Millionen Euro Fördergelder stehen gegen die Gesellschaft im Raum. Am 5. November ließ die Staatsanwaltschaft Dortmund die Räume des Forschungs- und Technologiezentrums durchsuchen – sowie auch das Privathaus von Geschäftsführer Damberg nebst seinen früheren Geschäftsräumen. Bei der Durchsuchung sollen Rechner beschlagnahmt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2013 wegen möglichen Subventionsbetrugs beim einstigen Vorzeige-Forschungsprojekt LaSiSe. Die 4,6 Millionen kommen teils von der Europäischen Union und teils vom Land NRW; trotz des anhaltenden Betrugsverdachts fließt das Geld bisher unverändert weiter.

Im Zusammenhang mit der LaSiSe-Affäre war auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund in die Schlagzeilen geraten: Gegen deren Chefs Udo Dolezych und Reinhard Schulz hatte der Bundesverband freier Kammern Anzeige wegen Untreue gestellt. Die IHK-Führung hatte sich in den Augen der Anzeigensteller über Gebühr für das Forschungsprojekt eingesetzt – aus persönlichen Motiven.

Die Ermittlungen wurden jedoch Ende Oktober 2014 eingestellt, da die Staatsanwaltschaft keinen hinreichenden Verdacht auf Untreue sah (Rundblick berichtete). Das Engagement der Kammer für das Ladungssicherungs-Projekt im Kreis Unna habe sich im Rahmen des für eine IHK Üblichen bewegt.

Kommentare (6)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Auch wenn solche Gerüchte und Hinweise keine hundertprozentigen Beweise sind, daß da was nicht stimmt. Aber wenn da alles im Reinen wäre, kämen die Gerüchte gar nicht erst auf.

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  • Thomas Kramer via Facebook

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    Ich hoffe, dass es endlich einer Anklage kommt. Ich hätte dann noch etwas zu sagen…

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung wäre tatsächlich langsam mal wünschenswert, allerdings, Thomas Kramer…

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Die Ermittlungen der Dortmunder Staatsanwaltschaft dehnen sich jetzt auch schon über einen ungewöhnlich langen Zeitraum – über zwei Jahre.

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    • Thomas Kramer via Facebook

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      Das kann ich gut verstehen und es ist sehr klug der Staatsanwalt. Wenn man sich die Lister der Gesellschafter genau angesehen hat.
      Ich sehe aber nicht das handeln der Gesellschaft als Grund zu diesem Verdacht. Für mich steht das Wirken des alten GF stark im Vordergrund.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Diese Vermutung hegt offenbar ja auch die Staatsanwaltschaft, Thomas Kramer. Für Außenstehende erscheint das alles mehr als undurchsichtig. Warten wir mal ab, was bei den Ermittlungen herauskommt.

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