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Flüchtlingshilfe kreisweit vernetzen: Aktionstag mit Infos, Workshops, Gesprächen

Einer Frau aus Syrien war im Krieg ein Teil ihres Gesichts weggeschossen worden. „Sie musste regelmäßig zum Klinikum Dortmund“, schildert Rolf Leimann von der Caritas. „Wir versuchten deshalb, für sie und ihren Mann eine Wohnung in Brambauer zu finden, damit sie gut mit der Bahn nach Dortmund kam .“ Ein Beispiel, das zeigt, wie sich Menschen im Kreis Unna für Kriegsflüchtlinge engagieren.

Rolf Leimann ist Bereichsleiter der Caritas Lünen-Selm-Werne und Mitinitiator des ersten kreisweiten Vernetzungstags für Flüchtlingshilfe. „Engagiert für Flüchtlinge“ ist dieser Samstag, 9. Mai, überschrieben, an dem sich Flüchtlingshelfer aus dem Kreis Unna in Workshops, bei Vorträgen und in persönlichen Gesprächen über ihre Arbeit und ihre Projekte austauschen sollen.

Dieser erste komprimierte Tag für Flüchtlingshilfe-Networking  wird vorbereitet von der Caritas Lünen-Selm-Werne, dem Caritasverband Kreis Unna und dem Dekanat Unna in Kamen, Dunkle Straße.

„Angesichts der aktuellen Entwicklungen, ganz akut der Flüchtlingsdramen im Mittelmeer, ist es an der Zeit, den Ehrenamtlichen solch ein umfassendes Angebot zu machen“, sagt Edgar Terhorst vom Dekanat. Michael Strauch, Fachbereich Integration, Migration und Flüchtlinge der Kreis-Caritas, konkretisiert: „Welche Möglichkeiten gibt es für die Ehrenamtlichen, sich zu vernetzen? Sich zu qualifizieren, sich zu motivieren? Welche Projekte gibt es bereits in anderen Städten?“

Nach der Eröffnung durch Dechant Paul Mandelkow aus Fröndenberg (9 Uhr) spricht Landrat Michael Makiolla ein Grußwort, hinter dessen Überschrift ein Fragezeichen sowie ein Rufzeichen gesetzt ist: „Flüchtlinge – Willkommen im Kreis Unna?!“ Die Antwort soll bewusst offen gehalten werden.

Danach berichtet Fachanwalt Manuel Kabis mit konkreten Beispielen über „Hürden im Asylverfahren“. Der Jurist sei dafür bekannt, weiß Michael Strauch, sehr klar und präzise zu sprechen, so dass sein Vortrag nicht in Fachlatein ausufert. Im Anschluss geht es in die Praxiswerkstatt. Sechs Workshops stehen zur Wahl, in denen Flüchtlingshilfe-Initiativen ihre Arbeit vorstellen.

Arbeitskreis Asyl Schwerte (Torsten Kieseyer). Das älteste Projekt, zu Beginn der 90er Jahre gegründet. „Schwerte hat fast 200 Flüchtlinge, in dem Arbeitskreis engagieren sich 70 bis 80 Paten“, weiß Michael Strauch.

„Begleitung von Anfang an“ Holzwickede (Roswitha Göbel Wiemers). Das jüngste Projekt, es wurde im Dezember von der Initiatorin praktisch „aus dem Boden gestampft“. Motto: Machen, Anpacken. Die Ehrenamtlichen bieten den Flüchtlingen, die in Howi in den Unterkünften an der Massener Straße und der Bahnhofstraße untergebracht sind, Sportaktivitäten, Hilfe mit Behörden, Sprachkurse u. ä. an.

EnTrA Kamen – Engagierter Treff Kamen (Pfarrer Nagel und Pfarrer Wacker). Die Kirche gab den Anstoß, doch der Kreis ist überkonfessionell und in keiner Hinsicht kirchlich oder religiös gebunden. Der Schwerpunkt liegt auf Besuchen in Flüchtlingsheimen, Begleitung, Beratung. EnTrA gibt es seit sieben Jahren.

– Unterbringungs- und Betreuungskonzept der Stadt Lünen (Rolf Leimann): „Wir möchten weg von den Massenunterkünften. Statt dessen sollen die Flüchtlinge so weit wie möglich in normalen Wohnungen leben“, skizziert Leimann den Focus, den Lünen setzt. Ziel: bessere Integration, größere Akzeptanz der Flüchtlinge bei den Bürgern, Vermeidung konflikträchtiger „Zusammenballungen“ einer Vielzahl von Menschen und gegensätzlicher Kulturen.

Flüchtlingsrat Kreis Unna (Hans-Uli Bangert). Seit 1991, also seit Anbeginn des Flüchtlingsrates, ist Hans-Ulrich Bangert aus Holzwickede engagierter Sprecher, der tief im Thema steckt und umfangreiches Wissen weitergeben kann.

Missio Truck. Dieser ist nicht selbst vor Ort, wird jedoch vorgestellt von Magdalene Birkle. Dieser Sattelschlepper, der durch Deutschland tourt, informiert interaktiv über das Thema Flucht: In ihm ist realistisch die Situation in einem afrikanischen Land dargestellt.

Der Tag ist als Auftakt einer kreisweiten Vernetzung gedacht, schließen die Organisatoren. Deswegen schließen sich direkt ab Juni fünf Seminar-Abende an, in der alle interessierten Ehrenamtlichen ihr Wissen und ihre Fertigkeiten in Flüchtlingshilfe themenspeziell vertiefen können.

Informationen und Anmeldung:

www.dekanat-unna.de, info@dekanat-unna.de, Tel. 02307 / 208 447-0.

Flüchtlingshilfe

„Engagiert für Flüchtlinge“ planen (v. li.) Michael Strauch, Caritas Kreis Unna; Edgar Terhorst, Dekanat Unna; Rolf Leimann, Caritas Lünen-Selm-Werne.

 

 

Kommentare (1)

  • Nail Yüksel

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    Hallo,
    Ich bin selber mit der Thematik Asyl, Flüchtlinge, Flüchtlingshilfe – Migranten und Migration alle was die über diesen Menschen die Ihren Heimat verlessen und hier in Deutschland leben oder leben wollen zu tun haben oder dierekt und gezielt diesen Menschen zeigen wie eine finger oder zeigefinger, verstehet sich immer und jedesmal uns die Ausländer.

    Ich lebe Seit 46 Jahren hier im Lande und davon 45 Jahren hat man für diesen Mensche die einfach gelitten oder unterdrückt, ewal wie un wo. Ich habe mehrere Vereine gegründet. Kann es Sport verein, Sowie TSC Kamen in Kamen oder VTA in Bonn, ansonsten Kultur Vereine Familien oder Arbeitnehmer aus der Türkei etc.

    Das sind alle Vergangenheit. Ich möchte Seit 2 Jahren ein Verein, Ein Projekt mit der Name “ EIN Bisschen Leben“ hier im Kreis Unna gründen wollen aber leider allein geht es nicht. Ich brauche dringen unterstützung und Hilfen.

    Daher möchte ich bei diisen Portal hier und Heute fragen .oder Wer Kann mir hier zu Helfen oder Ratgeben– wie ich vorgehen soll.. Das ist ein besonderen Projekt und ein sehr wichtiger Angelegenheit.

    Bitte kontakt aufnehmen. unter der Nummer 0152 1846 8364 oder –0157 50 280 552

    Danke im voraus und verbleibe mich,

    mit Freundlichen Grüßen

    Nail Yüsel
    Sozialberater

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