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Flüchtlinge reisen schon wieder aus Stentrop ab

Schneller als geplant wird die Flüchtlingsunterkunft im Haus der Mitte Stentrop schon wieder aufgelöst – nach ersten Planungen sollte es schon am heutigen Mittwoch sein, nun ist als Abreisetag morgen angesetzt, Donnerstag.

Die Nachricht von der kurzfristig bevorstehenden Weiterreise der 45 Frauen, Männer und Kinder traf die Kirche als Eigentümerin des Gebäudes sehr überrascht; die Entscheidung traf sehr kurzfristig die Bezirksregierung Arnsberg. “Wir wurden gestern Abend informiert”, schilderte am Mittwoch Dietrich Schneider, Referent beim Kirchenkreis Unna

Die 45 aus Kriegsgebieten geflohenen Menschen hatten erst vor einer Woche ihre behelfsmäßige Unterkunft neben der “Oase” bezogen. Zwar war das Haus der Mitte von Anfang an nur als Notquartier gedacht; dennoch hatte sich die Kirchengemeinde auf immerhin drei Wochen eingestellt, zumal das Gebäude auch bis zum 31. Oktober für die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft vermietet war. Nun kommt es bereits nach sechs Tagen wieder zu dieser etwas überstürzten Abreise, von der die Gemeinde selbst gewissermaßen überrumpelt wurde.

Die Odyssee dieser Menschen, die in ihren Heimatländern von Krieg und Verfolgung bedroht werden, geht nun freilich nicht ziellos weiter. “Sie werden auf feste Unterkünfte in den umliegenden Kommunen verteilt”, erklärt der Kirchenkreisreferent. Wo das sein wird, war aber noch am Mittwoch weiter offen.  Hinter dem überraschend kurzen Verweilen der Flüchtlinge im Fröndenberger Palzdorf steht zu vermuten, dass dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes einfach die Helfer fehlen, die nötig sind, um all die akut auf ihn einprasselnden Aufgaben zu stemmen: Er muss gleichzeitig in Kamen die ehemalige Polizeistelle für 400 Flüchtlinge herrichten. Probleme mit den Bewohnern in Stentrop sind jedenfalls keine Ursache dafür, dass das Haus der Mitte heute wieder geräumt wird. “Wir hatten geplant, noch in dieser Woche einen Informationsabend für die Anwohner anzubieten”, erklärt Dietrich Schneider. Dazu kommt es jetzt nicht mehr.

Drei Tage lang werden die Helfer jetzt im Haus der Mitte aufräumen und die behelfsmäßige Flüchtlingsquartier wieder zur normalen Begegnungsstätte “zurückbauen”, ergänzt der Kirchenkreissprecher. “Unser Dank geht an die vielen Freiwilligen der Kirchengemeinde, die uns in dieser Woche geholfen haben, und an alle, die im Gemeindehaus Spenden abgegeben haben. Besonders herzlich danken wir den Mitarbeitern der Oase Stentrop.”

(Silvia Rinke)

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