Rundblick-Unna » Flüchtlinge in Unna: „Platz ist da!“

Flüchtlinge in Unna: „Platz ist da!“

Die Diskussion um die Wiedernutzung der früheren Landesstelle Massen als Flüchtlingsunterkunft wollen die Grünen mit Fakten füttern. Sie laden für Mittwoch, 17. 12, zur Vorführung des Films „Platz ist da“ ein.

Der Dortmunder Filmemacher Horst Herz hat diesen Film in der ehemaligen Landesstelle Massen gedreht. Er wird selbst bei der Vorführung anwesend sein, die um 19 Uhr in der Gaststätte Agethen an der Hertingerstraße 10 beginnt.

Die Landesstelle an der Buderusstraße ist heute eine wichtige Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge, unterstreichen die Grünen. Im Film erzählen Menschen, die in Unna vorübergehend eine Bleibe gefunden haben, warum sie aus ihren Heimatländern fliehen mussten. Der Film beschäftigt sich auch mit der aktuellen räumlichen Situation in der Landesstelle. Wieso stehen so viele Häuser leer? Wie entwickelt sich die Institution in der Nachbarschaft zu einer Privatuniversität?

„Horst Herz wird seine Sicht der Lage mit uns diskutieren“, schreiben die Grünen in ihrer Einladung. „Wir wollen zudem konkret besprechen: Wie kann verstärktes bürgerschaftliches Engagement für die geflüchteten Menschen in Massen aussehen?“

Für die Grünen besteht an der Notwendigkeit, die Ex-Landesstelle wieder faktisch so zu nutzen, nicht der geringste Zweifel. „In einem dringenden Appell fordern Hilfsorganisationen, mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Und mehr als 2 Millionen Geflüchtete leben unter ärmsten Bedingungen in libanesischen und jordanischen Lagern. Aus zahlreichen anderen Ländern flüchten Menschen nach Europa.Was haben wir in Unna damit zu tun? Wie können sich Unnaer Bürgerinnen und Bürger dafür engagieren, dass die bei uns eintreffenden Flüchtlinge in einer menschenwürdigen Umgebung leben?  – Unnas Grüne wollen diese Fragen öffentlich stellen und Antworten darauf suchen.“

Kommentare (3)

  • Christoph Tetzner

    |

    Vielleicht sollten manche der Kommentatoren mal mit Ihren Großeltern oder Urgroßeltern unterhalten, wie man sich fühlt, wenn man aus seiner Heimat vertrieben wird oder auf Grund von Kriegshandlungen fliehen muss. Es gibt kaum eine Familie in unserem Land, welche in den letzten 100 Jahren nicht von Flucht und Vertreibung betroffen waren. Umso wichtiger, dass man vor dem Hintergrund des Leids nicht weg schaut, sondern den Menschen einen sicheren Platz bietet. Für manche Kommentare hier fehlen mir echt die Worte!

    Antworten

  • Betta Kraemer

    |

    Ganz genau und diese unsere Urgroßeltern und Großeltern haben ihre Knochen geopfert um Deutschland wieder aufzubauen, waren froh über jedes bisschen Lebensmittel, haben sich auch mit 6 Leuten ein Zimmer geteilt, haben nicht nach großen Wohnungen verlangt, erst Recht nicht nach vollständiger Ausstattung und waren froh wenn sie eine kleine Kochplatte besaßen! Und heute dürfen die meisten davon sehen wie sie mit Minirente über die Runden kommen und schämen sich zum Amt zu gehen!

    Antworten

  • Gudrun Bürhaus

    |

    Ich komme gerade von der Veranstaltung. Niemand von den FlüchtlingsgegnerInnen war anwesend, man hat sich jedenfalls nicht unter den vielen interessierten Menschen, die da waren, zu erkennen gegeben. Soweit zur Zivilcourage dieser Leute. Eine Wirkung hatten die üblen Kommentare wohl schon: die Polizei war angerückt, zum Glück gab es für die keine Arbeit. Und zu den Leuten ohne Geschichtswissen: die Flüchtlinge nach dem Krieg aus dem Osten waren bei vielen „Alteingesessenen“ oft auch nicht wohlgelitten, wurden als „Polacken“, „frech“, „unverschämt“ usw. beschimpft, das auch noch Jahrzehnte nach dem Krieg, da bin ich durchaus Ohrenzeugin. Diese Geschichte der Dummheit und Borniertheit wiederholt sich halt heute.

    Antworten

Kommentieren