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Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer: Betroffenheit und rege Diskussion im ZiB

 „Migration und Flucht in und nach Europa“: Das Thema ist durch traurige Ereignisse hochaktuell. Hunderte von Menschen sind bei ihrer lebensgefährlichen Flucht übers Mittelmeer bereits elendig ertrunken – weil sie auf den Versprechungen gewissenloser Schlepper und Schleuser vertrauten.

Die Veranstaltung im Rahmen der Europawoche am Montagabend im ZiB fand daher großes Interesse, berichtet die Stadt Unna erfreut. Über 60 Interessierte, – darunter Ratvertreter, aber auch 15 Jugendliche der Werner-von-Siemens Gesamtschule Königsborn – lauschten tief betroffen den Erzählungen des Spiegel-Redakteurs Maximilian Popp, der seine persönlichen Erfahrungen an den europäischen Außengrenzen mit Beispielen aus Bulgarien, Griechenland und Marokko schilderte.

Bürgermeister Werner Kolter mit den Referenten: Europaabgeordnete Birgit Sippel, Spiegel-Redakteur Maximilian Popp.

Europaabgeordnete Birgit Sippel skizzierte den aktuellen Diskussionsstand über die Rettungsmaßnahmen der Bootsflüchtlinge im Mittelmeerraum. Dabei wurde dem Publikum deutlich, dass es durchaus verschiedene Lösungsvorschläge gibt: Ihre Umsetzung ist jedoch vage, da (noch) keine Mehrheiten im Europäischen Parlament vorhanden sind. „Mit dem Bericht von Frau Sippel haben die Besucher auch ein Bild über die Komplexität der politischen Arbeit in Brüssel bekommen“, fasst die Stadt diesen Schwerpunkt des Abends zusammen.

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Maximilian Popp bei seinem Vortrag. (Bildrechte: Stadt Unna)

In der anschließenden einstündigen Diskussionsrunde meldeten sich die Zuhörer rege zu Wort. Die beiden Referenten beantworteten die kritischen Fragen jeweils aus ihrer Sicht – teilweise lagen die Meinungen konträr auseinander. Besonders intensiv wurde die Frage diskutiert, was jeder konkret vor Ort tun kann, um die Flüchtlinge, die hier bei uns leben, zu unterstützen.

Dazu sei von Rundblick noch einmal gesondert auf den ersten kreisweiten Flüchtlingshilfe-Vernetzungstag am kommenden Samstag hingewiesen, zu dem die Caritas und das Dekanat Unna gemeinsam nach Kamen einladen:

http://rundblick-unna.de/fluechtlingshilfe-kreisweit-vernetzen-aktionstag-mit-infos-workshops-gespraechen/ 

Diakonie

 

 

 

Kommentare (4)

  • Helmut Brune

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    Über dieses Thema habe ich schon viel gehört. Was ich in allen Berichten vermisse, ist die Frage: Warum flüchten die Menschen? Die Meisten werden dann sagen: Na Logisch, weil es dort, wo sie leben nicht Sicher ist oder weil sie da Unterdrückt werden. Das Problem wird nicht zu lösen sein indem wir diese Menschen auffangen. Hier ist die internationale Gemeinschaft gefordert um in den Heimatländern der Leute die Umstände so zu verbessern, daß die Menschen nicht zu fliehen brauchen.

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  • Jama To via Facebook

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    Nicht Diskutieren! Handeln! Aber von vorne Handeln, bringt keine Spesen!

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  • Heike Palm

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    Nun ja, dann müssten wir eine Mögluchkeit finden, Kriege zu verhindern und nicht mit Waffenexporten zu befeuern. Desweiteren müssten wir aufhören unser Wirtschaftswachstum durch Exporte EU-subventionierter Waren auf den afrikanischen Markt zu erzielen. Aufgrund dieser subventionierten Waren sind die Erzeuger vor Ort nämlich nicht konkurrenzfähig. Auch müssten wir aufhören, die Meere mit hochtechnisierten Fangflotten leerzufischen. Und dann müsste noch die Ausbeutung afrikanischer Rohstoffe aufhören. Wir können als internationale Gemeinschaft nicht über Jahre einen Kontinent ausbluten und uns dann beschweren, dass Menschen, die keine Lebensgrundlage mehr haben, ihre Heimat verlassen müssen.

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  • Jama To via Facebook

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    Man sollte das Kind mit dem Namen nennen!
    Waffen sind das Industriestaaten verkaufen und dadurch Elend verursachen! ……

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