Rundblick-Unna » Feuchtfröhlicher Budenzauber zwischen Heizpilzen: Christkindlmarkt Fröndenberg trotzt Blitz und Donnerschlag

Feuchtfröhlicher Budenzauber zwischen Heizpilzen: Christkindlmarkt Fröndenberg trotzt Blitz und Donnerschlag

Der zunächst noch warme Nieselregen wandelte sich in kalte Güsse, am frühen Samstagabend gab´s final noch Blitz und Donnerschlag obendrauf. „Schlimmer konnte das Wetter nicht werden“, kommentierte Werbevereins-Chef Wolfgang Hüttner die Christkindlmarkt-Bedingungen 2014. Schlicht und ergreifend: Sie waren unterirdisch.

Hätten bloß noch Sturmböen gefehlt: Dann wären am Ende noch die regendichten großen Schirme fortgeflogen. Diese hatte der Werbeverein strategisch geschickt vor seiner Glühweinhütte verteilt und Heizpilze dazwischengepflanzt. Und so herrschte am unwirsch-nasskalten Samstagabend doch erstaunlich munteres Gedränge vor der Bühne, auf der Bernd Jost von der Musikschule und seine tolle Sängerin Steffi als „Soundcocktail“ den Marktplatz beschallten. Schlager, Rockiges, alles, was so in die Beine fährt und warm macht. Klassische Weihnachtsweisen bot der Sonntag. Das Bühnenprogramm war wie in jedem Jahr bunt gemischt. Für jeden was dabei.

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„Soundcocktail“ am Samstagabend: Bernd Jost und Sängerin Steffi.

Zwischen den 22 liebevoll geschmückten Holzhütten verloren sich am Samstag nach Einbruch der Dunkelheit leider nur noch vereinzelte Besucher. Ab 20 Uhr herrschte Abbaustimmung. Regen tropfte von den Dächern, teilweise waren die ausgelegten Waren klamm und feucht geworden. Der Werbeverein hatte zwar empfohlen, in diesem Jahr am Samstag bis 22 Uhr zu öffnen; doch die Besucher, die nicht der Regen fortgespült hatte, sammelten sich eben geballt vor der großen Glühweinhütte.

Einige Budenbetreiber spähten dennoch etwas unsicher zu ihren Nachbarn nach rechts und links hinüber. „Wir hätten schon noch länger durchgehalten“, erklärten zum Beispiel Roswitha und Sabrina Hellersberg bedauernd. „Aber wenn alle anderen zumachen, was bringt es uns dann…“

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Erstmals dabei und begeistert von Fröndenberg: Roswitha und Sabrina Hellersberg aus Bergkamen.

Dennoch waren Mutter und Tochter aus Bergkamen guter Dinge. Mit Patchwork und Porzellanmalerei versuchten sie erstmals beim Christkindlmarkt Fröndenberg, und der putzige Budenzauber mittig auf den Markt gekuschelt gefiel ihnen sehr. „Die Stadt hat eine tolle Atmosphäre“, fand Roswitha Hellersberg, „und da vorne habt ihr so ein nettes Café – und eine richtig tolle Gaststätte!“ Bewundernde Blicke zum weihnachtlich dekorierten Markgrafen hinüber.

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Vom Elternbeirat St. Marien: Gabi Konietzny, Simone Rafalczik, Uta Julius und Tristan Heide.

Aufgräumte Stimmung jenseits von Schlechtwetterblues herrschte in der heimelig vollgestopften Bude des Elternbeirats St. Marien, wo Gabi Konietzny, Simone Rafalczik, Uta Julius und Tristan Heide unbekümmert Süß mit Herzhaft kombinierten. Champignons wurden gebrutzelt, Crepes gebacken. „Morgen gibt´s noch Erbsensuppe!“, machte das muntere Quartett Appetit auf den Sonntag, der verkaufsoffen war und zur allgemeinen Erleichterung gewohnt viel Publikum zog.

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Emsig für die Gesamtschule Fröndenberg: Bettina, Carl-Johannes und Patrick.

Emsig mischte die Gesamtschule beim Budenzauber mit. Eine Hütte betrieb der Förderverein zusammen mit der Stufe 10 am Samstag – selbstgebackene Plätzchen und Weihnachtsdeko hatten die Schüler vorbereitet. „Morgen wechseln wir. Dann übernehmen die 13er den Stand“, kündigten Bettina, Carl Johannes und Patrick an. Und der 12. Jahrgang betrieb in der Parallelgasse einen weiteren Stand mit Crepes.

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Lecker Weißglühwein mit Apfelsaft gab´ bei der Streunerhilfe. Sowie wieder: Christstollen für 1 € das Stück.

Alle Jahre wieder beim Christkindlmarkt vertreten: Die Streunerhilfe, diesmal mit einem kreativen Mix aus Weißwein und Apfelsaft, natürlich dampfend heiß. „Schmeckt super“, versicherten die Katzenschützerinnen; Tatsache.

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„Mandel-Müller“ Constantin Müller (80)…

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… trifft auf „Jungvolk“ aus Ostbüren: Sebastian Becker, Marie Jendreizik.

In der Budenreihe vor dem Markgrafen kam es zum Treffen der Generationen. „Mandel-Müller“, mit dem 80-jährigen Constantin Müller Faktotum des Christkindlmarkts, dockte sich an die Holzbude von Junglandwirt Sebastian Becker und seiner Freundin Marie Jendreizik. Ihr appetitliches regionales Angebot aus Hörnchenkartoffeln, Eiern von glücklichen Hühnern, Marmeladen, selbstgemachtem Eierlikör und Apfelgrog sorgte für Hingucker, und beide verkauften eifrig: „Dafür, dass so schlechtes Wetter war, lief es gut“, sagte Marie Jendreizik.

Für Sebastian Becker ist sowieso klar: „Nach einem Mal gibt man nicht gleich auf. Ich bin nächstes Jahr wieder dabei. – Wenn ich mir den Stand dann noch leisten kann.“ Denn der Werbeverein erwägt nach zehn Jahren eine Erhöhung der Standgebühren. „Die Kosten sind allgemein deutlich gestiegen“, gibt Wolfgang Hüttner zu bedenken. „Wir haben aber noch nichts entschieden.“ Für Sebastian Becker steht allerdings fest: „Ich bezahle für dieses Wochenende 238 Euro plus 25 Euro Ausschankgebühr. Damit komme ich hin. Aber zehn oder sogar 20 Prozent mehr – dann kann ich mir den Stand nicht mehr leisten.“


… und noch einige Eindrücke vom rummelvollen Sonntag…:

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