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Felix Maxim Eller dreht Hommage an seine Heimatstadt


Als der Regisseur sein Team zusammenhatte, merkte er, dass er der einzige Amateur ist: Filmstudenten, studierte Kameramänner, ausgebildete Schauspieler und Felix Eller, der Regisseur und Drehbuchautor, der geht noch zur Schule. „Young & Wild“ heißt die Komödie des 19-Jährigen und handelt kurz gesagt von der letzten gemeinsamen Nacht dreier Schulfreunde, in der einiges schief geht. Übrigens, wer den Film unterstützen möchte, kann das auf startnext.de

Gänzlich unerfahren ist Eller natürlich nicht, vom Kurzfilm über Musikvideo bis zum Imagefilm hat der 19-Jährige schon einiges inszeniert. Und er kann sich damit rühmen, als einziger Nicht-Filmstudent einen Preis des Filmfests „Fatpigtures“ gewonnen zu haben.

Derzeit inszeniert er die abendfüllende Komödie, die zu einer Hommage an seine Heimat wird. „Wir drehen fast ausschließlich in Unna und die Zuschauer werden Unna auch erkennen“, sagt Eller.

Unna ist für Filmemacher luxuriös

Denn der Jung-Regisseur, der beruflich in diese Richtung gehen will, ist sichtlich froh in Unna aufgewachsen zu sein. Mit der Jugendkunstschule, in der er acht Jahre gespielt hat und dem Theater Narrenschiff, zu dessen Jugendensemble er sich zählt, hat er zwei Möglichkeiten gehabt, sich auf einer professionellen Ebene weiterzuentwickeln. „Unna leistet sich damit einen enormen Luxus. Ich habe dort viel gelernt und interessante Menschen getroffen.“

Unna – die Stadt der vielen Drehorte

Unna - die Stadt der vielen Drehorte. Wie zum Beispiel das KX am Ring, Foto: Promo

Unna – die Stadt der vielen Drehorte. Wie zum Beispiel das KX am Ring, Foto: Promo

Auch bietet eine vergleichsweise kleine Stadt wie Unna viele unterschiedliche Drehorte. Das Katharinen- Hotel, „sein“ Ernst-Barlach- Gymnasium, den Schalander, das Anno und noch viele andere Drehorte. Seit 19 Jahren ist er Unnaer, aber trotzdem: „Ich entdecke fast jeden Tag eine neue Ecke.“

Vor kurzem war er etwa das erste Mal im Internationalen Zentrum für Lichtkunst. „Der Säulenkeller hat mich sofort fasziniert. Da muss ich unbedingt etwas drehen.“ Die Genehmigung ist dabei das kleinste Problem. „Für ‘Young and Wild’ habe ich höchstens zwei Absagen für Drehorte bekommen“, sagt Eller.

Denn in Unna sind die Leute noch heiß auf Filme und sind stolz, ein Teil davon zu sein – auch wenn es ein Film mit „nur“ 1000 Euro Budget ist. „Der Film wäre ohne Unna in dieser Form nicht nötig“, sagt Eller und führt als Beispiel einen Taxifahrer an.

Taxifahrer freute sich wie ein Kind

Young And Wild: In Unna ist ein Taxi schnell organisiert. Foto: Promo

In Unna ist ein Taxi schnell organisiert. Foto: Promo

„Ich konnte spontan bei Taxi Vogt anrufen und sie schickten mir ein Fahrzeug.“ Als der Fahrer ankam, beklagte er sich null über ausfallendes Trinkgeld oder ähnliches. „Der war begeistert wie ein Kind.“ Er fand den Dreh aufregend, das sei einfach etwas Besonderes.

Das gleiche Erlebnis hatte die Filmcrew bei dem Dreh in einem Supermarkt. Nachdem Eller in dem ersten Markt niemanden erreicht hat, die Darsteller aber bereits aus Köln angereist waren, rief Eller einfach bei einem anderen Getränkemarkt an.

Ruckzuck war die Erlaubnis da und die Darsteller durften alles in den Einkaufswagen werfen, was sie brauchten. „Davon träumt doch jeder, einfach mal alles in den Wagen zu werfen, was man braucht“, freut sich auch der Regisseur über die Szene im Markt.

Dass die „eingekauften Waren“ auch später als Requisite auftauchten, machte Eller noch glücklicher. Denn mit rund 1000 Euro Budget sind eigentlich keine großen Sprünge zu machen.

Zum Glück gibt es in Unna Institutionen wie die Lindenbrauerei und Andreas Müller, die viel Technik verliehen haben. Die Schauspieler, insgesamt gibt es 40 Sprechrollen, arbeiten auf Rückstellung, werden also an den Einnahmen beteiligt. Bekämen Komparsen 200 Euro pro Einsatz wie in einer Großproduktion, würden die Kosten ins unmögliche steigen, sagt Eller: „Dann würde der Film etwa 1,5 Millionen Euro kosten.“

1000 Euro für die wichtigsten Kosten

Mit den 1000 Euro deckt er die wichtigsten Ausgaben, etwa die Fahrtkosten der Schauspieler. Eller dreht mit Spiegelreflexkamera Kostengünstig ist auch die Arbeit mit einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkamera, die keine 1000 Euro verschlingt. „Das ist der Trend. Selbst die Hollywood-Actionszenen, in denen die Kamera auch zu Bruch gehen kamen, werden mit diesen Kameras gefilmt“, sagt Eller.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei optimal und das Ergebnis nimmt es auch mit teuren Kameras auf. Außerdem ist die Weiterverarbeitung von digitalem Material bis hin zur Auswertung im Kino und auf DVD um einiges kostengünstiger, als auf klassischem analogen Film.

Darum geht es in Young and Wild

Felix auf dem Filmpreis. Beitrag von Felix Maxim Eller.

Dennis hat sein Abitur nicht bestanden. Schon wieder. Auch in Sachen Mädchen ist leider eher Flaute angesagt, im Gegensatz zu seinen beiden besten Freunden Frederik und Tim, die bereits Frauen an ihrer Seite wissen. Es ist ihr vorerst letztes Wochenende miteinander. Dennis muss das Schuljahr wiederholen, Tim geht ein Jahr in die Türkei und Frederik studiert zum nächsten Semester in Bayern. Nun wollen sie es noch einmal so richtig krachen lassen.

Sie haben für ein Hotelzimmer gespart und ziehen von Party zu Party. Merkwürdige Gestalten kreuzen ihren Weg: Nervige Kinder, geschwätzige Taxifahrer, ein Hamburger Jungkapitän und ein abgebrannter Grungemusiker. Das „ganz normale“ Wochenende wird zum Roadtrip: Mit der Polizei und betrunkenen Ex-Freundinnen im Nacken wird die Freundschaft der drei Kumpel auf eine harte Probe gestellt. Wird Dennis heute Nacht noch seine große Liebe treffen? Ist Tims seltsame Tanzchoreografie namens „Krieger-Choreo“ wirklich die Rettung? Und Kann Frederik sein Auto vor einem Totalschaden bewahren? Eines ist auf jeden Fall klar: Es wird „Young and Wild“!

Regie, Buch, Schnitt, Ton: Felix Maxim Eller
Kamera: Felix Maxim Eller, Bünjamin Kaymak, Karsten Jaskiewicz, Joshua Murat
Musik: Jan Scharfenberg, Yati Durant
Darsteller: Martin Armknecht, Karsten Jaskiewicz, Stefan Merten, Michael Bruch, André Decker, Kathrin Bolle u. a.
Produzenten: Felix Maxim Eller, Karsten Jaskiewicz
Produktion: Eller & Jaskiewicz GbR

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