Rundblick-Unna » Fahrradpreis: Bronze für das Strickfahrrad

Fahrradpreis: Bronze für das Strickfahrrad

Diese Runde räumte mit dem Rad den dritten Preis ab. Foto: Radstation Unna.

Diese Runde räumte mit dem Rad den dritten Preis ab. Foto: Radstation Unna.

Wenn wir die Stricknadel in die Hand nehmen, dann springen Preise heraus: Als die Unnaer Strickerinnen zur Fußball-WM den längsten Schal der Welt gestrickt haben, gab es Deutschlandweite Aufmerksamkeit und auch die Strickseniorinnen der Radstationen im Kreis Unna stehen den Damen in nichts nach: Jüngst holten sie mit ihrem Strickrad den dritten Platz beim Deutschen Fahrradpreis.

721 Fahrradfreunde reichten Fotos zum Thema „Leidenschaft Fahrrad“ ein und die Jury zeichnete das Unnaer Strickrad ein. Der bundesweite Wettbewerb „Der Deutsche Fahrradpreis“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS), dem Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) und dem Verbund Service und Fahrrad g.e.V. (VSF) zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplanes (NRVP). Die „best for bike“-Auszeichnungen gelten als Deutsche Meisterschaft in der Radlerszene.

Freude über die Resonanz der Aktion

Auch die Pedale sind verhüllt. Foto: Radstation Unna

Auch die Pedale sind verhüllt. Foto: Radstation Unna

„Wir freuen uns über diese Resonanz auf unsere Aktion“, sagt Maciej Kozlowski, Geschäftsführer der DasDies Service GmbH, die die Radstationen in Bönen, Kamen, Lünen, Schwerte und Unna betreibt.

Das ausgezeichnete Kunstwerk steht aktuell in der Radstation Schwerte: Komplett eingestrickt präsentiert sich ein Damenrad, das die Seniorinnen des Schwerter Friedrich-Krahn-Seniorenzentrums in mehrmonatiger Handarbeit gestalteten. Jeanette Bigalke (83), Waltraud Kramer (86), Irmgard Ochs (82), Gertrud Nunkesser (93), Dorothea Rinke, Helga Bartmann (86) hatten das Unikat zusammen mit Ilka Becker und Vera Born, beide Mitarbeiterinnen des Seniorenzentrums, bunt und wollig eingehüllt.

Fahrrad-Rikschas brachte Seniorinnen auf die Idee

Der Sattel sieht doch immer noch bequem aus. Foto: Radstation

Der Sattel sieht doch immer noch bequem aus. Foto: Radstation

Anstoß zum „Pullover“-Rad: Die Seniorinnen waren schon mehrfach mit den Fahrrad-Rikschas der Radstationen auf Tour. Zuletzt hatten sie im Sommer 2013 mit den Therapierädern, in denen auch mobilitätseingeschränkte Menschen mit Behinderungen flott touren können, den Ruhrtalradweg befahren. „Einfach toll“, sagt Getrud Nunkesser. Und so reifte in der Runde, die sich wöchentlich zu Kaffeeplausch und gemeinsamen Strickaktionen trifft, die Idee zum Textilrad.

„Ein super Geschenk, das wir intensiv zur Eigenwerbung nutzen und bei passender Witterung auch vor unserer Radstation präsentieren“, bedankte sich Maciej Kozlowski, Geschäftsführer der DasDies, bei den Strickkünstlerinnen. Rund um Rahmen und Reifen hatten die Künstlerinnen alle Maschen des jahrzehntelang trainierten Könnens gezogen: Puschelig rot ist der Kettenradkranz des Rades als Kraftzentrum markiert, wollig weich mit kleinem Streicheleinheiten lädt der Sattel ein. Neben den mit vielen Mustern verkleideten Rohren hatten es die Könnerinnen sogar an den Schutzblechen nochmal ganz dezent krachen lassen: Lochstrickereien zieren die Abschlüsse – ein Werk für Profis, die die Masche gezielt fallen und dann wieder aufnehmen können.

Wer das Strickrad bewundern will: Die Radstation am Bahnhof Schwerte ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. In allen Radstationen können sich Interessenten auch Fahrrad-Rikschas und Zweiräder für Menschen mit Behinderungen bestellen. Weitere Informationen: www.die-radstationen.de.

Kommentieren