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Fällungsbegehr am Bismarckturm: Erschlagendes Leser-Voting für den Freund, den Baum

Büsche roden und Baum weg für bessere Aussicht vom Bismarckturm aus? Der Bürgerantrag des fraktions- und parteilosen Unnaer Ratsherrn Christoph Tetzner scheint nicht wirklich in Bürgers Sinn zu sein. Jedenfalls ergab sich bei einer nichtrepräsentativen Umfrage unter unserer Leserschaft ein eindeutiges, nein erschlagendes Voting für den Baum.
Sowohl auf der Rundblick-Facebookseite wie auch in zwei großen Facebookgruppen für Unna und Fröndenberg war die Meinung eindeutig. Schlechte Aussichten für die Aussicht – sprich so gut wie kein Befürworter einer Rodung am Aussichtsturm auf der Wilhelmshöhe.

„Fraktions-, partei- und hirnlos“, urteilt gleich der erste Kommentator aus Fröndenberg wenig schmeichelhaft an die Adresse des Antragstellers. „Unglaublich, dass ein Baum weichen soll, weil er die Aussicht stört 😢.Für wie viele Millionen Besucher im Jahr soll der Baum gefällt werden ? … Das ist doch ein Witz!“

Hochachtung vor dem Bismarckturmverein, „vor den Menschen, die sich für und rund um den Turm einsetzen“, unterstreicht Ines Perschke. „Dennoch können wir nicht ,einfach so für schöne Aussicht´ einen Baum fällen.“ Auch Susanne Appelstiel würde „den Baum nehmen, obwohl er mich bei dieser Ansicht schon stört 😀“ – aber längst nicht so sehr, als dass die Säge kreisen müsste.


Helmut Brune findet: „Das kann man von zwei Seiten sehen. Einerseits kann man nicht einfach Bäume fällen, weil sie, aus welchem Grund auch immer, im Wege stehen. Andererseits ist de Bismarckturm ein Wahrzeichen, was man nicht einfach zu wachsen lassen kann. Wenn der zuwächst, wird er an Bedeutung verlieren und letztendlich vergammeln. Hier gilt es, eine vernünftige Lösung zu finden.“

Der Baum mache doch die Aussicht erst schön, widerspricht Margarethe Strathoff energisch – „warum fällen? UNglaublich!“
„Der Baum stört doch nicht großartig die Aussicht“, pflichtet Klaus Kämpfert bei. „War schon ein paar mal oben. Mich hat es nicht gestört. Im Gegenteil!“ Kann man nichts dagegen machen?, fragt der Unnaer aufgeschreckt, „irgend etwas, das Aufsehen erregt? Wenn viele Leute sich zusammen tun, kann man vielleicht was erreichen??“

Vielleicht dem Baum eine hübsche Frisur verpassen?, fragt (nicht ganz ernsthaft) Andrea Herzmann; „Wäre was…“, geht Antragsteller Christoph Tetzner augenzwinkernd drauf ein, „Einkürzen würde auch passen! 😉“

Ziemlich ruppig geht Eugen Knowlech mit dem Vorschlag ins Gericht. „Welcher ****** hat sich das denn wieder ausgedacht ?!? So wie ich das sehe, ist rechts und links alles frei!!“ Und Annette Wewers kritisiert: „Was für eine Frage! Der Baum als Lebensspender soll weiter leben! In Unna allerdings fraglich, da wird ja gerne mal wahllos gefällt. Und die Bäume, die standhaft bleiben in Unna, die haben es nicht leicht!“

Wie wäre es denn mit Baum fällen und als Ersatz 5 neue pflanzen, schlägt eine andere Kommentatorin vor – „natürlich an einer nicht „störenden“ Stelle ;).“ Dazu bemerkt Rudolf Roland: „Ich muss immer lachen, wenn die von Ersatzpflanzung reden. Wie lange braucht die Ersatzpflanzung, bis sie so schön aussieht wie der große Baum!“

Sven Kreutzkamp wirft bissig ein: „Wo doch eh eine Sanierung des Turmes geplant ist, baut ihn höher. Hört sich bekloppt an? Genauso bekloppt etwa, wie einen Baum im Grünen zu fällen, damit man das grüne Panorama besser genießen kann?!“ Noch deutlicher wird Jochen Schneider: „So langsam frage ich mich, ob man noch alle Tassen im Schrank haben muss – Baum weg, damit man besser sieht 🙈🙈🙈 merkt man da überhaupt noch was ????“ Weitere Kommentare gehen in dieselbe Richtung: „Der Turm war zuerst da – und es wurden Bäume dazu gepflanzt . Die Bäume müssen bleiben ….hat uns früher auch nicht gestört!“ „Die wollen den tollen Baum fällen,  damit sie auf Felder schauen können? Oh man…. da fällt mir nichts mehr zu ein.

Bianca Dausend formuliert es geradezu poesievoll: „Also, ein alter und gereifter Baum, der sich dem Himmel entgegenstreckt ist eine wirklich schöne Aussicht, steht er doch für das, was uns ausmacht: Beständigkeit, Tragfähigkeit, Belastbarkeit, Wachstum, Entwicklung und vieles mehr. Wie man auf die Idee kommen kann, das ein solcher Charakter-Typ die Aussicht verstellt, verstehe ich beim besten Willen nicht. Wir brauchen viel mehr solcher sich in den Weg stellenden Charaktertypen, damit wir voller Leben in die Weite blicken können :-)“
Bäume sind Freunde, stimmt Gabriele Wegner ein. „Sie geben uns Sauerstoff! Die Aussicht können wir ohne Sauerstoff auch nicht mehr genießen!“ Ist doch in letzter Zeit genug gefällt worden, ergänzt Patrick Dornieden, „aber mal anders rum: Hat den Baum mal einer gefragt, ob ihm der Turm die Sicht wegnimmt 🤣 *Irone off  Von daher bin ich für den Baum 👍


Heidi Friedrich meint, sie könne „die Aussicht rechts und links vorbei wunderbar genießen :-) „, und Wolfgang Stramke bemerkt schulterzuckend: „Es gibt immer Menschen, die was gegen Bäume oder Hecken haben, ich kann da ein Lied von singen.Traurig traurig, aber scheinbar haben die sonst nichts zu tun.“

„Für wie viele Besucher soll der Baum denn überhaupt beseitigt werden?“, hakt Matthias Büscher nach. „Wäre interessant zu wissen, wieviele Menschen dort hinpilgern! Im Winter trägt der Baum keine Blätter mehr, dann sollte die Aussicht reichen!“ Dazu fragten wir beim Antragsteller Christoph Tetzner nach: 

„Es waren im Jahr 2016 knapp unter 2000 Besucher. Hinzu kamen die Gruppen, welche außer der Reihe auch Veranstaltungen im Bismarckturm abhalten könnten.“
 

Kommentare (1)

  • Gabi

    |

    Es wurden schon genug Bäume gefällt seit man keine Genehmigung mehr braucht :(

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