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Ex-Landesstelle wird mittelfristig Flüchtlingsquartier bleiben

Das Land NRW wird in der früheren Landesstelle in Massen zumindest mittelfristig weiterhin mehrere Hundert Flüchtlinge unterbringen; unabhängig davon, dass die Stadt Unna erfolgreich gegen diese an sich „regelwidrige“ Nutzung vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen geklagt hat. Wie die Lokalzeit Südwestfalen des WDR am Abend berichtete, stehen die Übergangs-Quartiere in Hemer, Burbach, Berleburg und Wickede-Wimbern ebenfalls an den Grenzen ihrer Kapazitäten – ohne kurzfristige Aussicht auf Änderung. Laut dem WDR sind in allen vier Quartieren zusammen 2200 Menschen aus Kriegsgebieten untergebracht.
Hinzu kommen die derzeit mehr als 600 in Unna-Massen. Über diese verliert die Bezirksregierung in ihrer Stellungnahme dem WDR gegenüber allerdings kein Wort. Sie beteuert lediglich, dass die vier genannten Übergangseinrichtungen“ (zu denen denn natürlich auch die Landesstelle gezählt werden muss) entlastet werden, sobald die Landesregierung weitere feste Flüchtlingsunterbringungen geschaffen hat. Wann das indes sein wird, bleibt völlig offen.
Wie auf Rundblick Unna berichtet, regen sich die Bürger in Massen zunehmend über die Nichtinformationspolitik durch die Stadtverwaltung auf. Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht fordert Klarheit darüber, wie viele Flüchtlinge konkret in der ehemaligen Landesstelle untergebracht ist und auf welche Zeit sich die Massener in ungefähr einzustellen haben. „Allein der Transparenz wegen“, betont Kracht. Die Bürger hätten Verständnis dafür, dass „diese Menschen irgendwo untergebracht werden müssen und nicht von einem Ort zum anderen geschoben werden dürfen. Sie sind in ihren Heimatländern von Krieg und Tod bedroht.“
Via Facebook hat inzwischen eine engagierte und kontroverse Diskussion über das „Problem Landesstelle“ begonnen. Während einige Bürger großes Verständnis dafür zeigen bzw. nachhaltig befürworten, dass die Ex-Landesstelle derzeit „regelwidrig“ als Flüchtlingsquartier genutzt wird (was in Massen immerhin eine jahrzehntelange Tradition habe), äußern sich insbesondere direkte Anwohner ausgesprochen unglücklich über die Situation: Sie leben in großer Sorge vor Unruhen unter den Flüchtlingen vielerlei Nationen – die es denn tatsächlich bereits mehrfach gegeben habe. (Silvia Rinke)

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