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Euro-Jobber sammeln Müll: Langfristiges Modell für sauberes Unna?

Die Stadtbetriebe kommen ihren Reinigungsaufgaben wie berichtet kaum noch hinterher – zunächst bis Februar haben sie jetzt Unterstützung an der Seite: arbeitslose Ein-Euro-Jobber. Was das Jobcenter in Lünen oder Schwerte schon als Erfolg beschreibt, ist seit voriger Woche auch in Unna zu besichtigen: Arbeitslose picken in der Stadt den Müll auf.

Im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der Werkkstatt im Kreis Unna und den Stadtbetrieben sind aktuell schon vier Ein-Euro-Jobber in Sachen Müllaufklauben unterwegs. Bis zum Ende dieser Woche soll sich das Team verdoppeln. Die Stadtbetriebe haben ihren Helfern neuralgische Müll-Schwerpunkte genannt: Kurpark, Bornekamp, Stadtgarten. Auch das Industriegebiet westlich der Hammer Straße ist offenbar beliebt zum illegalen Abfallwegkippen – offenbar werfen dort parkende Lkw-Fahrer ihren Müll kurzerhand aus den Kabinen. Doch auch Sperrmüll fand sich schon hier, ein ganzes Aquarium und mal auch ein Tresor.

Die Ein-Euro-Jobber selbst sammeln mit jedem Stück Müll auch Wissen, finden die Kooperationspartner. So lernten sie im Rahmen der Maßnahme auch etwas über Schadstoffe und Mülltrennung. Obendrein diene ihr Einsatz ein Stückweit auch der Sicherheit: „W Scherben und Spritzen liegen, sollten besser keine Kinder spielen“, warnt Antonia Mega. Bewährt sich die Maßnahme, könnte sie über den Februar hinaus fortgesetzt werden. Klaus Tibbe (SPD) als Vorsitzender der Stadtbetriebe freut sich jedenfalls sehr über die zusätzlichen helfenden Hände aus der Werkstatt Unna: „Die Werkstatt ist an die Stadtbetriebe herangetreten und hat nachgefragt, ob Teilnehmer der Werkstatt die Stadtbetriebe mit unterstützen können. So entstand die Kooperation von Stadtbetrieben, Werkstatt Unna und Jobcenter.“ Das Thema, meint Tibbe, liege ja buchstäblich auf den Straßen und neben den Abfallkörben. Intensiv reinigen sollen die Euro-Jobber besonders den Innenstadtbereich mit den neuralgischen Punkten Hellwegcenter/Bushaltestelle bis zur Kreuzung Morgenstraße/Ostring sowie die Bahnhofsmeile von Mc Donald´s bis hinter das Hotel Katharinenhof.

Kommentare (1)

  • Heike Palm

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    Ich habe persönlich ein Problem mit dem 1-Euro-jobber-Prinzip. Ist es nicht eigentlich Aufgabe der Stadtbetriebe, also von versicherungspflichtig Beschäftigten, den Müll zu entsorgen? Bedient sich so nicht die Stadt Unna der Zwangslage dieser Menschen um kostengünstig ihre Aufgaben zu erledigen? Haben die Leute anschließend die Chance eine richtige Anstellung bei den Stadtbetrieben zu bekommen, weil sie ja wertvolles Wissen erlangt haben? Man sollte das zumindest mal krtisch hinterfragen.

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