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Eulen von Unna nach Fröndenberg tragen

Initiative Lüsa beteiligt sich an zauberhafter Ausstellung in Fröndenberg rund um den scheuen Waldbewohner.

 „Frau Prünte, wir suchen ´n Raum!“ – „Jo, kommt vorbei!“ So schnell geht´s: Eulen, wo man hinblickt.

Eulen in Wasserfarbe und in Tusche. Eulen an Fäden baumelnd und aus einem Holzstamm gesägt. Die Dach-Eule aus Keramik und der Eulen-Pott für den Garten – klotzig schwer, riesengroß. Schneeeulen, Schleiereulen, Waldäuze, Steinkäuze und Riesenuhus. Nicht zu vergessen: Eulchen lecker zum Verputzen. Als Canapées mit grünem Pesto und Äuglein aus Silberzwiebeln sowie süß als Kuchen mit dem Schnabel aus Zierkirschen zierten sie appetitlich das Buffet, welches am Freitagabend zur erstmaligen Eröffnung einer Austellung in der Ruhrland-Kettenfabrik angerichtet war: Nicht Eulen nach Athen, sondern Eulen nach Fröndenberg zu tragen war das Motto des Kunstvereins Fröndenberg, unter dessen Regie 50 wunderhübsche, kreative, originell gestaltete Waldbewohner in die Fabrikräume an der Bergstraße Einzug hielten.

 

In einem genialen Einfall hatte sich Peter Trautner vom Kunstverein an Hildegard Prünte gewandt: „Wir suchen ´n Raum!“ – „Jo, kommt vorbei!“, erwiderte die patente Unternehmerin und zeigte sich von der Idee so richtig begeistert, ihr historisch angehauchtes Fabrikgebäude in eine Art avantgardistischen Eulenwald zu verwandeln. Antikes Mobiliar wie der wuchtige Fabrikantenschreibtisch dient kurzerhand als Drapierfläche für zierliches Eulengetier; weitere Eulen schweben gerahmt an der Wand über dem Schreibtisch, überhaupt an allen Wänden: Überall im Raum Bilder von fliegenden Schleiereulen, zwinkernden Waldkäuzen, dösenden Uhus, gezeichnet in Tusche, ineinander fließend als pastellige Aquarelle oder aus dem Wasserfarbkasten geschöpft.

Eulen nach Fröndenberg zu tragen – welch fantastische Idee, lobt das Eröffnungspublikum. „Wieso richtet die Stadt hier kein Eulenmuseum ein?“, macht die Frage eifrig den Umlauf, „das wäre doch der Tourismuseffekt schlechthin!“ Der Kunstverein hätte mit Sicherheit am wenigsten gegen ein Museum einzuwenden, das sich Fröndenbergs Wappentier widmet. Peter Trautner begrüßte zur Eröffnung die vielen „Eulen-Künstler“, die sich mit zauberhaften Einfällen an dieser so absolut typisch „fröndenbergerischen“ Austellung beteiligt haben.

Allen voran legten sich 160 Knirpse der Sonnenbergschule ins Zeug. Eine komplette Ausstellungsecke füllen allein ihre Kunstwerke, darunter neben vielerlei Bildern ein zartes Eulen-Mobilé. Hans Pethig, Dieter van Riel und Peter Trautner sind als weitere Fröndenberger Künstler mit von der Partie. Trautner hat für die Austellung „mal ein bisschen herumgesponnen“, wie er grinst, und mittels Tusche und Gouache „Eule“ mit „Mauritius“ kombiniert. So radelt Fröndenbergs Schutzheiliger vergnügt mit einem Eulchen huckepack oder schwingt den Golfschläger, während ihm eine gestreng blickende Eule im Nacken sitzt.

Neben weiteren neun Künstlerinnen und Künstlern, darunter Margit Hübner aus Menden, sind „auch die netten Leute von der Lüsa sehr aktiv gewesen“, lobt Trautner die Unnaer Wiedereingliederungs-Initiative für Drogenabhängige: Von ihr stammt dieser wuchtige „Eulen-Pott“, ideal für die aktuelle Gartensaison oder für Balkonien. Keine Gefahr, dass diese sehr spezielle Balkon-Eule den Abflug über die Brüstung machen könnte. Schlicht zu schwer. Die bleibt verlässlich am Boden kleben. (sia)

 

„Eulen nach F… tragen“, Ausstellung in der Ruhrland Kettenfabrik Fröndenberg, Bergstraße 1, geöffnet freitags 18 bis 21 Uhr, samstags und sonnstgag 11 bis 15 Uhr sowie bei Führungen.. Veranstaltungen: 17. 6., Hans Kuhn: „Traum oder Trauma – Die Eule und das Rad“; 18. 6., Stadtarchivar Nathusius/Degenhardt: „Eule mit Weile – ein Straßenname“; 24.6., NABU: „Eulen und Käuze“; 25. 6. Markus von Hagen (Kabarettist aus Münster): „Eulen in der Literatur“. Beginn jeweils 18 Uhr, Eintritt immer frei.

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