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RSV empfängt Radlernachwuchs zum Projekt 13 Prozent

radler obenFröndenberg Bliebe festzuhalten: 2,7 Kilometer steil! (13 Prozent) bergauf vom Klingelbach über Wittkenhige und Westicker Heide bis auf der Höhe Auf dem Krittenschlag/Gasthöf Hölzer schaffen durchtrainierte Radsportler klar unter acht Minuten. Mit Hilfsmotor: geht´s doppelt so schnell. „Achtung, der Landrat fährt ein!“, juchzt Reinhold Böhm unter dem Beifall der Zuschauer und sieht gerade noch mit wehenden Haaren Michael Makiolla über die Ziellinie flitzen,

„4,55 Minuten – Klasse!“, dröhnt Böhm ins Mikro. Die Schnellste beim „E-Bike-Challenge“ wird Sabine Ommer, sie schafft die 2,7 Kilometer lange Herausforderung noch knapp mit einer Drei vor dem Komma. Doch weil Dabeisein beim Promi-Rennen alles ist, losen Radsportverein Unna und Stadt Fröndenberg als Veranstalter des „Eulen-Cups 2013″ die drei Glücklichen fürs Siegertreppchen einfach aus: Platz 3 geht an Frank Ommer, Platz 2 an Rainer Eßkuchen, Bönens Bürgermeister, und Platz 1 – siehe da – an Sabine Ommer! 3,59 Minuten. „Das war Spitze!“ Ehrengast beim Eulen-Cup 2013 ist an diesem Samstag auf der Hohenheide Hans-Peter Durst, Silbermedaillengewinner bei den Paralympics in London: Er saust auf seinem Spezial-Dreirad zum Krittenschlag hoch und erntet brandenden Applaus.

100 junge Spitzensportler folgen RSV-Ruf

Auch Paralympics-Silbermedaillen-Gewinner Hans-Peter Durst war am Start.

Auch Paralympics-Silbermedaillen-Gewinner Hans-Peter Durst war am Start.

Zur NRW-Bergmeisterschaft der Nachwuchsklassen tummelten sich am Samstag gut 100 junge Spitzensportler in Fröndenberg, viele Nationalfahrer und Meisterschaftsgewinner darunter. Die von RSV-Organisator Reinhold Böhm beschwärmte „sagenhafte Aussicht“ ins Sauerland blieb zwar größenteils in bleigrauen Wolken verborgen, doch die Radsportjugend hatte ohnedies anderes im Kopf: Schnell sein, schneller sein als alle anderen! „Sieben Minuten 53″, strahlte noch etwas atemlos und mit roten Backen die zwölfjährige Rena Siepmann, amtierende Vizemeisterin im Triathlon aus Witten; Paul Völkel (11), aktueller Triathlon-NRW-Meister aus Vreden, stellte seine Zeit fest: „7,46.“ Und fügte hinzu: „Ganz gut, glaube ich.“ Paul und Rena kannten Fröndenberg vor diesem Samstag nicht einmal als Fleck auf der Landkarte, und die Frage „Wie fandet ihr die Strecke?“ beantwortete Rena kurz und prägnant mit: „bergig!! Am schwersten war das Stück durch den Wald.“ 13 Prozent Steigung exakt wie die „Eule“, womit auch klar wird, was dem „Eulen-Cup“ seinen Namen verlieh.

Eulen gab es auch bei dieser Bergmeisterschaft als putzige Dreingabe zur Siegerehrung: „Schließlich ist die Eule in Fröndenberg für Radsportler ein Riesenbegriff“, betonte Reinhold Böhm, der zusammen mit Jürgen Schulte von der Stadt Fröndenberg die Gesamtleitung trug. Schulte selbst bekam die Ehrennadel für langjährige Verbundenheit mit dem Radsport verliehen: Seit über 25 Jahren tritt er mit Leidenschaft nach Feierabend in die Pedale. Die Eule hoch ist der drahtige Hobbysportler schon zig-mal gespurtet, doch für die NRW-Meisterschaft waren die berüchtigten 1,2 Kilometer schlicht zu kurz: Deshalb am Frömag-Gelände aufgesattelt und hochgejagt zur Hohenheide, was höhentechnisch aufs Gleiche herauskam: eben 13 Prozent.

„Aber nur mit viel Zeit“

Der Landrat würde sich übrigens auch auf einem normalen Rad durchaus die „Eulen-Cup-Strecke“ zutrauen: „Aber nur mit viel Zeit.“ Wieviel Zeit er wohl brauchen würde…? „Eine Viertelstunde?“, schätzte Makiolla und verbessert sich lachend: „Eher 20 Minuten!“

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