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Es bleibt dabei: Kreishaus-Kreisel dauerhaft nur noch einspurig

Die Entscheidung ist gefallen. Unnas testweise kastrierter Kreishaus-Kreisel wird dauerhaft einspurig bleiben. Diesen Beschluss fällte am heutigen Nachmittag die Unfallkommission des Kreises. Mitglieder in ihr sind die Kreispolizei, Straßenbau- und Straßenverkehrsbehörden des Kreises und der Städte. Ihre Hauptaufgabe: Unfallhäufungspunkte entschärfen. Und der Großkreisel ist nun mal einer. Bzw.: Er war es. Als er noch zwei Einfahrspuren hatte.

So, wie der Kreisverkehr jetzt ist – auf einspuriges Einkreiseln beschränkt – ist er sicher, entschieden die Mitglieder heute nach der einjährigen Probephase. Damit wird der Nebeneffekt – Rückstaus bis in den Ringtunnel – zum Dauerzustand.

In der Entscheidungssitzung der Unfallkommission am heutigen Dienstag ging es allerdings nur um den Aspekt Sicherheit, die Stauträchtigkeit des Kreisverkehrs wurde nicht thematisiert. Weil in dem vormals zweispurigen Kreisel  so viele (und vor allem schwere) Unfälle passierten, verfügte das Land im Mai vorigen Jahres eine probeweise Einspurigkeit.

Das Großrondell am Kreishaus führt gleich gleich fünf viel befahrene Straßen zusammen: Kantstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Hansastraße, Viktoriastraße und Platanenallee (dort kann man allerdings nur ausfahren, sie ist Einbahnstraße). Die Abtrennung der jeweils zweiten Fahrspur geschah mit Markierungen auf der Fahrbahn. Zugleich wurde der Innendurchmesser des Kreisels verringert.

Kreisel Verkleinerung

Die Abmarkierung der zweiten Fahrspur vor einem Jahr.

Das Provisorium wird damit zum Dauerzustand. Ob weitere bauliche Eingriffe in Unnas lieben Kreisverkehr nötig sind, entscheidet die Unfallkommission im Frühjahr 2016.

Auf eine Rückkehr zur Zweispurigkeit hatten vor allem Dauerstaugenervte gehofft, die sich täglich (womöglich noch mehrmals) zu Stoßzeiten durch den Kreishaus-Kreisel in Richtung Königsborn/Kamen, nach Massen (über die Hansastraße) oder zum Kreishaus bzw. den Berufsschulen quälen müssen – und wieder zurück.

Doch die heutige Entscheidung zeichnete sich schon ab, als die Probephase nicht – wie angekündigt – Ende 2014 beendet war, sondern fortgesetzt wurde. So lange, bis nun das Erwartete (oder Befürchtete, je nach Sichtweise) eben feststeht. Und viele ahnten spätestens in dem Moment, woher der Wind wehte, als ausgerechnet der Vertreter  der Auto-Lobby – des ADAC – explizit im WDR erklärte: Es macht Sinn, dass der Kreisel einspurig bleibt. Denn „er klappt einspurig“, meinte Dr. Peter Meintz im Herbst beim Pressetermin vor Ort am Kreishaus.

Der ADAC-Experte betonte sein Statement für die Einspurigkeit trotz des unübersehbaren Rückstaus: Im Berufsverkehr reicht er oft bis weit in den Ringtunnel hinein, und die kurze Sechs-Kilometer-Strecke nach Kamen ufert zur Stundentour aus. Doch Peter Meintz sieht für den Stau nicht  maßgeblich die Einspurigkeit verantwortlich.

Sicherlich habe die Kappung der zweiten Spur Kapazitäten gekostet. Aber auch die Kapazität eines Kreisverkehrs sei begrenzt. Der Deutsche generell tue sich eben schwer mit dieser Verkehrsführung im Kreis, ohne Ampeln und zusätzliche Beschilderungen. “Die Deutschen haben´s nicht so mit Kreisverkehren. Sie brauchen klare Regeln”, sagte der Verbandsvertreter aus Erfahrung.

Jahrzehntelang habe es in Deutschland Kreisverkehre praktisch nicht gegeben. “Die Kreisverkehr-Renaissance ist noch nicht so alt”, erinnert Peter Meintz. “Anders als in vielen Nachbarländern – Frankreich, Spanien, die Niederlande -, wo schon viel länger Kreisel gebaut werden. Die gehen dort professionell mit Kreisverkehren um. Uns fehlt da die Übung.”

Kreisel zweispurig

Als der Kreisel noch zweispurig war… brenzlige Situationen beim Einkreiseln.

In einer ersten politischen Stellungnahme am heutigen Abend erklärten die Freien Wähler (FLU/FW) zur Kreisel-Entscheidung:  „Wenn die Untersuchung der Unfallkommission dazu geführt hat, dass die Einspurigkeit den Kreisel sicherer macht, ist das für uns in Ordnung.“ Ähnlich hatten sich während der ausgedehnten Probephase auch die anderen Fraktionen geäußert. Somit bleibt´s dabei:  Ein zwar (über-)großer – aber dafür sicherer/er Kreishaus-Kreisel.

Kreisel zweispurig

Als der Kreisel noch zweispurig war… Von der höheren Sicherheit des nur noch einspurigen Rondells sollen nicht zuletzt auch Fußgänger und Radfahrer profitieren.

 

Kommentare (27)

  • Helmut Brune

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    Ich lese da: Die Deutschen haben es nicht so mit Kreisverkehr. Da wird ganz schön Verallgemeinert. Ich glaube eher, daß die deutschen Behörden es nicht so mit Flexibilität haben, denn sonst hätte man sich doch Mühe gegeben, eine Verkehrssituation zu schaffen, die die Beides erfüllt, sowohl die Sicherheit als auch die Vermeidung von Staus. Es muß ja nicht unbedingt ein Kreisverkehr sein.

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  • Jama To via Facebook

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    Wahrscheinlich deshalb das die Angestellten sicher über die Straße gehen können! Zum Beispiel Einkauf, Eisdiele, ……

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  • Rolf Simon via Facebook

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    Ich mag den Kreisel nicht. Eine Nummer zu groß für Unna. 😉

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  • Maggie

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    komisch, das ich mich über diese Entscheidung gar nicht wundern kann. Die Ökomen müssten jetzt trampeln….. Heute fuhr ein Wagen mit dem amtlichen Kennzeichen UN-IA vor mir und machte unserer Stadt mit seiner Fahrweise alle ehre… tja, wir sollten auch alle Abbiegespuren abschaffen

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  • Andre Heyn via Facebook

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    Wat isn hier mit Demokratie und so?!
    Ich bastel mir bald n Hubschrauber damit ich da nich 5-10 min stehen muss..

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  • Andrea Zinsenhofer via Facebook

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    Man hätte einfach nur die beiden Fahrbahnen durch Markierungen optisch trennen müssen. Dann hätte auch der Dümmste verstanden, dass der Kreis 2-spurig war

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    • martin

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      Der Kreisel war immer einspurig sondern wäre ja eine begrenzungslinie gewesen

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  • Stefan Kaiser via Facebook

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    voll der Scheiß, Unna macht sich lächerlich,mit so einer Entscheidung. Viel Spaß an alle Autofahrer, die dort Morgens, Mittags( Berufsschule) & zwischen 15-17 Uhr durch müssen. Hut ab Stadt UN

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  • Christian Weinbrenner via Facebook

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    Schade, dass die Deutschen zu dusselig sind, mit einer solch unglaublichen Frechheit wie einem Kreisverkehr klar zu kommen. Nein, dann wird vor Unwissenheit lieber gehupt, der Stinkefinger gezeigt oder gleich am besten direkt ins nächstbeste Auto gefahren. Oh weh, vielleicht sollte man sich mit der Nachbarstadt Kamen austauschen, ob die Einspurigkeit nicht auch eine tolle Idee fürs Kamen Karree wäre…?? Na, gute Nacht!

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  • Andre As via Facebook

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    Die Deutschen haben es nicht so mit Kreisverkehr? Voll der Schwachsinn!

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  • Sascha Krieg

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    Scheiße geplant, scheiße gebaut,scheiße Produziert! Ich würde sagen liebe Unfallkommission, überlegt euch dann jetzt auch mal eine Änderung wegen des Staus bis zum alten Busbahnhof auf der einen, und den Staus Friedrich-Ebert-Str. und Viktoriastr. auf der anderen Seite!

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    • Edmont Dantés via Facebook

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      So weit können die Bürostuhlpiloten nicht denken. Und da sich bestimmt jede Menge Rentner und unsichere Autofahrer dazu geäußert haben müssen wir jetzt mit dem Ergebnis leben.

      Traurig sowas.

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  • Sandra Bier via Facebook

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    Ich als UN-Besucher fand den immer Schei..e, selbst in Hamburg kommt man einfacher durch mehrspurige Kreisel! Liebe Grüße aus Nordhessen.

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  • Jama To via Facebook

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    Ich frag mich wer alles auf solchen Ideen kommt?
    So viel Geld auf ein Ausbau investieren, dann kommt der nächste und sperrt, bald kommt der dritte mit neuen Planung und macht evtl wieder ein Ampel, weil jetzt sollte bewiesen werden wie Deutschland mit dem Homosexuelle solidarisch sind! So ein scheiß! Das Geld fehlt, auf jeder Ecke und Seite wird gespart aber für Scheiß wird ausgeben!
    Doofen Ideen gehen nicht aus!
    Wenn eine Autofahrer nicht fahren und Einscheren kann, soll sich ein Bus und Bahn Ticket kaufen und damit fahren! Hier ist alles möglich!
    Keine Reflex, laufen nicht können aber Auto fahren! Oder genauso, immer junger sollte man einen Führerschein machen, aber keine Verantwortungsbewusst besitzen, weil man hier nur noch aus Verbote und Regel besteht!
    Jeder darf Mist bauen, aber darf keine nützliche Tätigkeit ausüben! ……..

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  • Bob

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    „und die kurze Sechs-Kilometer-Strecke nach Kamen ufert zur Stundentour aus.“

    6 km ist eine Strecke die man auch durchaus mit dem Fahrrad schafft. Die meisten alltägliche Wege sind nicht länger. Klar, dass jeder einen Grund für sich findet wieso es das Auto sein MUSS. Jedem der nur ne Flasche Wasser und ein Butterbrot transportiert steht die Alternative Fahrrad offen. Kürzlich gab es in einem Discounter auch Gepäcktaschen für etwas mehr Gepäck.
    Vielleicht einfach mal ein paar Tage testen. Wem es nicht gefällt, kann sich immer noch mit dem Auto in den Stau stellen. Ich bin zuversichtlich, dass er noch da sein wird.

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  • Howard Winkler via Facebook

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    Und wann wird jetzt die Umleitungstrasse zwischen Ring und Friedrich-Ebert-Straße gebaut? Oder wollen die das für immer bei dem Chaos wie jetzt belassen?

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  • Jörg Hißnauer

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    Was ist denn hier los?
    Selbstbezichtigung, Schimpfe auf Unnaer/innen, Verkehrsteilnehmer/innen……..

    Unna ist toll.
    Unnaer können Kreisverkehr.
    Unnaer nehmen Rücksicht, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht so fit sind.
    Der Stau am Kreisel ist nicht hinzunehmen.
    Die Verantwortlichen müssen eine Lösung finden, die wir alle annehmen und bewältigen können.
    Im Miteinander liegt die Lösung. Nicht im Gegeneinander.
    Jetzt alle mal runterkommen und entspannen.
    Und nicht vergessen: Die meisten Arschlöcher sind gar keine Arschlöcher, wenn man sie erst mal persönlich kennen gelernt hat.

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  • Edmont Dantés via Facebook

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    Die Deutschen haben es nicht so mit Kreisverkehr oder meint die Aussage das die Autofahrer einfach zu dämlich für sowas sind? In anderen Ländern funktioniert sowas auf bis zu acht Spuren und Unnas Autofahrer sind zu blöde für zwei Spuren. Man müsste nachts die Blöcke wegkloppen und ins Foyer vom Rathaus werfen….mich persönlich würde mal interessieren wer hauptsächlich dort in Unfälle verwickelt war,also statistische Erhebung von Alter,Geschlecht,Fahrzeug….etc…..

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Die Aussage, Edmont Dantés, wurde fortgesetzt mit den Worten: „Deutsche brauchen klare Regeln.“

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    • Edmont Dantés via Facebook

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      Ja sicher. Der Deutsche ist zu dämlich selbstständig zu denken. Willkommen im Schilderwald. Demnächst wird der Kreisel dann wohl auch mal in der Stauschau genannt.

      Wie peinlich sowas ist…..

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    • Edmont Dantés via Facebook

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      Ja sicher. Der Deutsche ist zu dämlich selbstständig zu denken. Willkommen im Schilderwald. Demnächst wird der Kreisel dann wohl auch mal in der Stauschau genannt.

      Wie peinlich sowas ist…..

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  • Jörg Hißnauer

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    Was peinlich ist, ist die Aussage, dass der Deutsche zu dämlich ist, um selbständig zu denken. Geht ja gar nicht. Wir leben in einem wunderbaren Land. Wir haben weltoffene Mitbürgerinnen und Mitbürger. Sollte ich einmal ernsthaft erkranken, dann möchte ich hier weilen. ………. Und so weiter. Da rege ich mich bestimmt nicht über eine Schlange am Kreisverkehr auf. Wenn durch meine Warterei auch nur ein Unfall mit Personenschaden vermieden wird, hat sich das gelohnt. Außerdem gibt es nicht nur einen Weg in Richtung Kgsb.

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  • Maik Portmann via Facebook

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    Leute….habt euch lieb! Ich glaube es gibt tatsächlich größere Probleme!

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  • Marc-Oliver Finkel via Facebook

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    Stau ist Stau……!!!!

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