Rundblick-Unna » Erstes Dorf putzt selbst: Modellcharakter für Unna?

Erstes Dorf putzt selbst: Modellcharakter für Unna?

Das nennt man wohl vor der eigenen Haustür fegen – buchstäblich. Selbst ist das Dorf: Statt bis zum Sankt Nimmerleinstag darauf zu warten, dass die Stadtbetriebe mit ihrer personellen Minimalbesetzung wild wucherndes Grün zurückschneiden und Abfälle beseitigen, nehmen es die Mühlhausener und Uelzener jetzt selbst in die Hand. Am kommenden Samstag werden die Doppeldörfler am Feuerwehrhaus in Mühlhausen zusammengetrommelt und marschieren los: Arme hochkrempeln und selbst ist der Mann und die Frau. Bei der erstmaligen Dorfkonferenz am Dienstagabend auf Einladung des SPD-Ortsvereins wurde eine große Bereitschaft zur Eigeninitiative deutlich. „Die Bürger sind bereit, selbst Verantwortung zu übernehmen. Das freut uns natürlich sehr“, begrüßte die Vorsitzende des Ortsvereins, Bärbel Risadelli, das Engagement der Dorfbewohner. Damit bekommt die jährliche „Aktion saubere Landschaft“ im Frühjahr nun im östlichen Unnaer Stadtteil eine herbstliche Entsprechung. Ebenso ermunter die SPD Mühlhausen die Bürger, bei Bedarf kurzerhand selbst zur Heckenschere zu greifen und eine verwilderte Verkehrsinsel oder ein zugewuchertes Verkehrsschild mit raschem Schnipp-Schnapp in ordentlichen Zustand rückzuversetzen.

Dass die Versorgungskästen, die derzeit im gesamten Ortsteil beschmiert sind, einen abstoßenden Anblick bieten, braucht keiner im Dorf zu diskutieren – darüber sind sich alle einig. Umso nachdrücklicher fordern die Bürger eine umfassende Verschönerung der Kästen. Nun ist diese Idee an sich alles andere als neu, wird seit eineinhalb Jahren leidlich hinauf- und hinunterberaten und nicht umgesetzt. Doch die Stadtwerke, denen die Verteilerkästen gehören, hätten Mühlhausen gern als Modelldorf fürs Projekt „Ortsbild mit einfachen Maßnahmen liebenswert gestalten“. Die Bürger wünschen mehrheitlich, dass bei dieser „liebenswerten Gestaltung mit einfachen Maßnahmen“ doch die Grundschule mit eingebunden werden sollte und andere Vereine. Auch einen Graffitikünstler – sprich einen Profi – mit der Gestaltung der Versorgungskästen zu beauftragen, wird begrüßt.

Grundsätzlich könnte diese breite Entschlossenheit zum eigenen Engagement für ein ansprechendes Ortsbild für Unna Vorbild- und Modellcharakter haben. Denn die Stadtbetriebe, ohnehin schon personell am Limit, werden ihr Engagement wegen der Haushaltssperre eher noch weiter zurückschrauben (müssen).

 

Kommentare (1)

  • Joachim

    |

    Das gibt bzw. gab es in Kessebüren schon seit etlichen Jahren. 😉

    Antworten

Kommentieren