Rundblick-Unna » Ende einer Ära: Kirchenkreis trennt sich nach 60 Jahren vom Tagungshaus „Oase“ Stentrop

Ende einer Ära: Kirchenkreis trennt sich nach 60 Jahren vom Tagungshaus „Oase“ Stentrop

Es war abzusehen. Das Tagungshaus „Oase“ Stentrop des ev. Kirchenkreises wird Ende 2016 nach 60 Jahren geschlossen. Diesen schweren Entschluss fasste der Kirchenkreis heute (Mittwoch) auf seiner Sommersynode in Kamen. Eine Weiterführung der traditionellen Begegnungsstätte sei – bei 50 000 Euro jährlicher Subventionierung – nicht mehr zu verantworten.

Synode Kamen

Die Sommersynode tagte unter Leitung von Synodalassessor Hans-Martin Böcker aus Kamen (vorn am Pult).

Hier die Begründung der Synode im Wortlaut:

„Es ist, da sind sich alle Synodalen einig, eine echte Oase: das Tagungs- und Begegnungszentrum Oase Stentrop (…). Mit viel Platz rundherum und in einer landschaftlich reizvollen Lage zwischen Fröndenberg und Bausenhagen hat es bereits eine über 60jährige Geschichte als Ort der Begegnung, des Glaubens und des Lernens für Menschen nicht nur aus dem Kirchenkreis.

Doch auch das bestimmt das Haus: die Belegungszahlen sind zu gering, die Zimmer und Räume nicht auf einem zeitgemäßen Standard, barrierefrei und behindertengerecht ist das Haus auch nicht. Jährlich hat der Kirchenkreis in den Vergangenheit hier schon mit ca. 50.000 Euro den Betrieb subventioniert. Dies so weiterzuführen, sei unverantwortlich.

Es müsse nun eine Perspektive für die Zukunft geben, bat Verwaltungsleiter Thomas Sauerwein um eine Entscheidung von den Synodalen. Diese sprachen sich nun mehrheitlich für eine Schließung des Hauses in zwei Jahren aus. Für eine Weiterführung und die Zustimmung zu den dafür notwendigen hohen Investitionen, mindestens eine halbe Million Euro, fand sich keine Mehrheit.

Gerade unter dem Druck, den Gemeinden mit ihren eigenen Gebäuden haben, sei eine Investition auf Ungewissheit nicht verantwortlich, so die deutliche Mehrheit der Stimmen der Synodalen. Die Gruppen, die jetzt bereits gebucht haben, werden die Oase noch bis zum 31.12.2016 besuchen können. Dann schließen sich die Türen des Tagungshauses dauerhaft.“

Die Synode – eintägig tagend erstmals, da die Stelle der Superintendenz nach Annette Muhr-Nelsons Weggang noch nicht wieder besetzt ist – leitete Synodalassessor Pfarrer Hans-Martin Böcker aus Kamen.

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