Rundblick-Unna » „Eissport auf tragfähigem Eis“: Eishallengespräche starten mit klarem Signal

„Eissport auf tragfähigem Eis“: Eishallengespräche starten mit klarem Signal

Vier Zukunftszenerien gibt´s für Unnas Eissporthalle, und hinter der vierten steht als Vermerk: „Eissport weiter: NEIN.“ Dieses vierte Sznenario wäre der Abriss.  „Find´ ich nicht gut!!!“

Das sagte laut und deutlich Paul Raupach (SPD), Sportausschussvorsitzender, heute Nachmittag im 3. Obergeschoss der Volksbank am Nordring. In luftiger Höhe startete passend der „Eisgipfel“, zu dem die Stadtspitze eingeladen hatte und der den Auftakt bilden soll zu konkreten Zukunftsentwicklungen für Unnas Eissporthalle am Bergenkamp.

Eisgipfel Mölle

Dem offenherzigen Bekenntnis Raupachs ließ Kämmerer und Eishallen-Chef Karl-Gustav Mölle (oben) die beruhigende Versicherung folgen: „Der Eissport bewegt sich hier auf tragfähigem Eis.“ Wie lange, das müssen jetzt die Zukunftsentwürfe der kommenden Wochen und Monate ergeben.

Klar ist jedenfalls: Der Wille zum Erhalt des Eissports (und damit der Halle) in Unna ist bei allen beteiligten Akteuren überzeugend erkennbar – mehr denn je wurde das beim Startgespräch für die weiteren Beratungen deutlich.

Eisgipfel (3)

Dieses „Eisfachgespräch“ unterm Dach der Volskbank erfreute sich regen Zulaufs. Alle sieben Ratsfraktionen waren vertreten, Verwaltung, Sportservice, verschiedene Eissport treibende Vereine; natürlich auch die Pächter Silvia und Uwe Kuchnia (unten im Bild), die sichtlich erleichtert und froh ein klares Bekenntnis zur Eishalle und zum Eissport vernahmen.

Eisgipfel (4)

Die Halle am Bergenkamp pachten Kuchnias mit ihrer Ice & Fun-GmbH noch bis zum 31. 1. 2020 von der Stadt Unna bzw. dem städtischen Tochterunternehmen „Wirtschaftsbetriebe Unna“ (WBU). Wie es danach weitergehen könnte, soll die nunmehr gestartete Arbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen zeigen.

Auffällig bei diesem „Eisfachgespräch“ zum Auftakt war, dass sich der 1. Beigeordnete  und Kämmerer Karl-Gustav Mölle (hier in seiner Eigenschaft als WBU-Chef) geradezu leidenschaftlich für die Eishalle ins Zeug legte – einen solchen Einsatz kannte man von früheren Statements in puncto Eishalle eher weniger. Er betreibe hier offenherzig Werbung für die Halle, erklärte der Kämmerer aufgeräumt in sein aufmerksam lauschendes Publikum hinein. Als Träger – Eigentümer – sei ihm das erlaubt.

 

Eisgipfel (1)

Eine „Faktengrundlage“ sollen diese heute begonnenen Gespräche bilden, erklärte Bürgermeister Kolter zur Begrüßung. „Die Bewertung dieser Fakten müssen wir dann gemeinsam erarbeiten. Wie können wir unsere Eissporthalle, können wir den Eissport in Unna erhalten? Dazu müssen wir kreative Lösungen entwickeln, und dazu müssen wir noch Verbündete finden. Wenn wir aber jetzt damit anfangen, haben wir ausreichenden zeitlichen Vorlauf.“


 

Eckpunkte zur  Eissporthalle

Zeitvorgaben: Der Pachtvertrag mit Kuchnias „Ice & Fun“-GmbH läuft noch bis zum 31. 1. 2020. Abgeschrieben ist die Halle bereits etwas über ein Jahr vorher, am 31. 12. 2018.

Vertraglich fixierte Zuschüsse der Stadt Unna von 2015 bis 31. 1. 2020: 1,3 Millionen Euro.  (Kämmerer K.-G. Mölle: „1,3 Mio. ist ein Happen! Der weckt Begehrlichkeiten auch bei anderen…)

Nutzung durch Vereine: Königsborner Eishockeyverein KJEC (231 Mitglieder), KSV Eislaufen (78 Mitglieder), Curling (16 Mitglieder). Für diese Vereine schießt die Stadt 85 000 Euro Nutzungsentgelt zu, die die Pächter kassieren.

Sanierungskosten bis Pachtende: 230 000 Euro. Mölle kommentiert diese Summe: „Jeder zuckt hier im Raum zusammen. Das ist ja schon ´ne kleine Eigentumswohnung!“ ABER, schränkt der Kämmerer  ein – und nimmt selbst eine Relativierung dieser Sanierungskosten vor, was er bisher noch nie getan hat, jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit: „Die Summe ist technisch gerechnet. Der Pächter kann sagen: Kein Problem, ich krieg´ das auch einfacher hin. Ich hol mir Freiwillige ran, und im Übrigen fahr´ ich zum Baumarkt.“

Eishalle Renovierung (2)

Nirgendwo stehe in Stein gemeißelt, dass man vor dem Neufliesen erst die alten Fliesen mühsam abkloppen muss. „Wieso nicht Fliese auf Fliese kleben. Und den Kleber im Baumarkt kaufen. Hält auch!“ Wichtig ist, schärft Mölle seinen Do it Yourself-erprobten Pächtern ein: „Der grüne Stempel von Bauaufsicht und TÜV, dass nix anbrennt. Fakt ist: ES MUSS LAUFEN.“

ABER: „Wir sehen nichts, was in irgend einer Weise betriebsgefährend wäre.“

Langfristige Sanierungskosten ab 2020 ff (Zeitraum gänzlich ungewiss): ca. 1,8 Mio. €.

Eishalle Renovierung (4)

Handlungsalternativen 1-4: 1. Weiterführung ab 2020 wie bisher, 2. Verkauf der Halle unter Option „Eissport“, 3. Übertragung der Halle in Erbbaurecht, 4. Abriss.

Kooperation mit benachbarten Hallen – Bergkamen, Hamm, Dortmund, Soest: Ein Vorschlag der CDU. Wird geprüft. Im November soll es auf Vorschlag Werner Kolters eine Bus-Exkursion zu den benachbarten Eissporthallen geben, „damit wir uns alle noch näher mit der Materie vertraut machen.“

Eishalle

Die einzigartigen Vorzüge der Unnaer Eissporthalle im Vergleich mit anderen aus Sicht von Pächterin Silvia Kuchnia:

– Nicht nur Eissport, sondern sozialer Treffpunkt und Jugendzentrum – Unnas einziges.

–  Sehr gut nachgefragt, täglich bis 23 Uhr ausgelastet, jährlich um die 100 000 Besucher.

– Perfekter Standort: 4 km bis zur Autobahn, direkt gegenüber den Schulen.

– „Schönste Eishalle in NRW mit gemütlichem, großen Gastronomiebetrieb“, 100 Sitzplätze. Die Halle in Dortmund hat ein offenes Dach, dadurch sei es zugig auf der Eisfläche; Bergkamen ist „ein kleines Ding“, Soest „liegt mitten im Wald, wie sollen die Jugendlichen dort hinkommen.“ Bundesligaspieler trainieren auf Unnaer Eis, Jugendmannschaften international. Kuchnia: „Wir bringen Unna auch in die anderen Welten.“

So geht´s jetzt weiter:

Mit zwei Arbeitsgruppen: 1.“Softwarethema“: Sport (mit Stadt, Vereinen, Verbänden, Pächtern), 2. „Hardwarethema“: Eissporthalle (mit WBU, Pächtern, Stadt).

eishalle pächter kuchnia

Kommentare (3)

  • Helmut Brune via Facebook

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    Gute Geschichte!!!

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  • Rundblick Unna via Facebook

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    Ja, Katja Mette, das war heute eine sehr klare und überzeugend wirkende Solidaritätsnote vieler Anwesender beim „Eisfachgespräch“. :-)

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  • Dominik Pomm (Leiter der Eisjunkies Unna)

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    Die Eishalle Unna ist für uns nicht einach eine Art Sportplatz oder Freizeitstätte, es ist unser 2. Zuhause mit einer 2. Familie. Es ist für uns nicht einfach Eislaufen, es ist für uns ein Ort um abzuschalten und unsere Sorgen auch einfach mal zu vergessen. Es wird füreinander gesorgt und auch die Familie Kuchnia hat immer ein offenes ohr und einen guten Rat für uns. Wir werden alles für den erhalt tuen.

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