Rundblick-Unna » Eiskalte Dusche für Eishallenpächter: Über 2 Mio. € für Sanierungen drohen

Eiskalte Dusche für Eishallenpächter: Über 2 Mio. € für Sanierungen drohen

„Das wäre unser Aus!“ Eiskalte Dusche für Unnas Eishallen-Pächterpaar Silvia und Uwe Kuchnia. Die Ergebnisse der Bausubstanz-Untersuchung der Halle kamen gestern Abend in der Ratssitzung noch kurzfristig auf den Tisch – mit für die Pächter schockierenden Zahlen.

Kurz- und mittelfristige bauliche Investionen, um die Halle während der nächsten fünf Jahre zu betreiben: 223 000 Euro. Und dann, ab 2020 – wenn, wie Kuchnias erhoffen, der neue Pachtvertrag beginnt: 1,8 Millionen Euro.

Für: neues Dach, Kältetechnik, Fensterfronten, Lüftungs- und Elektrotechnik, Sanitär, Gebäudetechnik, Heizung, Außenanlagen plus Nebenkosten. Kurz und gut: Die Eissporthalle, so erweckt das Untersuchungsergebnis den Eindruck, ist ein Sanierungsfall – vom Keller bis zum Dach, buchstäblich.

Entsprechend fassungslos, ja: regelrecht entgeistert zeigte sich Silvia Kuchnia in einer ersten Stellungnahme am Nachmittag. „Mir ist rätselhaft, wie ein solches Untersuchungsergebnis zustande kommt? Soll die Halle luxussaniert werden?“ Der zeitliche Rahmen, wann diese 1,8 Mio. teuren Investitionen fällig werden, ist mit „ab 2020″ natürlich vage gehalten. Doch erhoffen sich Kuchnias mit ihrer Ice and Fun-GmbH bekanntlich genau ab 2020 einen neuen Vertrag – der nun zumindest auf dem Papier mit einer Millionen teuren Hypothek belastet wäre.

Schon die im Gutachten aufgelisteten 223 000 Euro für die nächsten fünf Jahre sind ein Kostenklotz am Bein. Offenbar hatte Bürgermeister Werner Kolter nach der beeindruckenden Pro-Eishallenerhalt-Demo im Hauptausschuss am 12. September aus sehr guten Gründen verfrühte Euphorie ausgebremst: Energisch widersprach er CDU-Fraktionschef Gerd Heckmann, als dieser frohgemut feststellte, dass „die Eishalle ja offenbar zunächst bis 2020 gerettet ist“. Er sehe das noch nicht, hielt Kolter Heckmann sehr deutlich entgegen. (Wir berichteten auf Rundblick.)

Noch deutlicher wurde Kämmerer Karl-Gustav Mölle, der als Kassenwart einer Stadt in der Haushaltssperre – und ab 2015 im Haushaltssicherungskonzept – besonders rigide den Daumen draufhalten muss.

„Ich möchte die Gelegenheit nutzn, vor so großer Öffentlichkeit klar machen, wie viel uns der Eissport kostet“, hatte er bei der Protestdemo-Sitzung unterstrichen. „Glauben Sie mir: Uns als Stadt ist der hohe Freizeitwert der Halle gerade für Kinder und Jugendliche sehr bewusst.“ Aber, insistierte der Kämmerer eindringlich, „lassenSie uns einmal weiterdenken: Was ist denn dann, wenn tatsächlich Millionen auf uns zukommen?“ Angesichts der jetzt prognostizierten 1,8 Mio. Euro wirkt diese Frage rückblickend fast prophetisch.

„Was machen wir dann?“, fragte Mölle in der Sitzung vor den Demoteilnehmern, „verkaufen wir die Halle an einen privaten Investor, mit der Auflage, sie weiter zu betreiben?“ Und auch ein Abriss, betonte Unnas Kassenchef klar und deutlich, gehöre dann – im worst case – als Überlegung dazu.

Eishalle Pächter Kuchnia

Pachtvertrag zunächst bis 2020: Silvia und Uwe Kuchnia an ihrer Theke in der Eissporthalle.

Wann und ob der „worst case“ für die Pächterfamilie und/oder für den Unnaer Eisport eintrifft, wird sich indessen nicht durch eine Tischvorlage mit aufgelisteten Investionskosten entscheiden. Das entscheiden die Ratsfraktionen. Die größte – die SPD – hat sich just heute Morgen für drei Tage in ihre Haushaltsklausur verabschiedet. Darin wird es – muss es – natürlich jetzt auch um die Zukunft der Eissporthalle gehen. Mit allem, was dranhängt.

 

Kommentare (1)

  • M.Feske

    |

    Tolle Wurst da werden Unsummen aus dem Fenster geworden aber für so etwas ist keine Kohle da. Da gibt es doch so viele Menschen die Arbeitslos sind und ausserdem Hsndwerker, die könnte man doch mal für so etwas einsetzen. Da würde es hauptsächlich das Material kosten und ausserdem wären diese Menschen mal sinnvoll beschäftigt.

    Antworten

Kommentieren