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Einzelhandel ächzt unterm Internet

IMG_4796Eine attraktive Einkaufsstadt garantiert keine vollen Einkaufstüten (mehr) – nicht mehr in Zeiten des Onlinehandels.

Unnas Innenstadt macht durchaus etwas her, dennoch ist der Umsatz der Einzelhändler binnen eines Jahres um fünf Prozent gesunken; 20 Millionen Euro weniger. Dieser Verlust schmerzt, stellten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Stadtverwaltung als Bilanz des diesjährigen Wirtschaftsgespräch der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund fest.

Dabei ist Unna mit den fünf Prozent minus noch gut bedient: Bundesweit klagt ein Drittel der Einzelhändler über „starke“ Rückgänge im zweistelligen Bereich. Ein wirkliches Rezept findet man bisher auch in Unna nicht. Im Internet einzukaufen funktioniert bequem vom Sofa oder vom Schreibtisch aus, die Ware lässt man sich komfortabel bis an die Haustür liefern. Der Handelsverband HDE gab erst heute eine düstere Prognose bekannt: Bis 2020 – sprich in weniger als sechs Jahren – werden deutschlandweit 50 000 Läden von der Bildfläche verschwunden sein. Jedes zehnte Geschäft steht damit schon mit einem Bein im Grab. Wieso sollte Unna sich davon ausnehmen? Hier hat es die besonders anfälligen Branchen wie den Buchhandel bekanntlich auch schon mehrfach erwischt, die, die übrig bleiben, schließen sich zusammen und bauen sich tunlichst zusätzlich eine Online-Plattform auf. Genau die werden denn auch am Ende überleben, prophezeit der Handelsverband: Von den „Multi-Channel-Händlern“ – die ihre Waren sowohl im Geschäft als auch im Netz verkaufen – vermelden stattliche Dreiviertel nicht nur gleichbleibende Umsätze, sondern steigende.

 

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