Rundblick-Unna » Einbrecher unterwegs! Leute, schließt Eure Fenster!

Einbrecher unterwegs! Leute, schließt Eure Fenster!

Kreis Unna. Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt und steigt. Allein in Bergkamen ist die Zahl im vergangenen Jahr um fast 44 Prozent gestiegen. In Unna war es ein Plus von rund 31 Prozent. In Kamen beträgt der Zuwachs immerhin noch über 20 Prozent.  Und die Einbrecher werden immer frecher. Sie klauen den Schmuck aus dem Schlafzimmer, während die Familie nebenan vor dem Fernseher sitzt. Und sie klettern fröhlich über den Balkon in die 2 Etage, wo die Fenster gekippt sind.  

Leitender Polizeidirektor Hans-Dieter Volkmann, Kriminaldirektor Peter Andres und Landrat Michael Makiolla als oberster Polizeichef (v.l.) stellten am 10. März die Kriminalitätsstatistik vor. Foto: Claudia Behlau

Leitender Polizeidirektor Hans-Dieter Volkmann, Kriminaldirektor Peter Andres und Landrat Michael Makiolla als oberster Polizeichef (v.l.) stellten am 10. März die Kriminalitätsstatistik vor. Foto: Claudia Behlau

„Ein gekipptes Fenster ist für die Einbrecher eine Einladung“, sagt Kriminaldirektor Peter Andres, Direktionsleiter Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde Unna.

Zusammen mit Unnas Polizeichef, Landrat Michael Makiolla, und dem Leitenden Polizeidirektor Hans-Dieter Volkmann stellte er am Montag für den Kreis Unna (ohne Lünen) die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2013 vor. Und diese Statistik könnte so ja so schön sein, wenn es da nicht die Wohnungseinbrüche gebe. Denn die Kriminalität insgesamt ist gesunken. Doch die Zahlen der Wohnungseinbrüche bleiben erschreckend.  „Sie machen uns ganz ganz große Sorgen“, sagt Landrat Makiolla.

Die Polizei hat alles versucht, um den Einbrechern Herr zu werden. Sie hat die Bereitschaftsdienste (11.000 Stunden Präsenz!) und das ermittelnde Personal verstärkt. Sie war mit mehr Streifenwagen vor Ort. Es gab mehr Straßenkontrollen. Es gibt sogar für jede Stadt ein eigenes – ortsteilbezogenes – Konzept. Ohne Erfolg.

Nun gibt es neue Konzepte und neue Datenbanken. Die Wohnungsgesellschaften werden gebeten, ihre Sicherungssysteme zu verbessern. „Wir tanzen auf jeder Kirmes, die Besserung verspricht“, sagt Kriminaldirektor Andres. Dazu gehört unter anderem eine deutliche Verstärkung der Zivilstreifen. Zudem wird die Bevölkerung um Mithilfe gebeten.

Die Polizei bittet um Mithilfe:

Bitte rufen Sie die 110, wenn Ihnen in der Nachbarschaft etwas komisch vorkommt. Das kann der fremde Mann am Gartenzaun sein oder das langsam fahrende Fahrzeug, dessen Insassen sich in der Straße umsehen.

Sprechen Sie die Fremden nicht an. Rufen Sie sofort 110. Beobachten Sie in der Zeit einfach weiter, was passiert.

Wer sind die Täter?

Zitat der Polizei:
„80 Prozent der Wohnungseinbrüche werden durch überörtliche, mobile Täter begangen, die überwiegend einen Migrationshintergrund haben.“ Bei Autokontrollen wird von der Polizei tatsächlich schwerpunktmäßig nach Insassen mit fremdländischen Aussehen geachtet.

Die Täter arbeiten landesweit und professionell. Wegen der guten Autobahnanbindung des Kreises Unna ist dieser – davon ist die Polizei überzeugt – stärker betroffen als andere Regionen in NRW.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Mietwohnungen und in Häuser hält sich etwa die Waage. Hier gibt es offenbar keine Vorlieben der Täter.

Was können die Bürger tun?

Die Wohnung niemals verlassen, wenn noch Fenster gekippt sind. Leitender Polizeidirektor Hans-Dieter Volkmann: „Wir reden von wenigen Sekunden, in denen ein gekipptes Fenster geöffnet ist.“

Noch häufiger jedoch kommen die Einbrecher von hinten – durch den Garten, durch die Terrassentür oder ein Fenster, das zum Garten zeigt. Hier hilft nur eine gute Schließtechnik. Eine Investition, die sich lohnt. Etwa an jedem dritten Fenster scheitern die Täter!

 

 

 

Kommentieren