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Ein Café der Begegnung – für alle, die Gemeinsamkeit (er-)leben möchten

Ein Lächeln sehen, ein „Willkommen“ hören und spüren, dass es auch so gemeint ist. Schon in der Tür diesen verflixt unwiderstehlichen Duft frischer Waffeln riechen und sich gleich so eine krosse Leckerei genüsslich am Cafétisch einverleiben. Für wenig Geld, aber zusammen mit anderen. Zusammen sprechen, zusammen Zeitung lesen, zusammen Musik machen oder singen, Gesellschaftsspiele spielen, sich gegenseitig kennenlernen und zusammenwachsen. Dies möchte Fröndenbergs junger Patenschaftskreis mit seinem „Café der Begegnung“ erreichen, das am heutigen Samstag im Allee-Café an der Winschotener Straße 2 unter großem Besucherinteresse eröffnet wurde.

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Mit Optimismus und Tatendrang gehen die ehrenamtlichen Flüchtlingspaten an den Start. „Ein Stück Heimat“ soll dieser neue Treffpunkt bieten, beschreibt Karin Eckei den recht schlicht gehaltenen Anspruch ihres interkulturellen Cafés, das in den Räumen des städtischen Allee-Cafés fortan jeden Samstagvormittag – Begegnungen ermöglicht. Ja. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das Angebot anzunehmen bleibt jedem überlassen, erklären die Flüchtlingshelferinnen. „Ein interkultureller Treffpunkt steht und fällt mit der Aufgeschlossenheit und Anteilnahme durch die Einheimischen“, wissen Karin Eckei und Karin Wahl. Letztere wird das Café mit kleinem Team leiten und macht sich nichts vor: „Wenn sich hier nur die Flüchtlingen treffen und dann unter sich bleiben, ist damit nichts gewonnen. Was wir erreichen möchten: dass Fremde und Einheimische hier durch regelmäßige Begegnungen behutsam zusammenwachsen.“

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Waffeln gibt´s immer im Café der Begegnung. Die übrigen Leckereien waren als Extradreingabe zur Feier der Eröffnung vorbereitet worden – auch die Flüchtlinge hatten Gebäck aus ihren Heimatländern mitgebracht.

Dazu wird es einfach Waffeln geben, frisch gebacken und mit Puderzucker bestreut, Tee und Kaffee und Wasser. Das genügt, finden die Patinnen. „Pro Waffel nehmen wir 50 Cent und stellen eine Spendenbox daneben: Wer mehr geben will und kann, gibt mehr. Die Flüchtlinge können aber nicht mehr geben“, weiß Karin Eckei. Sie formuliert präzise ihren Anspruch: „Hier soll möglichst ausschließlich Deutsch gesprochen werden. Wir möchten, dass die Flüchtlinge unsere Sprache lernen und so oft wie möglich üben. Deshalb möchten wir auch mit ihnen zusammen Bücher und Zeitungen lesen.“

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Spaß beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht haben Sehero (13), Yousef (11) , Sherwan (10) und Yaha (6 Jahre). Die fröhlichen Jungs kommen aus Syrien und dem Irak.

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Die kleine Gift – „Gift“ ist das englische Wort für „Geschenk“ – flüchtete mit ihrer Mutter aus Nigeria nach Deutschland.

Etwa 120 Flüchtlinge leben derzeit in Fröndenberg, Frauen, Männer und Kinder aus Syrien, Afghanistan, Albanien und Nigeria, aus Ägypten, dem Iran und dem Irak. „Einige haben noch keinen Asylstatus, bei anderen ist der Asylantrag anerkannt“, berichtet Flüchtlingspatin Helga Luther. „Anerkannte Asylanten werden Kunden des Jobcenters und können wie jeder Arbeitsuchende Arbeit aufnehmen. Für die Stadt sind sie ,weg´. Für uns bleiben sie aber hier.“ Deswegen – so wichtig, betont sie: Integration der neuen Bürger ins ganz normale Fröndenberger Leben.

Ob es gelingt, steht und fällt mit der Bereitschaft beider Seiten: Fremder und Fröndenberger, Gästen und Gastgebern. Olaf Lauschner (CDU), der ebenso wie Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe (SPD) an der Eröffnung teilnahm, blickte sich im voll besetzten Café um – Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen, unterschiedlichste Schicksalen im Gepäck: „Wenn man sich diese Schicksale einmal in Ruhe anhört, wird einem wieder bewusst, wie gut es uns hier in Fröndenberg geht.“

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Ein stiller Cafébesucher ins Gitarrespiel versunken.

Das „Interkulturelle Café der Begegnung“ öffnet an der Winschotener Str. 10 jeden Samstag von 10 bis 12.30 Uhr für Begegnungen, Gespräche, Kontakte. Ausdrücklich sind Einheimische genauso wie Flüchtlinge willkommen.
Der Patenschaftskreis sucht weitere ehrenamtliche Flüchtlingspaten. Kontakt: Karin Eckei, Tel. 02378 / 5124, E-Mail: Die6eckeis@gmx.de


 

 

 

 

Kommentare (2)

  • Helmut Brune

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    Wäre doch toll, wenn sich das durchsetzen würde. Einfach alle Zusammen sein und voneinander lernen.

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  • Jama To via Facebook

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    Es scheitert am meisten weil die Gelder falsch verteilt werden!

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