Rundblick-Unna » Ehefrau auf der Straße erstochen: Elfeinhalb Jahre Haft wegen Totschlags – Kein „Mord“

Ehefrau auf der Straße erstochen: Elfeinhalb Jahre Haft wegen Totschlags – Kein „Mord“

Es war eine grauenhafte Beziehungstat auf offener Straße. Ein 34 jähriger Iraner stach am Abend des 12. November 2016 seine 26 jährige Ehefrau auf offener Straße in Dortmund-Bövinghausen nieder – weil sie sich von ihm trennen wollte.

Die junge Frau starb kurz danach im Krankenhaus. Die beiden Kleinkinder des Paares – der Sohn (5) und die Tochter (2) standen daneben und bekamen die grauenhafte Tat mit. 

Am heutigen Donnerstag fällt das Dortmunder Landgericht das Urteil. Elfeinhalb Jahre muss der 34 Jährige hinter Gitter. Die Richter erkannten auf Totschlag, nicht auf Mord.

Rückblick.  Ende Februar 2017, ein Vierteljahr nach der furchtbaren Bluttat, erhob die Staatsanwaltschaft Dortmund Anklage gegen den Ehemann. Er habe seiner jungen Frau, die sich von ihm getrennt hatte, an jenem Novemberabend die tödlichen Messerstiche zugefügt haben.  Das Motiv war offenbar brennende Eifersucht.

Das Drama passierte am frühen Abend des 12. 11. auf der Provinzialstraße. Das Ehepaar stritt zuerst heftig – dann zog der 34 jährige Ehemann ein Messer. Eine furchtbare Attacke folgte.

Der blindwütig zustechende Mann verletzte die 26-Jährige durch mehrere Stiche lebensgefährlich. Noch während der Notoperation im Krankenhaus  verstarb die junge Mutter, buchstäblich unter den Händen der Chirurgen. Der Ehemann konnte einige Stunden nach der Tat widerstandslos festgenommen werden.

Die Ehefrau hatte sich einige Tage zuvor von ihrem Mann getrennt und ihm am Abend der furchtbaren Bluttat bei einer Aussprache erklärt, dass sie  nicht mehr mit ihm zusammenleben wollte.

Der Angeklagte gab die Bluttat im Prozess zu. Doch hatten ohnehin mehrere Zeugen das Entsetzliche mit angesehen. „Sie alle sahen, wie der 34-Jährige urplötzlich ein Messer zückte und immer wieder auf den Körper seiner Frau einstach. Erst als die Klinge abgebrochen war, ließ er von seinem Opfer ab“, schildert der Gerichtsreporter der Ruhr Nachrichten Dortmund.

Die Anklage hatte zunächst auf vollendeten Mord aus niederen Beweggründen gelautet, was Lebenslang bedeutet hätte. Doch die Richter sahen das Mordmerkmal (in einer knappen Entscheidung, wie betont wurde) nicht als erfüllt an. Um den Angeklagten wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu verurteilen, hätten die Richter feststellen müssen, dass das Motiv des Ehemannes auf „sittlich unterster Stufe“ stehe. Das war aus Sicht der Richter – knapp – nicht gegeben.

Kommentare (3)

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    Alex Mentler Total verrückt, denn das Messer ist ja nicht vom Himmel gefallen oder lag da so plötzlich rum. Also in meinen Augen ein klarer Fall von Mord, aber so sind halt leider unsere liberalen Gesetze. Sehr traurig für die Kinder, die mit dieser schrecklichen Tat leben müssen.

    Rundblick Unna Ja, Alex Mentler, die Zeugen sahen, wie der Mann das Messer zog… es lag nicht einfach irgendwo herum. Was die armen Kinder durchmachten mussten und möglicherweise langfristig müssen, darf man sich nicht ausmalen.

    Klaus Schielmann aha totschlags, und der richter lebt noch ?

    Rundblick Unna Tja. Die Entscheidung gegen „Mord“ sei knapp ausgefallen. :-/

    Susanne Zuckett Wäre die Klinge nicht gebrochen, wäre sie wahrscheinlich noch an Ort und Stelle leidvoll verreckt! Das soll kein Mord sein? Verstehe jemand unsere Justiz 😢 Kinder die sowas miterleben mussten… Ich darf nicht drüber nachdenken

    Andree Napp „Sittlich nicht unterste Stufe“?
    Ja….was ist denn bei Denen unterste Stufe? Kann der Rundblick da mal nen Präzedenzfall erfragen?
    Moralisch für mich auf JEDEN Fall unterste Schublade.

    Rundblick Unna Einen Präzedenzfall kann ich dir sofort nennen, Andree Napp – sogar einen ganz lokalen: Dazu angemerkt sei, dass der Täter wegen schwerer psychischer Krankheit am Ende in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen wurde. Aber „Mord“ war gegeben: http://rundblick-unna.de/eigene-mutter-umgebracht…/
    Rundblick-Unna » Unnaer (28) gesteht den Mord an der eigenen…
    rundblick-unna.de

    Rundblick Unna Und dies war ein ähnlicher Fall: http://rundblick-unna.de/in-wohnung-in-luenen-2…/
    Rundblick-Unna » In Wohnung in Lünen 2 Kleinkinder getötet –…
    rundblick-unna.de

    Re Gina So jemand , der gehört für immer weg gesperrt 😡 Die armen Kinder; was für ein Trauma 😢

    Andree Komp Ich verstehe unsere Rechtsprechung manchmal nicht mehr! Was muss denn noch alles passieren, unfassbar!

    Hans-Georg Rump Tja, in diesem Kulturkreis sollte man auch keine Widerworte geben, besonders nicht als Frau 😡

    Tanja Nolte Die armen Kinder… 😔

    Jutta Brodowski Die Richter sehen eh nix mehr. Mich macht die Erklärung sprachlos und wütend..

    Thorsten Finck
    Krank. ..weg damit. …😠😠

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    Pierre Jung Es wurde auch in dem Fall des Tschetschenen, der auf seine Frau 18 mal einstach, Sie aus dem Fenster warf und dann runter ging um ihr die Kehle durchzuschneiden auf Totschlag geurteilt.
    Weil es in seiner islamischen Tradition, bei einem Ehebruch, üblicherweise so vorgegangen wird und er noch kein deutsch konnte und es somit nicht besser wusste.
    Das nennt man kultursensibele Gerichtsurteile, dagegen habe ich einen Programmantrag in das AfD Programm gebracht, der auch noch die Kinderehen(Scharia im Zivilrecht) verbieten soll.
    Das war Ende 2015 Anfang 2016, das mit den Kinderehen wurde mittlerweile von der CDU übernommen, die kultursensibelen Gerichtsurteile sind aber weiterhin eher mit Nachsicht auf die Scharia und deshalb bekommen solche Personen immer wieder nur Verurteilungen wegen Totschlags anstatt Mord.
    Ich möchte das Ändern.

    Tom Jonas Vielleicht ist ja hier ein Jurist unter den Lesern, der den Sachverhalt beleuchten kann, warum hier formaljuristisch unterschieden wird. Weder an der Tragödie noch in der Prävention wird es einen Unterschied machen.

    Rundblick Unna Danke Tom Jonas, formaljuristische Erklärungen werden uns hier vermutlich aber nicht viel weiterhelfen: Die Richter ließen in ihrer Urteilsbegründung erkennen, dass es ein sehr knapp ausgefallener Abwägungsprozess war, wobei die blindwütige Eifersucht des Angeklagten offenbar gegen kaltblütig geplanten Mord sprach. Juristisch setzt „Mord“ Planung und Berechnung voraus, bei „Totschlag“ wird hingegen der Tod des Opfers „in Kauf genommen“. Richter lassen in solche Entscheidungen mannigfache inviduelle Einzelumstände einfließen. Die komplette schrifliche Urteilsbegründung wäre hier interesssant. Wir versuchen sie zu bekommen, wenn sie vorliegt.

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    Susanne Zuckett Wäre die Klinge nicht gebrochen, wäre sie wahrscheinlich noch an Ort und Stelle leidvoll verreckt! Das soll kein Mord sein? Verstehe jemand unsere Justiz 😢 Kinder die sowas miterleben mussten… Ich darf nicht drüber nachdenken

    Heiko Blitz räusper….. Totschlag oder Mord…… könnte man drüber streiten, besonders wenn keiner die Verhandlung verfolgt hat und Einzelheiten kennt….. aber gem. § 212 StGB (2) hat das Gericht auch bei Totschlag in besonders schweren Fällen auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen…. da fragt man sich, was das Gericht unter einem bes. schw. Fall versteht, wenn nicht eine solch unmenschliche Attacke in Anwesenheit der beiden – jetzt verstörten – Kinder mit einem mitgeführten Messer (wozu führt man ein Messer mit, wenn nicht, um es einzusetzen??) ….. die Gerichte schöpfen den ihr möglichen Rahmen grundsätzlich nicht aus…. trauen die sich nie? Dieses weiche Rumgeeiere in Deutschland ist echt kaum noch ertragbar….. man darf auch nie vergessen, dass die Haftstrafen ohnehin kaum komplett abgesessen werden…. 2/3 und tschüss…..

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