Rundblick-Unna » Durchbruch für Schmerzpatienten: Cannabis auf Rezept – die Kasse zahlt

Durchbruch für Schmerzpatienten: Cannabis auf Rezept – die Kasse zahlt

Dieser Fall sorgte für große Anteilnahme: Ein schwerkranker Schmerzpatient aus Bergkamen baute in seiner Wohnung Cannabis an, weil seine furchtbaren Schmerzen einfach nichts linderte außer Cannabis. Ein Nachbar zeigte ihn an.

Vor dem Amtsgericht Unna wurde der Endvierziger in einem Aufsehen erregenden Urteil freigesprochen – inklusive der Erlaubnis, weiterhin Cannabis zur Schmerzlinderung selbst zu ziehen. Dieses Urteil wiederum kassierte das Dortmunder Landgericht im Berufungsverfahren ein.

Der Bergkamener blieb zwar straffrei, doch seine Utensilien zum Cannabisanbau musste er abliefern und durfte auch nicht weiter Anbau betreiben. Das Geld, um sich medizinisches Cannabis in der Apotheke zu kaufen, hatte der Hartz IV-Empfänger nicht.

Jetzt ist auf Gesetzesebene ein entscheidender Durchbruch für solche Patienten geschafft: Schwerkranke, die unter Schmerzen leiden, können künftig Cannabis-Arzneimittel auf Rezept erhalten und bekommen sie von der Krankenkasse bezahlt. Das Gesetz tritt im März in Kraft, sobald es im Gesetzblatt veröffentlicht ist. Bedingung:Bevor ein Patient Cannabis-Arzneimittel auf Rezept bekommt, müssen nach Angaben der Bundesregierung andere therapeutische Möglichkeiten ausgeschöpft sein. Oder der behandelnde Arzt entscheide im Einzelfall, es schon vorher mit Cannabis zu versuchen. Zudem dürfen Cannabis-Arzneimittel nur verordnet werden, wenn die Einnahme die Symptome oder den Krankheitsverlaufs voraussichtlich verbessert.

Cannabis wird u. a. bei chronischen Schmerzen, gegen Übelkeit und zur Appetitsteigerung bei Krebs- und Aidspatienten, bei Rheuma und Multipler Sklerose eingesetzt.

(Archivfoto: Polizei)

 

Kommentare (8)

Kommentieren