Rundblick-Unna » Die evangelische Jugendarbeit ist gesichert

Die evangelische Jugendarbeit ist gesichert

n der gemütlichen Leder-Sitzgruppe des Jugendraums in Frömern (v.l.) Pressesprecher Dietrich Schneider,  Jugendreferatsleiter Detlef Maidorn, Superindendentin Annette Muhr-Nelson sowie die Jugendreferenten Sebastian Richter (Frömern) und Freya Walke (Unna-Massen). Foto: Silvia Rinke

n der gemütlichen Leder-Sitzgruppe des Jugendraums in Frömern (v.l.) Pressesprecher Dietrich Schneider, Jugendreferatsleiter Detlef Maidorn, Superindendentin Annette Muhr-Nelson sowie die Jugendreferenten Sebastian Richter (Frömern) und Freya Walke (Unna-Massen). Foto: Silvia Rinke

Die Kinder- und Jugendarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Unna bleibt mit 15 Hauptamtlichenstellen für die kommenden drei bis vier Jahre personell abgesichert. Allerdings kündigte Superindendentin Annette Muhr-Nelson gestern im Rahmen der diesjährigen Schwerpunktvisitationen eine stärkere Zentralisierung der Angebote an. „Gehen wir als Kirchenkreis stärker in die Verantwortung für Gemeinden, die sich finanziell bedingt zurückziehen?“, stellte Muhr-Nelson die Frage, der sich die Evangelische Kirche in den kommenden Jahren verstärkt müsse.

Genug Kirchensteuer

Im Moment „herrscht Ruhe an der Finanzfront, wir haben ein sehr gutes Kirchensteueraufkommen“, skizzierte die Kirchenkreis-Chefin den beruhigenden Status Quo. Doch, „die Gemeinden werden kleiner. E steht daher die Überlegung an, wie wir Angebote künftig zentralisieren können.“
Die Kinder- und Jugendarbeit steht im Focus der diesjährigen Schwerpunktvisitationen, die am Sonntag in Fröndenberg starteten. Bis zum 23. Februar verschaffen sich die Visitierenden – Presbyter oder Ehreamtliche aus jeweils anderen Gemeinden – persönliche Eindrücke über die Arbeitsweisen und Angebote vor Ort. Bei beidem – Arbeitsweisen wie Angeboten – gibt es von Gemeinde zu Gemeinde riesige Unterschiede, wissen Diakon Dietrich Schneider (Öffentlichkeitsarbeit) und der Leiter des Jugendreferats im Kirchenkreis, Detlef Maidorn.

In Frömern hat die Jugend Bock

In Fröndenberg-Frömern etwa, beschaulich zwischen Fröndenberg und Kessebüren gelegen, „haben die Jugendlichen Bock! Sie wollen machen“, unterstreicht Jugendreferent Sebastian Richter. „Die haben hier Spaß daran, wenn sie Angebote und Projekte mit entwickeln dürfen.“ Die Klagen, mit Jugendlichen heute sei nichts los und sie seien zu nichts zu motivieren, kann Richter eben so wenig nachvollziehen wie seine Kollegin Freya Walke aus Unna-Massen. „Bei uns ist es so, dass die Ehrenamtlichen den Laden schmeißen“, betont der Frömerner Jugendreferent und spricht dabei von immerhin 55 bis 60 engagierten Jugendlichen in einem kleinen Ort wie Frömern.

Andere Sozialstruktur, andere Erwartung an Jugendarbeit

Ganz anders hingegen die Sozialstruktur in Unna-Königsborn oder am Nordberg in Bergkamen. „Hier liegen die Erwartungen der Jugendlichen entsprechend völlig anders“, erklärt Detlef Maidorn. „Sie sind zufrieden, wenn sie mal einen Becher Tee trinken können, chillen, quatschen. Der Wunsch, selbst aktiv beim Planen und Organisieren mitzumachen, ist eher geringer ausgeprägt. Man erreicht in solchen Gemeinden auch nicht 60 Jugendliche auf einmal, der Anspruch ist anders und deshalb auch die Arbeit der Jugendreferenten schwerpunktmäßig anders gewichtet.“

Gerade hier liege die Herausforderung für den Kirchenkreis, „der Spagat“, wie Dietrich Schneider es ausdrückt: gemeinsame Angebote für derart unterschiedliche Gemeinden zu entwickeln. Im Einzelnen gelinge die Zusammenarbeit bereits sehr gut, macht Freya Walke Mut: „In Unna arbeiten die fünf Jugendreferenten zum Beispiel sehr eng bei der Jugendgruppenleiter-Ausbildung zusammen.“

Und die „Pray´n Party“ zu Weihnachten im kx habe bereits zum dritten Mal mit tollem Zuspruch stattgefinden, erinnert Annette Muhr-Nelson – „auch von Fröndenberger Jugendlichen.“ Zwei Mal gab es außerdem einen regionalen „Konfi-Tag“ mit sehr gutem Zuspruch. „Wir müssen uns anschauen, wo genau die Schwerpunkte und Erwartungen der einzelnen Gemeinden liegen, und daraus unsere Schlussfolgerungen ziehen“, skizziert die Superindendentin das Ziel der zweiwöchigen „Gemeinde-Tournee“ mit Focus auf der Jugendarbeit. „Durch den Visitationsschwerpunkt wollen wir deutlich machen: Ihr seid uns wichtig. Die Kinder- und Jugendarbeit ist uns wichtig!“

Kommentieren