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Deutschrocker aus Dreihausen rocken die Nachbarstadt

Wenn das Meer in Fröndenberg wär… dann wär´n Alex, Jan und Toto „…Politikäär, und die Welt wär´ unheimlich fair.“ Deutschrock aus Dreihausen mischt den Marktplatz der Nachbarstadt auf – Zeilensprung rockte Fröndenbergs Musiknacht.

… dann wär´ die Welt unheimlich fair. „Denkt mal drüber nach“, beschließt Alex diesen durchaus gesellschaftskritischen Song und ruft bestens gelaunt von der Bühne herunter: „Hey, seid ihr gut drauf?! Super! Wir sind alle gleich noch ein bisschen besser drauf, wenn ihr ein bisschen näher zu uns nach vorne kommt!“ Denn die Fläche direkt vor der Bühne gähnt vor Leere, und da kommt man sich dort oben zu dritt doch ein wenig verloren vor.

Sie machten ihre Sache gut, die Jungs von „Zeilensprung“ aus Unna-Dreihausen, die in Sandwich-Position zwischen Basic Error – punkige Vizesieger der der Ruhr Tour Live – und den erfahrenen Cover-Blues-Oldies-Rockern von „Pegasus“ am Samstag den Marktplatz rockten. Zwar durfte auch diese achte Fröndenberger Musiknacht die Besucher deutlich nicht bis in die Nacht beschallen, da sonst immer ziemlich schnell deftiger Anwohnerärger droht. Ersatzweise fängt man in der Ruhrstadt eben schon früh an, um 18 Uhr an, ins Samstagabendgeläut der Kirchenglocken hinein. Alles rustikal mit Bratwurst und Bier auf Holzbänken.

Anders als die Kulturstadt Unna hat Fröndenberg nur einen bescheidenen Jahresetat für kulturelle Veranstaltungen, nämlich nicht einmal 40 000 Euro. Das ist übersichtlich und lässt keine großen Sprünge und kostspielige Verpflichtungen zu. Das kleine, lebhafte Rockmusikfestival koppelt die Stadt daher stets ans Sommer-Sonntags-Konzert der Chöre am folgenden Nachmittag – denn wenn die große Bühne mitsamt Technik schon einmal aufgebaut ist, lässt man sie sinnvollerweise gleich das ganze Wochenende über stehen und nutzt sie für mehrere Veranstaltungen hintereinander. „Bei der Musiknacht müssen wir außerdem immer günstige Gagen aushandeln, sonst wird es schon eng“, erklärt Mechthild Wittmann als Vertreterin der Stadt. Immerhin bietet dieses strikte Spargebot auch stets weniger bekannten jungen Bands die Möglichkeit, ihr Können auf größerer Bühne zu zeigen. Stimmung also bestens nach Basic Error-Punk und Dreihausener Gute-Laune-Deutschrock. Das Zugpferd dieser Musiknacht war diesmal buchstäblich ein Pferd – das geflügelte aus der griechischen Mythologie, Pegasus.

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