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"Der Rathausplatz braucht eine dicke Initiative"

Michael Hoffmann, Valerio Panareo  und Bärbel Risadelli sind sich einig: Auf dem Marktplatz muss was gemacht werden.

Michael Hoffmann, Valerio Panareo und Bärbel Risadelli sind sich einig: Auf dem Marktplatz muss was gemacht werden.

michael hoffmann valerio panaero bärbel risadelli„Che bella sorpresa! Grazie!“ Der Dank für diese unerwartete Überraschung geht nicht nur vom italienischen Rathauswirt Panareo an die Stadt, sondern spricht Anliegern und Passanten mit Sicherheit aus der Seele: Nach tatsächlich zehn (!) Monaten (sprich fast einem Jahr) reckt sich die ehedem windschiefe Laterne vor dem Rathaus wieder hübsch kerzengrade und leuchtet auch wieder.

Symptomatisch für eine neue, lichtere Ära zwischen Rathaus, Bahnhof und Bahnhofstraße generell? Bärbel Risadelli, neue SPD-Fraktionsgeschäftsführerin, und Vorsitzender Michael Hoffmann stimmen der Kritik jedenfalls zu: Hier, Vorsitzender der größten Unnaer Ratsfraktion -der  SPD -, hat sich jedenfalls etwas vorgenommen.

 Herr Hoffmann, Alimentari-Wirt Valerio Panareo hat im Dezember gegenüber dem Unna-Kamen-Magazin und Rundblick-Unna.de klare Worte zum Zustand des Rathausplatzes gefunden. Wir sitzen jetzt bei Alimentari. Ihre Gedanken, wenn Sie so aus dem Fenster auf den Platz blicken?

Michael Hoffmann: (schaut aus dem Fenster, schüttelt den Kopf) Valerio Panareo läuft bei mir offene Türen ein. Dieser Platz braucht eine dicke Initiative.

Für diesen Platz gab es ja schon öfter mal dickere oder schlankere Initiativen.

Michael Hoffmann: … immer wieder, ja, in der Tat: Ob es das Sahnehäubchen vor der Sparkasse war… dort war mal ein Glashaus geplant, für ein Café; ob es um das Buswartehäuschen ging, das von der Bahnhofstraße zum Nordring verlegt werden sollte. Wir reden hier von einer der drei meist frequentierten Haltestellen Unnas, neben Lindenbrauerei und Hellweg-Center.

 Was ist aus diesen Plänen geworden?

Michael Hoffmann: Sie sind versandet. Warum, fragt man sich. Sie wurden nie umgesetzt. Im Gegensatz zur Überplanung des Bahnhofbereichs. Der neu gestaltete Busbahnhof, das ARGE-Center: Alles toll gemacht! Nur findet man dann hier oben eine Eingangssituation mit ungepflegtem Grün, zwei unterschiedlichen Treppen… wenig einladend. Nicht, dass Ingrid Kroll (Ortsvorsteherin und SPD-Vorsitzende Oberstadt, d. Red.) und ich hier icht oft gesessen und genau über diese Punkte geesprochenhätten. Wir haben wegen der defekten Lampen selbst bei den Stadtwerken angerufen; nichts ist passiert. Auch nicht glücklich bin ich mit dem Stillstand an der Mühle Bremme. Hier haben wir nun einen privaten Eigentümer, der natürlich seine Interessen wahren möchte. Ich glaube, es wäre an der Zeit, wieder das Gespräch mit dem Eigentümer zu suchen, um eine Lösung zu finden, die beide Seiten zufrieden stellt.

Zur Erklärung: Die Überplanung des Mühle Bremme-Geländes wurde kürzlich zum wiederholten Mal auf Eis gelegt.

Michael Hoffmann: Ja, der Eigentümer versucht gerade, seine Immobilie – das leer gezogene Diakoniekaufhaus – wieder neu zu vermieten.

Frau Risadelli,  auch an Sie einmal die Frage: Wenn Sie auf den Rathausplatz blicken… welcher Anblick könnte Sie mehr erfreuen als der jetzige?

Bärbel Risadelli: Wenn hier mehr Grün wäre! Trostlos und schmucklos sieht das hier alles aus. Die Steine platzen schon weg…  Sitzgelegenheiten müssen her, mehr als bisher und auch ansprechendere! Wir haben doch einen klaren Auftrag durch die Demografie. Und auch jüngere Menschen möchten sich einfach mal entspannt auf dem Rathausplatz in die Sonne setzen und Unna, das ja wirkich schön ist, genießen. Spielgeräte für Kinder fehlen auch… ach, mir fällt da jede Menge ein!

Michael Hoffmann: Ich möchte das noch ergänzen. Dieser Platz ist eigentlich von Magneten umgeben. Die Post, das Rathaus, Peek & Cloppenburg, die Sparkasse und die Volksbank… die neue Pralinothek, ein Schmuckstück, zusätzlich das Hotel   Katharinenhof. Und das alles wenige Schritte vom Busbahnhof und Bahnhof entfernt. Trotzdem rennt man hier über diesen zentralen Platz einfach nur drüber.

Bärbel Risadelli: Das muss sich ändern. Ich bin gebürtige Unnaerin. Ich leide, wenn ich mir das ansehe. Übrigens gilt das genauso für den kurzen Bereich zwischen Antenne Unna und Hellweg-Center, aber das ist ein anderes Thema.

Wie könnten Sie das Thema politisch angehen?

Michael Hoffmann: Ich stelle mir vor, dass es das Großprojekt der nächsten Ratsperiode wird: Ein Quartiersmanagement für den Rathausplatz. Nach Vorbild der Immobilien-Standortgemeinschaft Massener Straße, durch die die Massener Straße zum Vorzeigebereich der Innenstadt geworden ist. Man erkennt diesen oberen Bereich der Fußgängerzone heute nicht mehr wieder.

Die IMG wurde über Landesfördermittel finanziert, und so ein  Quartiersmanagement – wenn es vernünftige Resultate zeigen soll – braucht generell eine solide finanzielle Ausstattung. Sehen Sie hier auch die Stadtverwaltung in der Pflicht?

Michael Hoffmann: Die Stadt muss sicherlich ihren Beitrag leisten, zugleich wären Landesfördergelder zu beantragen. Das Wichtigste ist natürlich ein starkes Engagement der Anlieger. Sie müssen selbst ihren Beitrag leisten und aktiv werden. Jeder nach seinen Möglichkeiten.

Sie möchten keine „Neiddiskussion“, das haben Sie uns vor diesem Interview klar gesagt. Können Sie sich trotzdem vorstellen, dass die Gastronomen am Rathausplatz gegenüber denen am Alten Markt benachteiligt werden, was Außenbewirtung angeht?

Michael Hoffmann: Ohne Neiddiskussion – das betone ich tatsächlich (lacht) – möchte ich die Rathaus-Anlieger ausdrücklich dazu ermuntern, mehr Sitzplätze draußen zu beantragen. Einfach durch einen kurzen schriftlichen Antrag bei der Stadt.

Das Interview mit Michael Hoffmann und Bärbel Risadelli  führten Silvia Rinke und Frank Kuhlmann. 

Kommentare (4)

  • Helmut Brune

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    Gute Initiative, als gebürtiger Unnaer möchte ich mich an der schönen Stadt erfreuen, jedesmal wenn ich hinkomme. Unna sollte seinen authentischen Reiz behalten. Es ist schon soviel schönes verloren gegangen.
    Irgendwann muss mal entschieden werden ob Geld wichtiger ist als die authentische Ausstrahlung dieser besonderen Stadt.

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