Rundblick-Unna » David Dinse macht Lichtkünstler Flammersfeld Konkurrenz

David Dinse macht Lichtkünstler Flammersfeld Konkurrenz

Lichtkünstler David Dinse beleuchtete die Kirche Dellwig während der Nacht der offenen Kirchen. Foto: Silvia Rinke

Lichtkünstler David Dinse beleuchtete die Kirche Dellwig während der Nacht der offenen Kirchen. Foto: Silvia Rinke

Dellwig. Zauberhaft wie eine bunte Märchengrotte war in der Nacht der offenen Kirchen das mittelalterliche Dellwiger Gotteshaus beleuchtet; immerzu wechselnde Farbenspiele tauchten den Altarraum in warmes Rot, leuchtendes Lila, schimmerndes Grün und sphärenhaftes Blau, im stetigen Wechsel ineinanderfließend. „Lichtkunst mit David Dinse“ war der Programmpunkt schlicht überschrieben. Besagter David Dinse ist ein gerade mal 16-jähriger Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums Unna und hatte mit der Kirche in seinem Heimatort Dellwig bisher eher weniger zu tun.

Sprich: In der Gemeindearbeit ist David nicht engagiert. Umso größerere Faszination übt seit jeher das Kirchengebäude auf den 16-Jährigen aus. Und so kam der junge Technikfreak auf die Idee, die mittelalterlichen Mauern in der Pfingstnacht mit genau akzentuierten Farbakzenten stimmungsvoll in Szene zu setzen.

Das Ergebnis verschlug eintretenden Besuchern sichtlich den Atem. Wächst hier im beschaulichen Dellwig etwa heimliche Konkurrenz für den Unnaer Lichtkunstmeister Wolfgang Flammersfeld heran? „Nö“, meint David Dinge entwaffnend unbekümmert. „Die Konkurrenz hat Wolfgang Flammersfeld schon.“ Gerade mal in der Oberstufe und schon so ein Selbstbewusstsein. Pfarrer Dieter Schiewer reibt sich die Hände vor Vergnügen, denn für ihn und seine Gemeinde ist Davids Affinität zu Licht und allem, was mit Lichttechnik zu tun hat, natürlich ein Glücksfall erster Sahne. „Toll, nicht?“, blickte Schiewer in der Kirchennacht immerzu begeistert um sich. Ja, wirklich toll. Klasse, wie die Kirche so geschickt angestrahlt wirkt.

David Dinse begeisterte sich schon immer für Technik

Das Dellwiger Gotteshaus in blau. Foto: Silvia rinke

Das Dellwiger Gotteshaus in blau. Foto: Silvia rinke

David erzählt, dass ihn schon von klein auf Technik begeistert hat. „Wenn andere in meinem Alter Fußball spielen, bastele ich an irgendwas Technischem herum“, lacht er. Zu Weihnachten bekam er vor einigen Jahren seinen ersten eigenen Scheinwerfer. „Es sind dann immer mehr geworden.“
Für die Beleuchtung des Dellwiger Kirchenraums installierte er am Pfingstwochenende nach einem ausgeklügelten System 35 einzelne Lampen, die er alle vom eigenen Geld kaufte. Die Turmfenster inszenierte er strahlend blau und rot – der Turm leuchtete weithin sichtbar in die Dunkelheit.

Für den Altarraum wählte der junge Lichtkünstler eine fließend wechselnde Farbgebung und achtete dabei sorgfältig darauf, dass sich die Farben nicht bissen. „Den Farbwechsel selbst regelt der Computer. Das ist keine große Sache“, meint David. Eine durchaus große Sache wurde die Beleuchtungspremiere aber natürlich trotzdem für ihn: Denn „bei der Installation konnte ich mir nicht vorstellen, wie das bei Dunkelheit aussehen würde. Deshalb schaltete ich die Beleuchtung probeweise am Samstagabend ein.“ Davids Augen leuchten. „Das sah so toll aus. Ich finde es extrem schön…“

Eigenen Weg gehen

….und in rot/lila. Foto: Silvia Rinke

….und in rot/lila. Foto: Silvia Rinke

Den prominenten Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld möchte David dennoch nicht nachahmen. Der Gymnasiast will ganz bewusst seinen eigenen Weg gehen. Ganz selbstbewusst sagt er deshalb auch, was ihm an Flammersfelds Lichtinstallationen persönlich nicht gefällt: „Figuren, Bilder und Muster aus Licht wie Flammersfeld auf dem Westfriedhof in Unna – das mag ich nicht. Ich möchte das, was ein Gebäude hat – und diese Kirche ist z. B. ein ganz tolles Gebäude – mit Licht in Szene setzen.“ Wird man von Lichtkünstler David Dinse hören? „Garantiert!“, grinst der 16-Jährige. (sia)

Kommentieren