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CDU: Stadt tut schon viel für Jüngere – jetzt sind mal die Älteren dran

Die CDU ist fest entschlossen, eine Privatisierung des Seniorentreffs „Fässchen“ zu verhindern. Deshalb macht die Sozialausschuss-Vorsitzende Gabriele Meyer (Bild unten) eine Rechnung auf: „Es wird in dieser Stadt bereits viel für die Kultur, den Sport und gerade auch für die jüngere Generation getan“, glaubt die CDU-Ratsfrau beobachtet zu haben – und dabei verweist sie auf den Skater Park an der Hansastraße: „Erst kürzlich wurde z.B. ein Skater-Anlage gebaut.“  Jetzt seien mal die Älteren an der Reihe – mit einem Seniorentreff in weiterhin städtischer Trägerschaft.

Gabriele Meyer

„Jetzt sind mal die Älteren dran“, findet CDU-Ratsfrau Gabriele Meyer und verweist auf den Skatepark, mit dem die Stadt viel für die Jugend getan habe.

Nun hinkt ausgerechnet der Skaterpark als Beispiel für städtisches Jugend-Engagement gewaltig: Ihn baute die Stadt erst nach Jahrzehnten und aufgrund unermüdlichen Insistierens der SPD-Jugendpolitikerin Maggie Strathoff. Sowie: aufgrund des Engagements der Jugendlichen selbst. Und nur dank massiver Unterstützung von Spenden und Sponsoren.

Gabriele Meyer sieht trotzdem Unnas Senioren ins Hintertreffen zu geraten, wenn die Stadt sich (wie im Sparkonzept vorgesehen) von der Begegnungsstätte trennt und sie einem privaten Träger anvertraut.

Das „Fässchen“ sei ein etablierter Treffpunkt für ältere Menschen und Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit, seit Jahren erfolgreich von der Stadt betrieben, argumentiert Gabriele Meyer. Die Ehefrau des Parteivorsitzenden Gerhard Meyer ist seit mehreren Jahren Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Senioren.

„Durchschnittlich 500 ! Besucher der Altersklasse zwischen 50 und 90 Jahren suchen jede Woche den beliebten Treff auf, um hier Geselligkeit und geistige Anregung zu finden. Sie arbeiten selbst ehrenamtlich, nutzen die Kursangebote oder sie möchten einfach der Einsamkeit in den eigenen vier Wänden entkommen. Für alte Menschen, die nicht mehr mobil sind, bietet das Fässchen einen Besuchsdienst an!“

Es stünde der seniorenfreundlichen Stadt Unna nicht gut zu Gesicht, sich aus diesem wichtigen Bereich zurückzuziehen, sagt Gabriele Meyer. „Wir hoffen, dass sich im Rat eine politische Mehrheit für unsere Forderung findet.“

Auffangen möchte die CDU die dann wieder zusätzlichen Kosten für die Stadt durch ein Abzwacken des Überschusses, das u. a. durch die verbesserte Kreisumlage erzielt wurde. Dieses Geld will der Kämmerer allerdings vollständig in den Steuertopf buttern – damit die Grundsteuer im kommenden Jahr mal zur Abwechslung überhaupt nicht steigt.

seniorentreff fässchen

Soll in private Trägerschaft übergehen – aus Kostengründen: Der (noch) städtische Seniorentreff „Fässchen“ an der Hertingerstraße.

Kommentare (5)

  • Hanno

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    Die CDU will ihr Parteilokal nicht in fremde Hände geben ?! haben sie Angst, dass die Besucher ihren Kaffee trinken, ohne von der Seniorenabteilung der CDU berieselt zu werden ?

    Für die CDU ist also mit dem Skaterpark schon genug für junge Leute getan ! Was die Eishalle wohl darüber denkt ?

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  • Silvia Kuchnia

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    Die Eishalle denkt : wir packen alles zusammen jung und alt warum muss man das trennen, das Seniorenzentrum siedelt einfach in die Eishalle um , ich koche günstigen Mittagstisch für 4euro. Für jung und alt , wir setzten zusammen und haben Spaß, morgens Rentnerfrühstück später . Mitmagstisch und nachmittags geben die Senioren den jungen Hilfe bei Hausaufgaben. Und ich gebe allen einen Schlittschuh Kurs , wer mag. , dann kann das Fässchen privatisiert werden und Senioren haben bei uns in der großen Eishallen Familie, einen Platz. Bei uns ist es schön , herzlich. Gemütlich

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  • Silvia Rinke

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    Ich finde es generell äußerst unglücklich, egal welche „Interessengruppen“ gegeneinander auszuspielen und so – bewusst oder auch unbewusst – Neiddebatten zu entfachen. Rentner gegen Jugendliche, Eishallennutzer gegen Fußballvereine, Eltern gegen Kinderlose, Radler gegen Autofahrer (Kreiseldebatte!!) – das lässt sich ja fortsetzen. Wenn das politische Schule macht, geht ein Hauen und Stechen los, bei dem alle nur verlieren können. Und zum Skaterpark muss man doch wirklich objektiv feststellen, dass man – frau, eine bestimmte Frau – hier die Stadt zu ihrem Glück buchstäblich hat tragen müssen.

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    • Rudolf Fröhlich

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      Sehr geehrte Damen und Herren,
      Liebe Frau Rinke,
      Ihre Darstellung des Statements von Frau Gabriele Meyer in dem obigen Artikel bedarf aus meiner Sicht der Richtigstellung. Bereits in der Überschrift wird unterstellt, die CDU wolle hier die Gruppen Kinder, Jugendliche, Sportler und Senioren gegeneinander ausspielen. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind der Meinung, dass das Fässchen für die Älteren genauso wichtig ist, wie die Skateranlage für die Jugend. Ich finde es gut, dass die Stadt eine solche Anlage gebaut hat. Genauso trete ich als Mitglied des Sportausschusses dafür ein, den Sport in Unna zu fördern. Die Aussage der Frau Meyers ist somit ausdrücklich n i c h t , Gruppen gegeneinander auszuspielen. Die Aussage ist vielmehr: Wir müssen für a l l e Gruppen etwas tun, also auch für die Senioren!
      Wer´s nicht glaubt, der möge anhand des Originaltextes unserer Pressemitteilung vom 14.11.2014 selbst urteilen:

      „Der Seniorentreff „Fässchen“ ist ein Treffpunkt für „Ältere Menschen und Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit“, so steht es auf der öffentlichen Internetseite der Kreisstadt Unna geschrieben.
      Seit Jahren betreibt die Stadt Unna diesen unabhängigen „Seniorentreff“ mit großem Erfolg – und so soll das auch zukünftig bleiben, wenn es nach Gabriele Meyer (CDU) geht. Meyer ist seit mehreren Jahren Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Senioren im Rat.
      „Durchschnittlich 500 Besucher! der Altersklasse zwischen 50 und 90 Jahren suchen jede Woche den beliebten Treff auf, um hier Geselligkeit und geistige Anregung zu finden, sei es, indem sie selbst ehrenamtlich mitarbeiten (z.B. in der Cafeteria), eines der zahlreichen und vielfältigen Kursangebote für ältere Menschen zu nutzen, oder einfach auch nur, um der Einsamkeit in den eigenen 4 Wänden für ein paar Stunden zu entkommen und mit anderen bei Kaffee und Kuchen nette Gespräche zu führen. Ja, selbst für alte Menschen, die nicht mehr mobil sind, bietet das Fässchen einen Besuchsdienst an!
      Es wird in dieser Stadt bereits viel für die Kultur, den Sport und gerade auch für die jüngere Generation getan. Erst kürzlich wurde z.B. ein Skater – Anlage gebaut. Da darf nach Ansicht der Sozialausschuss-Vorsitzenden auch ein Angebot für die ältere Generation nicht fehlen“.
      „Es stünde somit nach Ansicht der CDU der seniorenfreundlichen Stadt Unna nicht gut zu Gesicht, sich aus diesem wichtigen Bereich zurückzuziehen und das Fässchen an einen freien Träger zu übertragen!“, argumentiert Meyer.
      Die CDU tritt deshalb dem im Haushaltsentwurf für 2015/2016 enthaltenen Vorschlag der Verwaltung, das Fässchen in „private Hände“ zu geben, mit Nachdruck entgegen, weil sie der Meinung ist, dass gerade in Zeiten, in denen die Gesellschaft auch in Unna zunehmend altert, die Stadt sich ihrer Verantwortung für die älteren Menschen nicht entziehen sollte, zumal die Kosten für die Stadt aufgrund des hohen ehrenamtlichen Engagements überschaubar sind.
      Die CDU-Fraktion hat deshalb vor wenigen Tagen einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung gerichtet, der ein zukunftsfähiges Konzept der Altenbegegnungsstätte „Seniorentreff Fässchen“ unter eigenständiger Führung der Kreisstadt Unna fordert.
      Wir hoffen, so Gabriele Meyer, dass wir im Stadtrat eine politische Mehrheit für unseren Antrag finden, denn es wäre ein völlig falsches Signal, würde die Stadt sich vom „Fässchen“ trennen!“

      Soweit also der Originaltext. Nun möge jeder für sich selbst urteilen, ob die hier auf Rundblick-Unna.de gegebene, sehr zugespitzte und polarisierende Darstellung richtig ist oder nicht.
      Und noch eines möchte ich ganz persönlich anmerken:
      Selbstverständlich sollen Journalisten das politische Geschehen kommentieren. Dies geschieht in „normalen“ Tageszeitungen regelmäßig in einer eigenen Kolumne, nicht aber in Form von „Leserbriefen“.
      Dass Journalisten Leser-Kommentare zu ihren eigenen Artikeln einstellen oder auf Facebook – Seiten wertende Kommentare hinterlassen, mag aus Gründen der Freiheit der Meinungsäußerung erlaubt sein: Den Eindruck einer fairen, sachlichen und unvoreingenommenen Berichterstattung, die frei ist von „einseitig-tendenziöser Meinungsmache“, erweckt dies zumindest bei mir jedenfalls nicht. Leider!
      Und um eines noch zu sagen: Ich habe nichts gegen kritische Berichterstattung, sofern sie sachlich und fair ist, ohne Dinge zu unterstellen, die weder gemeint noch gesagt worden sind!

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  • Jessika

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    Ich kann es einfach nicht begreifen, dass die Stadt über unsere Steuergelder Veranstaltungen der CDU finanziert. Und so etwas können nach Meinung der CDU keine privaten Inhaber ???

    http://www.lokalkompass.de/unna/vereine/kaufvertraege-d491315.html

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