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CDU, SPD und FLU fällen die Baumschutzsatzung

Im dritten Anlauf hat die CDU die ungeliebte Baumschutzsatzung erfolgreich gefällt.

Zusammen mit der SPD und den Freien Wählern (FW/FLU) setzte sie im Haupt- und Finanzausschuss gestern Abend die Säge an. Die Satzung aus den 80er Jahren dürfte damit ab Januar 2015 Geschichte sein. Sofern sich bis zur Ratssitzung nicht noch andere Mehrheiten bilden, da das gestrige Votum noch abschließend im Rat beschlossen werden muss.

Das Aus der Baumschutzsatzung bedeute nicht das Aus des Baumschutzes, betonten die beiden großen Fraktionen. Der CDU geht es vor allem darum, dem mündigen Bürger nicht länger vorzuschreiben, welche Bäume er auf seimem Privatgrundstück entfernen dürfe und welche nicht.

Die Baumschutzsatzung ist aus Sicht von CDU und SPD aber auch nicht mehr zeitgemäß. Seit den 80er Jahren sei ein Umdenken in der Bevölkerung eingetreten, gab SPD-Fraktionschef Volker König zu bedenken.

Damals habe man Baumschutzsatzungen gebraucht, weil das Bewusststein der Bürger für Umwelt- und Klimaschutz noch nicht genügend augeprägt gewesen sei. Dies habe sich inzwischen gravierend geändert.

Zudem – so ein durchaus originelles Argument – könne gerade das Absägen des Baumschutzes dem Schutz der Bäume dienen: Denn die Bürger, welche bisher hektisch zur Säge gegriffen hätten, sobald ein Baum 79 cm Stammumfang und 119 cm Höhe erreicht habe (ab jeweils einem cm mehr beginnt der Schutz), könnten die Bäume nun entspannt noch weiterwachsen lassen. In der Gewissheit, sie fällen zu dürfen, sollten sie ihnen tatsächlich über den Kopf wachsen.

Die politischen Befürworter des Satzungs-Endes sind sich jedenfalls sicher, dass nun kein flächendeckender Kahlschlag über Unna hereinbrechen wird. Städte ohne Baumschutzsatzung wie z. B. Fröndenberg verfügten über nicht weniger Grün und keiner geringeren Anzahl schöner Laubbäume.

Die Satzung schützt überdies nur privat gepflanzte Bäume, die öffentlichen blieben schon immer von ihr unberührt. Hier entscheidet das Unnaer Umwelt- bzw. Grünflächenamt im Zweifel über Fällungen.

 

Kommentare (2)

  • C. Kollmann

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    Baumschutzverordnung aufgehoben

    Baum, lieber Baum , –
    warum musstest du gehen???
    Dein Umfang maß weit über drei Meter zehn.

    Baum, lieber Baum, eine wahre Pracht.
    Riesengroß und schlank,
    mit enormem Blätterdach.

    Blickfang im Sommer,
    im Winter Poesie.
    Wonne im Herbst,
    doch was bleibt ist nur Schmerz!!!

    In Jahrzehnten gewachsen,
    stets ging´s dir gut.
    Warst Heimat für Tiere und immer guten Muts.

    Ja, sagt das Amt-
    tut uns auch leid.
    Baum von privat, gehört nicht der Stadt ,
    er macht zu viel Laub, dann isser halt platt.

    Der Stadt ist´s egal,
    so isses nun mal.

    Die Baumschutzverordnug –
    die gibts nun nicht mehr.
    Ran an die Sägen,
    Späne müssen her.

    Ob 100er, 200er, 300er Stamm,
    morgen sind noch weitere dran.
    Die Baumschutzverordnung die gibt´s nun nicht mehr.
    Erst kam die Trauer und ganz viel Wut hinterher.

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  • P.Rüther

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    Leider denken Menschen nicht wie im Bericht dargestellt. Heute um ca. 15 Uhr fällt eine ca.30 Jahre alte Zeder. Sie macht so viel Dreck und darunter kann man nichts pflanzen. Brutplätze haben wir genug. Bei Sturm kippt sie um. Die Steine heben sich. Nur einige Meinungen. Wenn man für den Baum spricht, wird man ausgelacht und beleidigt. Manchmal schaden Regeln und Bestimmungen nicht. Sie können Hilflose sogar beschützen. Ich glaube nicht, dass der Baum schon sterben möchte.
    Schade, dass Menschen so egoistisch sind.
    Entschuldige, liebe Zeder, ich habe für dich gekämpft, wie es für mich in der Kürze der Zeit möglich war.

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