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CDU radiert die Nicolaischule in ihrer Haushaltsrede aus der Innenstadt weg

Für die CDU findet die Nicolaischule auf dem Papier wie auch verbal schon gar nicht mehr statt. Sie scheint keiner Erwähnung mehr wert.

In seiner 25-minütigen Haushaltsrede am Abend vor der Abstimmung über den Spar-Doppelhaushalt 2015/16 sorgte CDU-Fraktionschef Gerhard Heckmann beim Punkt „Schulentwicklung“ für verblüffte Gesichter und nachfolgendes erregtes Tuscheln: Eine energetische Sanierung, erklärte Heckmann sinngemäß, sei wünschenswert für (Zitat) „die beiden Innenstadtgrundschulen Falkschule und Katharinenschule“. In einem späteren Teil dieser längsten Rede aller sechs Ratsfraktionen wiederholte Gerd Heckmann seine Formulierung leicht abgewandelt noch einmal: von „zwei Schulen der Innenstadt“ sprach er wörtlich. Damit schied ein Versprecher eher aus.

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Gerhard Heckmann (CDU).

Konnte der Vorsitzende der zweitgrößten Ratsfraktion – der in Kessebüren wohnt und dort Ortsvorsteher ist – denn einfach vergessen haben, dass es in Unnas Innenstadt immer noch drei Grundschulen gibt: die Katharinen-, die Falk- und natürlich die Nicolaischule, mit ihren- konstant –  100 Schülern freilich die kleinste des Trios und ohnehin akut (schon wieder) in der Schließungsdiskussion? Denn Kämmerer Karl-Gustav Mölle hat sie die Vorschlagsliste zu vermarktender Grundstücke gepackt. Betonung auf: Vorschlag.

Dieses Vermarktungsthema, inzwischen auch als „Baulandoffensive“ bekannt, sprach der CDU-Fraktionschef zwar auch an – aber wiederum, ohne die Nicolaischule auch nur zu erwähnen.

Ja zum Verkauf des Anne-Frank-Schulgrundstücks nach Auslaufen der Schule; Ja auch zur Vermarktung des früheren Sportplatzes Hertinger Tor als Wohnbauland. Die Nicolaischule fand auch hier einfach nicht statt. Kritischen Rundblick-Lesern war dies bereits aufgefallen, als die CDU vor drei Wochen die Beschlüsse ihrer Haushaltsklausur bekannt gab. Zum Verkauf des Nicolaischulgebäudes kein Wort. Das Thema wurde ausgespart.

Im Kommunalwahlkampf hatten Unnas Christdemokraten einen entscheidenden Schwerpunkt auf den Erhalt wohnortnaher kleiner Grundschulen gelegt.

Schulleitung, Lehrer und Elternvertreter der Nicolaischule haben bereits ihren massiven Protest kundgetan, ihre Schule „einfach eben mal so“ auf einer Verkauf-Vorschlagsliste wiederzufinden.  Politischer Konsens (und mit der Verwaltung abgestimmt) sind jetzt zunächst gründliche, ausführliche Gespräche, bevor überhaupt von „Schließung“ oder „Fusion“  die Rede ist.

Die CDU ist da offenbar schon der Zeit ein bisschen voraus.

Nicolaischule

Vertreterinnen der Nicolaischule vor vier Wochen bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs in der Stadthalle.

 

 

Kommentare (4)

  • Jessika

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    Er war sooooooo peinlich……

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    • Jörg Hißnauer

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      Was war denn soooooooo peinlich?
      Herr Heckmann kann nicht eloquent vortragen. Herr Heckmann hat keinen Blick für angemessene Kleidung.
      Macht ihn das schon peinlich?
      Ich bin kein Heckmann-Fan. Ihn als peinlich zu bezeichnen, empfinde ich als ‚deplatziert‘ und unangemessen. Kein Redner war an diesem Abend ‚peinlich‘.
      However: Wer meint, er/sie/es kann es besser, herzlich willkommen. Meldet Euch bei den Vereinigungen, die sich der Deutschen Demokratie verpflichtet haben. Wir brauchen Euch für die zukünftige Arbeit. Wer mit der Linken liebäugelt, darf nicht vergessen, dass es sich dabei um eine Nachfolgeorganisation der SED handelt. Über diese gibt es genug Infomaterial im Internet.
      Es gab an diesem Abend auch noch zwei Rednerinnen. Unsere Standpunkte liegen 180 Grad konträr. Ich würde diese niemals als peinlich bezeichnen.

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  • Markus

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