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CDU-Bürgermeisterkandidat Ja oder Nein: Mitglieder entscheiden am 24. April

Gegen einen Platzhirschen wie Unnas SPD-Bürgermeister Werner Kolter anzutreten ist für jedweden Gegenkandidaten „nicht verlockend“. Diese Aussage trifft ungeschminkt die Kommunalpolitische Vereinigung der CDU.

Dennoch besteht theoretisch noch die Möglichkeit, dass Unnas Christdemokraten für die Bürgermeisterwahl am 27. September einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Morgen in acht Wochen macht die CDU den Sack zu: Bei einer Parteiversammlung im Katharinenhof (Freitag, 24. 4., 19 Uhr) lässt Stadtunionschef Gerhard Meyer die Mitglieder final darüber abstimmen, ob denn gegen Kolter ein Konkurrenzkandidat in den Ring geschickt wird – und wenn ja, wer.

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Gerhard Meyer (CDU): „Schwierige Mission.“

„Die Frage ist schwierig“, räumte Meyer im Gespräch mit unserer Redaktion ein. Derzeit werde sie offen und durchaus kontrovers in den Ortsunionen diskutiert. 270 Mitglieder können sich theoretisch am Votum beteiligen. „Gefühlt geht es eher zum Nein“, gibt Gerhard Meyer seinen persönlichen momentanen Eindruck wieder, doch das Stimmungsbild sei heterogen: „Durchaus möglich, dass es sich noch dreht.“

Ein „Ja – wir wollen“ eröffnet der CDU am 24. 4. zwei Optionen: Entweder ein Kandidat aus den eigenen Reihen oder ein Externer. Zur ersten Variante bemerkt Meyer: „Ein bis zwei Leute aus der eigenen Partei könnten sich das vorstellen. Ein Er oder Sie.“ Namen nennt er nicht.

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Option offen: Carsten Morgenthal.

Carsten Morgenthal, Pressesprecher und Justiziar des Schwerter Bürgermeisters Heinrich Böckelühr, wurde und wird vage gehandelt; der einstige Hoffnungsträger der Unnaer CDU selbst sagt bisher dazu weder Ja noch Nein.

So manche Mitglieder befürchten, so Meyer, dass ein guter Kandidat in so einer praktisch aussichtslosen Mission „verbrannt“ wird und damit auch für die nächste – aussichtsreichere – Kommunalwahl verloren wäre. „Es gibt auch die Sorge, dass ein schlechtes Ergebnis der ganzen Partei schaden könnte. Außerdem kostet so ein Wahlkampf auch viel Geld und Energie.“

Ein Externer – also ein Verwaltungsexperte von außen – wäre die zweite Option. Gerhard Meyer steht dazu bereits in Verbindung mit der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) der Landes-CDU. Diese verfüge über ein entsprechendes Netzwerk, sozusagen eine Kartei möglicher qualifizierter Bewerber für ein so anspruchsvolles Amt.

Einen Bürgermeisterkandidaten praktisch aus dem Karteikasten zu ziehen ist durchaus denkbar; wiederum theoretisch, beugt Meyer vor. „Denn die KPV sagt uns klipp und klar: Sie wissen nicht, ob sie jemanden finden. Die Rahmenbedingungen sind in Unna nicht verlockend, alles andere als optimal.“

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Ziemlich gute Bedingungen herrschen zum Bespiel in Bönen (Wahlwerbung oben): Dort bietet die CDU gemeinsam Grünen, FDP und Bürgergemeinschaft einen parteilosen Kämmerer aus dem Kreis Soest gegen einen SPD-Mann auf, den die Bönener zwar kennen, der aber ebenfalls neu kandidiert. „Hier in Unna wäre die CDU alleine; alle anderen stützen Kolter mit“, gibt Meyer zu bedenken. „Werner Kolter hat – nach zwei Amtsperioden – zwar den Zenit seiner Popularität und seiner Gestaltungsfreude erreicht; die Kurve neigt sich nach unten, aber er ist noch nicht im freien Fall.“

Zudem sei Unna traditionell immer noch eine linke Stadt: „Als Volker Weidner damals Bürgermeister wurde, war das eine Protestwahl gegen die SPD, die durch ganz Deutschland schwappte.“

 

Kommentare (1)

  • J.Müller

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    Ob jemand Chancen hat oder nicht, hat die CDU in der Vergangenheit doch auch nicht interessiert. Siehe Porzybot. Eine Volkspartei, die keine Alternative bietet, ist nicht ernst zu nehmen. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

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