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BVB-Fanrandale in Zug: Ermittlungen wegen versuchten Totschlags – Zeugen gesucht

Die gewalttätigen Ausschreitungen von ca. 150 Borussiafans am Samstagabend auf der Zugfahrt zurück von Hamburg nach Dortmund (Rundblick berichtete) waren schwerwiegender als gedacht. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt jetzt wegen versuchten Totschlags.

Die randalierenden „Fans“ hatten im Sonderzug heimwärts vom Borussia-Auswärtsspiel beim HSV Sitze aus der Verankerung gerissen und  bei Tempo 110 aus dem Zug geworfen. Im Bahnhof Osnabrück hätte eines der schweren Geschosse um ein Haar einen Bahnmitarbeiter getroffen: Zu seinem Riesenglück prallte der Sitz an einem Metallpfeiler ab.

Da der Mann schwer verletzt, wenn nicht gar hätte getötet werden können, fahren die Ermittler jetzt ebenfalls schwere Geschütze auf. Dass die 150 Fußballanhänger im Bahnhof Hamm obendrein aus dem Zug sprangen und Jugendliche (von denen sie sich provoziert fühlten) mit Schotter bewarfen, verkommt angesichts der schwerwiegenden Vorfälle vorher im Zug fast zur Randnotiz.

Bundespolizeipräsident Dieter Romann hat sich nach einem WDR-Bericht vom heutigen Nachmittag ebenfalls eingeschaltet. Solche Typen, so soll er deutlich gesagt haben, gehörten weder in die Bahn noch in ein Stadion gehörten. Den Sprecher des BVB, Sascha Fligge, zitiert der Sender mit der Ankündigung, dass die Täter – so sie gefasst werden – jahrelanges Stadionverbot bekommen.

Mögliche Zeugenaussagen erhoffen Polizei und Staatsanwaltschaft von den Zugbegleitern, die momentan vernommen werden. Weitere Zeugen werden gesucht.

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