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Bürgermeisterkandidat gegen Kolter – oder nicht: CDU lässt die Basis entscheiden

Bekommt Werner Kolter (SPD) bei der Bürgermeisterwahl im September noch einen Gegenkandidaten? Die CDU lässt darüber tatsächlich – wie angedacht – ihre Mitglieder entscheiden.

Parteichef Gerhard Meyer (Foto) informierte unsere Redaktion am Abend beim FDP-Neujahrsempfang in der Neuen Schmiede über den geplanten Basisentscheid. Schon Anfang Oktober hatte der CDU-Vorsitzende im Gespräch mit Rundblick deutlich gemacht, dass er sich zu dieser wichtigen K- bzw. B-Frage durchaus eine Mitgliederbefragung vorstellen könnte. Heute Abend machte er diesen Beschluss konkret.

„Die Bürger kritisieren so oft – und oft zu Recht – mangelnde Transparenz. Und viele stört, dass sie von undurchsichtigen politischen Entscheidungen überrollt und nicht mitgenommen werden. Daraus erwächst Unzufriedenheit, auch Protest“, stellte Meyer mit Seitenblick auf die Pegida-Demonstrationen fest.

Die CDU wolle in der Frage „Kandidat gegen Kolter – und wenn ja: Wer dann?“ ganz bewusst den unbequemen Weg gehen und die Entscheidung von den ca. 270 Mitgliedern direkt treffen lassen. Unbequem wird der Weg deshalb sein, weil der eigentlichen Abstimmung zeitintensive und gewiss kontroverse Diskussionen in den Ortsunionen vorausgehen werden, erwartet Meyer.

Gerade daraus erhofft er sich aber ein maximal authentisches Ergebnis. „In den Ortsunionen reden die Mitglieder freier und sagen eher gerade heraus ihre Meinung als im Stadtverband“, weiß er aus Erfahrung. „Was soll es bringen, wenn ihnen von oben irgendeine Entscheidung aufgezwungen wird?“

In etwa bis Februar/Anfang März erhofft sich Meyer ein tragfähiges Ergebnis. Sollte die Mehrheit der Mitglieder für einen eigenen Bürgermeisterkandidaten votieren, der den „roten Platzhirschen“ Werner Kolter herausfordert, müsse natürlich auch ein Kandidat vorhanden sein. Aus den eigenen Reihen drängte sich zuletzt der Name Carsten Morgenthal auf, der CDU-Spitzenkandidat im Kommunalwahlkampf und als „Hoffnungsträger“ gehandelt. Auf die direkte Frage unserer Redaktion hatte Morgenthal Ende vorigen Jahres entspannt gelächelt und weder Ja noch Nein gesagt.

Sollte sich aus der Unnaer CDU indes kein passender Herausforderer für Kolter finden, stellt Meyer einen externen Kandidaten in Aussicht.

Am Freitagabend beim  CDU-Neujahrsempfang (19 Uhr, Hotel Katharinenhof) könnte die anstehende Mitgliederbefragung bereits eifriges Gesprächsthema sein.

Kommentare (1)

  • Hanno

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    Bei der Cdu ist wieder Feiern angesagt und niemand fragt sich, wer die Rechnung im Katharinenhof bezahlt. Die mageren Mitgliedsbeiträge dürften dafür sicher nicht ausreichen. Wahrscheinlich feiert man sich für den Beschluss, die Parteibasis über die Frage, Bürgermeisterkandidat ja oder nein, entscheiden zu lassen. Was wie eine demokratische Geste aussieht, ist in Wahrheit der Ausdruck totaler Hilflosigkeit. Eine Volkspartei muss selbstverständlich eine Alternative zum Amtsinhaber anbieten. Wer das nicht tut, stellt sich selbst in Frage. Meyer hofft jetzt, dass die Mitglieder sich gegen einen eigenen Kandidaten entscheiden. Schade, man hätte zu gerne gesehen, wen er gegen Kolter verbrannt hätte.

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