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Bürger kritisieren: Hinweise auf mögliche Einbrüche gegeben – doch Polizei winkte ab

Einbrüche und kein Ende, in Unna zuletzt ausschließlich in Königsborn  – und jede endet mit dem Appell der Kreispolizeibehörde, verdächtige Beobachtungen umgehend zu melden.

Auf Facebook kritisieren allerdings inzwischen User, dass sie der Polizei durchaus Hinweise gegeben hätten. Diese seien aber offenbar nicht erwünscht gewesen bzw. seien nicht wirklich ernst genommen wurden.

Eine Königsbornerin schrieb zum Beispiel am Dienstag, sie habe in ihrer Siedlung einen gelben Sprinter mit bulgarischem Kennzeichen beobachtet. Das Fahrzeug sei „sehr langsam gefahren“, und die Insassen des Sprinters hätten „aus dem Auto heraus in die Häuser geschaut„. Damit kamen praktisch sämtliche Verdachtsmomente zusammen, auf die die Polizei derzeit permanent dringend zu achten bittet.

„Hab dann bei der Polizei angerufen“, schildert die Zeugin, „die sagten jedoch, dass es nichts bringt. Und ob ich anrufe, nur weil es Bulgaren waren…“

Auch ein anderer Facebooknutzer beobachtete zu Wochenbeginn ein verdächtiges Fahrzeug in Königsborn. „Polizei kam auch nicht“, stellt er lapidar fest. In einem dritten Fall beschreibt ein User die nicht gerade ermunternde Reaktion eines diensthabenden Beamten auf der Wache Unna: „Ich hatte angerufen, dass wieder die Taubstummen die Leute abziehen. Da sagt er zu mir, was die Polizei jetzt machen soll? Die machen doch nichts“, stellt der Unnaer ernüchtert fest. „Mir wurde einige Tage vorher von anderen Kollegen gesagt, dass ich anrufen soll, wenn die Rumänen wieder in der Stadt sind. Auch bei der Anzeige vor sechs Wochen hatte ich wieder diesen Herrn. Unfreundlich ohne Ende.“ Zugleich habe er persönlich aber auch schon „extrem nette“ und freundliche Beamte auf der Wache erlebt – „so sollte das auch sein.“

Die Kreispolizeibehörde, konfrontiert mit der Kritik, nimmt zu den Vorwürfen umgehend Stellung. „Im ersten Eindruck wirken die angeblichen Aussagen des Polizeibeamten zu der Meldung über den gelben Sprinter natürlich sehr befremdlich“, erklärt die Pressestelle. „Zur Bewertung dieser Aussagen sind aber zwingend weitere Informationen erforderlich, man muss die Situation genauer hinterfragen.“

Sollte die Hinweisgeberin besagten bulgarischen Pkw in ihrer Wohnsiedlung gesehen und erst später die Polizei informiert haben, bleibe eigentlich kein Ermittlungsansatz für die Polizei, erklärt der Pressebeamte. „Ein Fahrzeug, dass vor Stunden und dann noch ohne abgelesene und übermittelte Kennzeichen durch eine Wohnsiedlung gefahren ist, kann schwer angetroffen oder ermittelt werden.“

Deshalb liege der Polizei ja eben sehr viel daran, dass die Bürger sofort und unmittelbar die Polizei über Notruf 110 über verdächtige Beobachtungen informierten. „So bekommen wir die Möglichkeit. verdächtige Fahrzeuge und Personen vor Ort noch anzutreffen und zu überprüfen.“

Gleichwohl sei natürlich die Kommunikation mit derartiger Wortwahl recht unglücklich, räumt die Pressestelle der Kreispolizei ein. „Daran werden wir arbeiten.“

 

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