Rundblick-Unna » Brutale Attacke auf Schwerter (51): Beschreibung „Ausländer“ für Tätersuche sinnvoll oder kontraproduktiv?

Brutale Attacke auf Schwerter (51): Beschreibung „Ausländer“ für Tätersuche sinnvoll oder kontraproduktiv?

Die Angreifer schlugen seinen Kopf brutal gegen eine Hauswand, beraubten ihn und flüchteten. Neben den Umständen dieses rohen Gewaltdelikts vor 8 Tagen in Schwerte – die Täter überfielen ihr Opfer am hellen Freitagnachmittag – ließ auch die Täterbeschreibung in der Polizeimitteilung etwas stutzen. Beide Angreifer wurden als „Ausländer“ beschrieben, was ungewöhnlich ist bei Täterbeschreibungen der Kreispolizeibehörde Unna. Üblicherweise konkretisiert sie derartige Beschreibungen: „südeuropäisch aussehend“, „vermutlich afrikanischer Herkunft“, „der Sprache nach vermutlich Osteuropäer“ steht dann in den Aufrufen zur Zeugensuche.

Dass die beiden Angreifer im Fall des am 28. April übel zugerichteten 51 jährigen als „Ausländer“ beschrieben wurden, sei nicht besonders aussagekräftig, stimmte Polizeisprecherin Vera Howanietz auf unsere Nachfrage hin zu. „Wir sind aber in Fällen wie diesen – wo es offenbar keine Augenzeugen gab – ausschließlich auf die Aussagen des Opfers angewiesen“, erklärt sie die Schwierigkeit, vor die die Polizei nicht selten bei Fahndungsberichten steht. Und dieser brutal attackierte 51 jährige Schwerter konnte sich aufgrund spezieller Umstände nicht anders artikulieren. So fand denn die ungewohnte Beschreibung  „Ausländer“ in die Meldung Eingang, die die Polizeileitstelle Unna am Samstagmorgen (29. April) herausgab.

Hätte man diesen wenig aussagekräftigen Ausdruck dann auch direkt weglassen können? Darüber, bestätigt die Polizeisprecherin, könne man gewiss unterschiedlicher Meinung sein. „Ob jetzt ein blonder Täter gesucht wird, ein dunkelhäutiger etc., bleibt ja völlig offen.“

Andererseits wolle die Polizei möglichst immer alle Beschreibungsdetails weitergeben, die sie bei den Zeugenaussagen bekomme. Und in diesem Fall gab es eben (jedenfalls bisher) keine Zeugen außer dem Opfer selbst. Und nach dessen Beschreibung steht zumindest wohl fest, dass die Täter keine Deutschen waren. Ob das zwingend hilfreich ist für die Ermittlungen, steht auf einem anderen Blatt. Den Polizeipressestellen liegt grundsätzlich immer daran (und sie sind innenministeriell dazu angewiesen), mit ihren Berichten keine Fremdenfeindlichkeit und Ressentiments zu schüren, und zugleich wollen sie natürlich bestmöglich zur Tataufklärung beitragen. Das ist oftmals ein Spagat.

Der 51 Jahre alte Schwerter war am vorletzten Freitagnachmittag gegen 15.45 Uhr auf der Eintrachtstraße von insgesamt 3 Männern beraubt worden. Sie schlugen ihn mit dem Kopf gegen eine Hauswand und fügten ihm gravierende Verletzungen zu.

Sachdienliche Hinweise zu den flüchtigen Tätern gibt es laut Polizeisprecherin Howanietz noch nicht. 2 der Angreifer beschrieb das Opfer wie folgt: beide sind 20-25 Jahre alt, Ausländer, der eine war 180 cm groß und trug eine schwarze Lederjacke, der andere war mit 170 cm etwas kleiner und trug eine Jeansjacke.

Relevante Hinweise erbittet die Polizei in Schwerte unter 02304-921-3320 oder 921-0.

Kommentare (3)

  • Helmut Brune

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    „Ausländer“ ist ja eben nur ein Wort. Ich bin ja selbst einer, auch wenn ich in Deutschland geboren wurde. Ich bin Niederländer. Man sollte hier nicht Verallgemeinern und alle über einen Kamm scheren. Fremdenfeindlichkeit sollte vermieden werden. Was mir an der Berichterstattung in den allgemeinen Medien auffällt ist, daß diese brutalen Überfälle überwiegend von Nordafrikanern ausgeführt werden. Damit will ich nicht sagen, daß alle Nordafrikaner schlechtes im Sinn haben. man muß es aber auch nicht totschweigen, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen.
    Was ich persönlich viel Schlimmer finde ist, daß die deutsche Justiz Gesetze so auslegt, daß, wenn ein Täter gefasst wurde, er nach Aufnahme der Personalien sofort wieder freigelassen werden muß. Für die Polizei erscheint es mir auch immer wieder Enttäuschend, daß sie so handeln müssen. „Ausländer“ , die bei solchen schweren Straftaten gefasst werden und wo die Beweise Eindeutig sind, sollten sofort ein Aufenthaltsverbot in Deutschland bekommen.

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    • fürst

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      Dem, Helmut Brune, möchte ich zustimmen!

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  • fürst

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    Bestmögliche Täterbeschreibung und bestmögliche Tataufklärung müssen meines Erachtens unbedingten Vorrang haben. Das Bemühen, keine Ressentiments zu bedienen oder Fremdenfeindlichkeit zu fördern, sollte keinen Platz haben. Weglassen oder schönschreiben bekannter Informationen, erachte ich als kontraproduktive Zensur mit bevormundender Einflußnahme auf eigene Meinungsbildung. Was ist daran schlimm, Menschen unterschiedlicher Rassen wahrzunehmen, Rassen anhand ihrer Merkmale zu unterscheiden? Das geschieht bei mir ganz natürlich. Wenn ich deswegen ein Rassist sei soll, dann bin ich es eben, ggf. sogar gerne, weil ich nicht bereit bin, meine Wahrnehmung, mein Empfinden anderen zu unterwerfen.

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