Rundblick-Unna » Bis zu 48 % plus: LEG plant nach Modernisierungen satte Mietaufschläge

Bis zu 48 % plus: LEG plant nach Modernisierungen satte Mietaufschläge

Die begehrte Wohnlage „Kreuzviertel Dortmund“ ist schon jetzt nicht gerade ein billiges Pflaster. Jetzt will die Wohnungsgesellschaft LEG zusätzlich drastisch an der Preisschraube drehen, wenn sie im Sommer umfangreiche Sanierungen vorgenommen hat.  Um bis zu 48 Prozent sollen die Kaltmieten dann steigen, berichtet heute (Dienstag) der WDR.

Mindestens 100 Wohnungen in gefragter Kreuzviertellage sollen betroffen sein, was langjährige Mieter auf die Barrikaden treibt. Einige mutmaßten bei einer Versammlung des Mietervereins am Montagabend, dass die LEG nur deswegen saniere (Türen, Fenster, Balkone und Heizung), um danach kräftig auf die Miete draufzuschlagen.

Mit Stand vom Dienstag, 23. Juni, bietet die LEG auf ihrem Mietwohungsportal für ganz Dortmund (einschließlich Stadtteile) 25 Mietwohnungen an. Die meisten liegen in Hochhäusern in östlichen oder nordöstlichen Stadtbezirken (Wickede, Dorstfeld), keine einzige steht im Kreuzviertel zur Vermietung frei.

In Unna bietet die LEG aktuell 9 Mietwohnungen an (3 in Unna-Süd, 6 in Königsborn), in Kamen 19, in Bergkamen 20, eine in Holzwickede und 7 in Lünen. Auch in Bönen gibt es LEG-Wohnungen, doch keine ist derzeit frei.

Stichwort: Mieterhöhung nach Modernisierung (Informationen aus dem unabhängigen Verbraucherportal finanztip).

Bei Aufwertung einer Immobilie z. B. durch Balkone, einen Aufzug oder energetische Sanierung, kann er die Kosten für diese Modernisierung auf die Miete umlegen (§ 559 BGB).  Eine energetische Sanierung gilt immer als Verbesserung (da der Mieter durch gedämmter Fassade oder Isofenster Heizkosten spart), Bedindung: Die Aufwendungen für die energetische Sanierung die eingesparten Heizkosten deutlich übersteigen (BGH, Urteil vom 3. März 2004, Az. VIII ZR 149/03; Az. VIII ZR 151/03). Der Modernisierungszuschlag ist NICHT auf das Doppelte der vom Mieter eingesparten Heizkosten begrenzt

Bis zu 11 % der Modernisierungskosten darf der Vermieter auf die Nettojahresmiete aufschlagen (abziehen muss er öffentliche Fördermittel). Erhöht er darüber hinaus, bleibt dem Mieter der Weg zum Gericht. Als erste Anlaufstelle empfiehlt sich der örtliche Mieterverein.

Rechenbeispiel Monatsmiete vor Modernisierung: 500 € (Jahresmiete 6.000 €)
Kosten der Modernisierung 10.000 €
Davon 11 Prozent 1.100 €
Neues Jahresmiete 7.100 € geteilt durch 12 Monate
Neue Monatsmiete 591,67 €

Kommentare (3)

  • Helmut Brune

    |

    So machen die Wohnungsbaugesellschaften das. Wenn sie dann Anfang nàchsten Jahres ihren Jahresbericht veròffentlichen, steht da wieder drin, dass sie Zig Prozent Umsatzsteigerung erzielt haben.

    Antworten

  • Redaktion Rundblick-Unna.de

    |

    Kommentare auf Facebook:

    Jenny Prüfel Ich wohne in Bergkamen und da zahle ich auch knapp 70 Euro mehr der Kaltmiete ohne Modernisierung und als dank gehen seit Monaten keine Heizungen. Ich freu mich auf die Klage Welle

    Freddy Vogt In meinen Augen sind solche Gesellschaften nichts anderes wie Abzocker. Einzig und allein der Gewinn und die Rendite zählt. Der Mieter ist denen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel wert.

    Antworten

  • Redaktion Rundblick-Unna.de

    |

    Claudia Adolf kommentiert auf Facebook:

    Claudia Adolf Bei uns in Kamen wurde 1 Reihe von 7 renoviert und dort zahlt man für 2 Zimmer, 48 qm über 500 Warm.
    In den unsanierten über 400 Euro.Ich hab noch den alten Mietvertrag von der alten Gesellschaft,und zahle bereits20 Euro drauf, von 360 auf 380 Euro.Die Häuser sind aus den 30 er Jahre,und nicht gerade schön anzusehen.Keller feucht, Spielplatz abgerissen nicht erneuert, holen alles rein,Hauptsache Vermietet. als Einzelperson kann man sich die Miete nicht mehr leisten.Man ist gezwungen auszuziehen. Leider geht Vonovia mit den Kosten auch immer höher Bezahlbaren Wohnraum gibt es kaum noch

    Antworten

Kommentieren