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Bezahlbares "neues Wohnen" für Alt und für Jung

UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer stellte das Unternehmen in Methler vor. Foto: Silvia Rinke

UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer stellte das Unternehmen in Methler vor. Foto: Silvia Rinke

Betreut wohnen – selbstständig, sein eigener Herr bzw. seine eigene Frau bleiben und dennoch zu wissen: Wenn was ist, ist da wer. Oder Mehrgenerationenwohnen – mit Alten und Jungen, Familien und Alleinlebenden unter einem Dach versammelt: Vielfältig sind die „neuen Wohnformen“, die die Unnaer Kreis-, Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) an mittlerweile verschiedenen Standorten im Kreis Unna realisiert hat.

Vor dem offenen Arbeitskreis der SPD Methler zum Thema Demografie stellte UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer die unterschiedlichen Wohnformen vor. Beim „Mehrgenerationen-Wohnen“ leben Menschen unterschiedlichen Alters gemeinsam in einem Haus und bieten sich gegenseitig Hilfe, erklärte Fischer die dahinter steckende Idee: „Die Älteren passen zum Beispiel auf die kleinen Kinder der jungen Familien auf; im Gegenzug erledigen die Jüngeren für die Älteren kleinere Arbeiten wie einkaufen gehen.“ Eine Symbiose also, von der im Idealfall jeder profitiert. Voraussetzung natürlich für den Einzug: man muss sich einbringen wollen.

Junges Projekt: Häuser für Senioren

Ein noch sehr junges Projekt für die UKBS sind die Barriere freien „Häuser für Senioren“: Hier vermietet die Wohnungsgesellschaft frei stehende eingeschossige Wohnhäuser und lässt die Außenpflege durch einen Dienstleister erledigen. „Man behält seine Selbstständigkeit, muss sich aber nicht mehr um die Dinge kümmern, die einem im  Alter zur Last werden“, skizzierte Fischer den Ansatz, der mit großem Erfolg gestartet ist.

Das Besondere daran: Es gelingt der UKBS in allen Fällen, für ihre Wohnangebote bezahlbare Mieten zu machen. Schlicht gesagt soll es sich jeder leisten können, an „modernem Wohnen“ teil zu haben. Das ist ganz klar der Vorteil einer kommunalen Wohnungsgesellschaft, nickt der UKBS-Chef: „Private Anbieter sind ungleich stärker am Profit orientiert als wir.“

Daniel Heidler lobt Engagement der UKBS

Daniel Heidler begrüßte als Moderator des Arbeitskreises Demographie das Engagement des kommunalen Unternehmens: Genau deswegen, betonte er, sei kommunaler Einfluss auf den Wohnungsmarkt so wichtig: damit Zukunft weisende Projekte zu bezahlbaren Mieten realisiert werden könnten statt lediglich einem zahlungskräftigen Nischenpublikum reserviert zu sein. „Durch den Verkauf der LEG durch das Land NRW ist dieser Einfluss an anderer Stelle verloren gegangen“, kritisierte Heidler rückblickend.

„Umso wichtiger ist die UKBS.“ Die SPD im größten Kamener Stadtteil Methler will künftig noch stärker selbst darauf achten, bei Grundstücksverkäufen an Investoren die Vertragsgestaltung im Sinne der Bürger zu beeinflussen: dass nicht nur schlicht Wohnraum entstehe, sondern bezahlbarer Wohnraum. „Das ist allerdings bei einer Reihe von Planungen im Stadtgebiet auch schon passiert“, erwähnte der Vorsitzende des Ortsvereins, Michael Krause. Alle weiteren Fragen und Diskussionspunkte wird die Methleraner SPD mit ihren nächsten Arbeitskreis nehmen.

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