Rundblick-Unna » Bewegender Abschied von Michael Hoffmann: „Lasst mir einen Platz frei – haltet eure Erinnerungen wach“

Bewegender Abschied von Michael Hoffmann: „Lasst mir einen Platz frei – haltet eure Erinnerungen wach“

Er ist „nur mal kurz was regeln“… der liebevolle Zusatz seiner Familie in der Traueranzeige fasste so treffend mit so wenigen Worten zusammen, was Michael Hoffmanns Leben ausmachte. Immerzu trieb es ihn. Immerwährend war er beschäftigt damit, gerade mal „was zu regeln“. Eine wichtige polititsche Entscheidung für seine Stadt einzustielen oder rasch, jetzt und ohne Zeitverzug, jemandem beizuspringen, der gerade hier und jetzt seine Hilfe benötigte.

Trauerfeier Hoffmann

Jetzt müssen es die anderen regeln, ohne ihn. Michael Hoffmann ist gegangen. Unter überwältigender Anteilnahme nahm Unna heute Mittag auf dem Südfriedhof Abschied. Weit eine Stunde vor Beginn füllte sich der Vorplatz vor der Trauerhalle mit Weggefährten, Parteifreunden, Bekannten, engen Freunden; mit Menschen auch, die ihn einfach kannten. Und die es nach wie vor nicht be-greifen können, dass er einfach weg ist. Dass er am Mittwochnachmittag einfach – gegangen ist.

Die schlichte, schöne Feier in der mit bunten Blumen geschmückten Trauerhalle, mit Menschen überfüllt bis auf die Empore hinauf, ließ bei allem Schmerz über diesen unbeschreiblichen Verlust indes auch Raum für manche liebevoll augenzwinkernde, dankbare Erinnerung. Michael Hoffmann war eben ein Mensch, der vor schierer Lebenslust und Lebensfreude stets zu platzen schien und der eigentlich immer lachte.

Beerdigung Hoffmann

Wie er da so munter durch seine Stadt radelte und immerzu nach rechts und links grüßte, weil er eben so unglaublich viele Menschen kannte und weil diese unglaublich vielen Menschen ihn mochten und liebten… so authentisch und lebendig behält ihn Unna in Erinnerung.

Die Traueransprache hielt Jens Hebebrandt, Sozialdemokrat im Kreistag und Mitglied im humanistischen Verband. Er erinnerte an diesen mitreißenden, impulsiven Menschen Michael. „So lebensfroh, ehrlich und hilfsbereit, immer lächelnd – so hat er sein Leben gelebt. Und so wird er in unseren Erinnerungen weiterleben und uns trösten.“

Niemand, gab Hebebrandt in einem Augenblick der Nachdenklichkeit zu bedenken, „wird gefragt, wann es Zeit ist zu gehen. Michael wusste, dass er sehr krank war und dass es für ihn möglicherweise keine Rettung mehr gab. Da ist jetzt noch Lachen und Weinen, da sind die vielen gemeinsamen Stunden in der Familie und im Freundeskreis.“

Beerdigung Hoffmann

Seine Freunde, vor allen anderen aber seine Frau Petra und die Kinder Hendrik, Tim und Sandra, gingen dem Familienmenschen über alles. Schon seine Kindheit, blickte Jens Hebebrandt zurück, verbrachte Michael in Unna. „Und schon früh zeigte sich was für ein kommunikativer Mensch er war: Von seiner Mutter weiß ich, dass sein Lieblingsspielzeug sein Holztelefon war.“

Nach dem Studium der Sozialpädagogik arbeitete Michael viele Jahre im Jugendamt Schwerte. „Hier hat er unter anderem immer den Nikolaus in den Kitas gespielt, wo er auch Petra kennenlernte.“ Seine Frau und seine drei Kinder waren das Wichtigste in seinem Leben, erinnerte Jens Hebebrandt. „Wo immer seine Hilfe benötigt war, war er zur Stelle. Fürsorglich, fast immer fröhlich und lebenslustig. Liberalität prägte seine Erziehung – so fragte er seine Kinder, wie sie ihre Zimmer eingerichtet haben wollten.“

Beerdigung Hoffmann

Großzügig liberal legte der Leistungsschwimmer Michael auch die Sperrstunde aus, als er 1972 zum Olympiakader gehörte: „Er musste sich die Spiele deshalb im Fernsehen ansehen.“ Ein Lächeln malte sich auf die Gesichter vieler Trauernder, ja, so war Michael, genau so. Genau so ließ der leidenschaftliche Radfahrer auch bei Radtouren mit der Familie Großzügigkeit walten: „Die ersten fünf Kilometer durften die Kinder noch maulen, die nächsten 65 wurden anstandslos bewältigt.“

Ein Mensch, der leidenschaftlicher Gärtner war und in seinem Gewächshaus Zitrusfrüchte zog, ein leidenschaftlicher Koch und Genießer der mediterranen Lebensweise. „Er hinterlässt eine große Lücke, die nicht zu füllen sein wird.“ Seine Bitte an die vielen, die jetzt um ihn trauern, wäre vielleicht diese: „Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig; haltet die Erinnerungen wach. Lasst mir einen Platz frei.“

Zum Abschluss erklang – munter, schwungvoll, voller Lebensfreude und gar nicht traurig – das „Unna-Lied“…

Sarg Hoffmann

 

 

 

Kommentare (7)

  • Andreas Tracz

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    Er wird fehlen :-(

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  • Sarah Göldner

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    Ich wünsche der Familie Hoffmann, dass sie bei vielen schönen Erinnerungen mit ihrem Michael viel Trost, Dankbarkeit und Hoffnung empfinden und Kraft erhalten genauso lebensfroh in die Zukunft zu schauen.

    Das Unna Lied hat mir ein Schmunzeln bereitet…….

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  • Jörg Hißnauer

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    Ein lebendiger Abschied, wenn man das so sagen darf. Begleitet von so vielen Weggefährten/innen. Bei den Trauergebinden hat sich niemand an Michaels Bescheidenheit orientiert. Fast jede Ratsfraktion sandte ein eigenes Gebinde. Ein Zeichen mehr für seine Anerkennung über Parteigrenzen hinweg.

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  • Anna Seliger

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    Fast 9 Jahre habe ich mit Michael im Schwerter Jugendamt gearbeitet .. Viele Bildungsangebote haben wir konzipiert , einige gute jugendkulturelle Projekte realisiert . Viel diskutiert , viel erlebt . Er war ein toller Mensch , ein lieber Kollege .

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  • Martina Tsatsoulus

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    Ein schöner Artikel wie ich finde. Ich wünsche seiner Familie nochmal ganz viel Kraft auch die folgenden Tage, Wochen und Monate zu überstehen.

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  • Peter Ehlert

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    Michael die wenigen Gespräche die wir hatten waren gut. Werde dich in Erinnerung behalten.

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  • Irmgard Mross

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    Michaels Präsenz wird uns bei jeder Veranstaltung in unserer Stadt wirklich fehlen.
    Er war einfach immer da! Lebe wohl und ruhe in Frieden.

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