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Besser geht´s nicht: Ein Stadtfest der Superlative

Ein Stadtfest, wie es kaum mehr zu toppen ist. Dreieinhalb Tage (und Nächte) gefeiert, Leute getroffen, geredet, gelacht, Party gemacht bis (deutlich) nach Mitternacht; drei Tage (und Nächte) Musik nonstop auf acht Bühnen und diesmal alle Bands und Einzelkünstler ausnahmslos von mindestens guter, oft exzellenter Qualität – wie der überraschende Freitagabend-Hattrick aus den Bands „Das Wunder“ (Rathausplatz), „Faboulos Music Factory“ (Alter Markt) und „Cover Company“ am Morgentor. Dazu als weitere Überraschung die Bühne vor dem Zentrum für Information und Bildung (ZiB) mit diesmal richtig tollen, fast ausnahmslos heimischen Musikern und begeistertem Publikum. Diese Bühne am Ein- bzw. Ausgangstor (je nach Perspektive) der Fußgängerzone wird wohl kaum in den nächsten Jahren noch jemand wegsparen wollen oder auch können.
Ein Traum war die große Stadtwerke-Bühne am gegenüberliegenden Ende der Fußgängerzone vor dem Rathaus, über die sich gigantisch das Zeltdach spannte. Illuminiert von der ausgefeilten Bühnenlichttechnik ergab sich eine fast sphärische Atmosphäre. „Wie unter einem Sternenhimmel“, hörte man immer wieder Besucher hingerissen schwärmen. Abgesehen von seiner Aufgabe, beeindruckend auszusehen, gab´s für das Zeltdach zum Glück nichts zu tun – auch dies ein Highlight beim Stadtfest 2014 und in dieser Konsequenz überhaupt noch nie dagewesen: Es fiel tatsächlich kein ein einziger Tropfen Regen. Gut, Sonntagmorgen um drei – ein kräftiger Guss und gegen sechs noch einer, aber um diese Zeit: egal. Ansonsten blieb es knochentrocken und wunderbarerweise nochmals sommerlich warm – durchgehend von Donnerstagnachmittag bis Sonntagabend, an dem die ernüchternde Abbruchstimmung diesmal erfreulich lange auf sich warten ließ. Auf der Bühne am Alten Markt lief tatsächlich nach 19 Uhr noch Live-Musikprogramm. Wie anders das alles als leider so üblich in den Vorjahren, in denen es grundsätzlich mindestens ein Mal – meistens öfter – wie aus Kübel geschüttet hatte. Oder/und: man hockte in Daunenjacken vor seinem Glas Bier oder Wein saß.
Wein, apropos: Das Weindorf vor der Stadtkirche wurde bis zum Sonntagnachmittag buchstäblich „trockengesoffen“. Die drei Winzerfamilien aus Enkirch halfen sich gegenseitig mit dem aus, was och übrig war – und da genehmigten sich selbst Weißweinliebhaber wie Petra Hoffmann genüsslich einfach auch mal einen halbtrockenen Rotwein. „Ein Stadtfest der Superlative!“, schwärmte die Unnaerin mit ihren Bekannten am Tisch um die Wette, und diese euphorische Bilanz teilten nahezu ohne Abstriche auswärtige wie einheimische Besucher, Standbetreiber, Aussteller und Gastronomen, von denen so einige wie die Moselwinzer schon deutlich vor der Zeit „ausverkauft!“ meldeten. Am Samstagabend gab es zum Beispiel plötzlich nirgends Fladenbrot mehr, berichtete Stadtmarketingchef Horst Bresan, der selbst an diesem Ausnahme-Stadtfest kaum etwas zu kritisieren fand. In dem ihm eigenen gebremstem Überschwang stellte er indes pragmatisch fest: „Ich denke, wir haben ein sehr gelungenes Stadtfest erlebt.“
Da dachte er wohl richtig, vor allem, weil auch die Neugestaltung des Rathausplatzes bei den Besuchern wie auch den anliegenden Gastronomen glänzend ankam. Der weißblaue „Löwenbräu-Biergarten“ war im Vorfeld zwar teils milde bespöttelt worden; doch das bayrische Arrangement erwies sich so lauschig in den Schatten der Katharinenkirche geschmiegt als absoluter Hingucker und Gewinn, zumal auch Alimentari seine Außengastronomie aufgestockt hatte. Man fand deshalb viel mehr Möglichkeiten, sich einfach mal im Trubel hinzusetzen und zu verschnaufen und trotzdem noch mitzubekommen, was auf der Bühne los war – und da war viel und jede Menge Tolles los.
Alles in allem ein Fest, das kaum noch zu toppen ist. „Alles hat gestimmt“, freuten sich die Gastronomen auf dem Kirchplatz, als sie am Sonntag um 19.30 Uhr die kaum noch vorhandenen Reste einpackte. Werner Porzybot, früherer CDU-Chef und langjähriger Vizebürgermeister, verabschiedete sich nach sieben Stunden froher Geselligkeit im Weindorf („fast ein kompletter Arbeitstag“) am frühen Abend mit den Worten „es war ein fantastisches Wochenende“; und SPD-Fraktionschef Michael Hoffmann, der „von Donnerstag bis Sonntag praktisch durchgefeiert“ hatte, verband seinen Abschied mit der knappen Feststellung: „Das beste Stadtfest aller Zeiten.“ (Silvia Rinke)

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