Rundblick-Unna » Besonders schäbige Masche: Kriminelle nutzen Todesanzeigen schamlos aus

Besonders schäbige Masche: Kriminelle nutzen Todesanzeigen schamlos aus

Schäbiger geht es kaum. Und doch ist es nach Erfahrung der Polizei leidlich bekannte Masche: dass Betrüger einen Trauerfall dazu missbrauchen, ahnungslose – in der Regel ältere – Mitbürger  abzuzocken.

Am Montagnachmittag ist das einer 80jährigen Witwe passiert. Gewissenlose Kriminelle nutzten ihre Todesanzeige schamlos aus, berichtet die Polizei. Die alte Dame hatte in einer Zeitung den Nachruf ihres erstorbenen Mannes veröffentlicht. Daraufhin meldete sich ein unbekannter Anrufer bei der Trauerenden und gab vor, er sei ein Bekannter der Familie. Und aus verbundener Freundschaft wolle er der Witwe einen Teppich schenken.

Der angebliche Bekannte kündigte seinen Besuch für Dienstagmorgen an. Die alte Dame entwickelte trotz ihrer Trauer im Anschluss an das seltsame Telefonat Misstrauen und verständigte ihren Sohn. Dieser war dann zur Stelle, als am Dienstagmorgen wie vereinbart ein Mann an der Haustür klingelte: etwa 30 Jahre alter, schlank, gut gekleidet. Als statt der von ihm erwarteten 80jährigen Witwe auf einmal der 52-jährige Sohn vor ihm stand, reagierte der Besucher deutlich überrascht und verschwand unter einem Vorwand, so schnell er nur konnte. In einem silbernen Auto mit auswärtigem Kennzeichen fuhr er davon.

Die Polizei warnt eindringlich vor dieser besonders niederträchtigen Variante des „Enkeltricks“. „Täter missbrauchen die Situation, um in die Wohnung ihrer Opfer zu gelangen. Dort erschleichen sie sich Vertrauen und begehen Straftaten“, weiß sie. Ihr Rat: derartige Telefongespräche sofort ohne weitere Diskussion beenden, niemals Unbekannte in die Wohnung lassen und sofort die Polizei verständigen.

Kommentieren