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Beruhigend: Unna verzichtete auf „Glücksspiele“ mit Schweizer Franken – während Lünen Mio.-Verluste drohen

Manchmal zahlt es sich aus, absolut „langweilig“ zu sein und überhaupt nichts zu riskieren. In Sachen Haushaltsführung ist Unnas SPD-Kämmerer Karl-Gustav Mölle  konservativ wie eine Konservenbüchse – sprich „bewahrend“ – und bewahrt Unna damit vor einem Finanzdesaster.

Anders als Lünen, wo sich das Desaster abzeichnet, hat Unna nicht mit Krediten in Fremdwährungen spekuliert – und sich damit auch nicht verspekuliert wie die Nachbarstadt, der jetzt Millionenverluste drohen. Diese sehr beruhigende Mitteilung bekam Piraten-Ratsherr Christoph Tetzner heute nach einer Anfrage aus dem Bürgermeisterbüro.

Der Hintergrund von Tetzners Informationsbedürfnis: Lünen hat sich wie andere Städte kastastrophal an seiner Kreditspekulation verschluckt. Auf Pump nahm die Lippestadt vor fünf Jahren 45 Mio. Euro auf – in Schweizer Franken, weil deren Wechselkurs damals so verlockend war. Pro Euro gab es 1,50 bis 1,60 CHF, und zudem waren die Zinsen in der Schweiz sehr niedrig. Weshalb Lünen seine beiden Kredite denn auch enorm günstig erhielt. Friede, Freude, Sonnenschein. Damals.

Doch inzwischen erschüttern Erdbeben die Weltfinanzmärkte, alles ist dramatisch anders: die Schweizer Franke erstarkt, der Euro hingegen drastisch verfallen und weiter fallend. Zeitweise gab es für einen Euro nicht einmal mehr eine CHF, aktuell pendelt der Wechselkurs um 1:1. Und da Lünen die in CHF aufgenommenen Franken in Euro zurückzahlen muss, betragen die aktuellen Kursverluste derzeit schwindelerregende 22,5 Mio. Euro. Die Rückzahlung der Darlehen wird fällig in – genau – 2015. „Unna hat keine Kredite in Fremdwährung aufgenommen“, gibt Christoph Tetzner zufrieden die heutige Auskunft von Bürgermeisterreferent Oliver Böer weiter. „Ein Zeichen dafür, daß unser Kämmerer mit seiner konservativen Haushaltsführung richtig liegt.“

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