Rundblick-Unna » Begleiter stört nicht, und als Waffe dient auch mal eine Wodkaflasche: Wie hemmungslos Taschendiebe auf Bahnhöfen vorgehen

Begleiter stört nicht, und als Waffe dient auch mal eine Wodkaflasche: Wie hemmungslos Taschendiebe auf Bahnhöfen vorgehen

Erneut zwei Beispiele dafür, wie skrupellos und professionell Taschendiebesbanden auf Bahnhöfen arglose Reisende abzocken. Beide Vorfälle wurden am Wochenende von der Bundespolizei berichtet.

Diebstahl 1 – mit der „Antänzermasche“ gegen junge Frau:

Ein von der Polizei als „dreist“ bezeichneter Algerier, 23, und ein unbekannter Komplize hatten es am frühen Samstagmorgen auf eine 19-jährige Hemerin auf dem Vorplatz des Bochumer Hauptbahnhofs abgesehen. Der bereits polizeibekannte Dieb aus Anröchte (ebenfalls MK) versuchte die junge Frau mittels „Antänzertrick“ zu bestehlen. Dabei bringt ein Täter sein Opfer durch Beinstellen außer Gleichgewicht. Diesen Moment nutzt der zweite Täter, um die Beute – meist Geldbörsen oder Smartphones – aus den Taschen zu ziehen.

Der 23-Jährige suchte also nahen Körperkontakt zu der 19Jährigen, tastete frech ihre Jacken- und Hosentaschen ab. Die junge Frau war nicht allein, doch dass ihr Begleiter den Täter von den vermeintlichen Belästigungen abhalten wollte, störte den Nordafrikaner herzlich wenig.

Trotz Anwesenheit des Freundes gelang es dem Dieb, der jungen Frau Geldbörse nebst Smartphone zu entwenden. Doch zivile Taschendiebstahlsfahnder der Bundespolizei beobachteten das freche Treiben, wollten das Duo festnehmen. Dies ergriff die Flucht. Dabei warf der betrunkene 23-Jährige weggrennend noch seine Beute in den Rinnstein – die Geldbörse – doch er wurde überwältigt. Seinem Begleiter gelang mit dem gestohlenen Smartphone die Flucht.

Dass es sich nicht um Gelegenheitstäter handelte, wurde klar, als die Polizei die Bestohlene nach ihrer Geldbörse und ihrem Smartphone fragten: Sie hatte komplett nicht bemerkt, dass ihr beides geklaut worden war. Entsprechend groß waren die Augen der jungen Hemerin, als sie zumindest die Geldbörse wieder überreicht bekam…

Den 23-jährigen Algerier erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen besonders schweren Diebstahls. Er wurde zur Prüfung von Haftgründen ins Polizeigewahrsam gebracht.

Diebstahl 2 – Nach Zigaretten gefragt und beklaut worden:

Zunächst schien es eine alltägliche Situation zu sein: Ein 36-Jähriger fragte am Freitagabend im Hagener Hauptbahnhof eine Gruppe von Männern nach einer Zigarette. Damit konnten die Männer nicht dienen, also entfernte sich der Hagener vom Bahnsteig in Richtung Personentunnel. Diesen Moment nutzte ein 22-jähriger Algerier aus der Personengruppe, dem 36Jährigen nachzueilen: Er packte ihn mit der einen Hand an der Schulter, zog ihm mit der anderen wieselflink die Geldbörse aus der Gesäßtasche.

Umgehend bemerkte das der Bestohlene jedoch, forderte von der Personengruppe sein Eigentum zurück. Der (wie sich später herausstellte) bereits wegen räuberischen Diebstahls polizeibekannte Täter versuchte nun dem 36-Jährigen einzureden, dass er seine Börse wohl verloren hätte. Der Dreistheit nicht genug, half er ihm sogar noch bei der Suche – und gaukelte dem Beklauten vermeintlich überrascht vor: Hey,  Geldbörse gefunden! Doch dummerweise fehlte schon Geld, was der Hagener zornig zurückforderte. Für den Taschendieb war damit ebenfalls Ende mit lustig: Er drohte dem Diebstahlopfer mit erhobenen Fäusten und ging in Angriffspositition.

Zunächst ergriff der Hagener die Flucht, kontaktierte dann aber den polizeilichen Notruf. Bundespolizisten konnten den Täter daraufhin in der Gruppe ausmachen – woraufhin sich der Algerier unverzüglich eine Wodkaflasche packte und auf die Beamten losging. „Sein Angriff konnte nur unter erheblicher Mühe unterbunden werden“, schreibt die Polizei, noch auf dem Bahnsteig klickten dann die Handschellen.

Den einschlägig bekannten Kriminellen erwartet nun ein (weiteres) Ermittlungsverfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Diebstahl, Nötigung Sachbeschädigung und Bedrohung.

Kommentare (2)

  • Willy

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    Naja, die neue, bunte, kulturelle Vielfalt auf die sich einige Politiker so gefreut haben und über die sich noch so dolle freuen. Man müsste diese Politiker irgendwie verpflichten können, diese Kultur auch live zu erleben. Bahn statt Auto, unbegleitete Besuche und den kulturreichen Bezirken der Großstädte beispielsweise.

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    • fürst

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      Willy, sehr richtig zur Besinnung.

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