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Baumschutz gefallen – jetzt fallen die Bäume: Grüne beobachten erste Fällaktionen

Unnas Baumschutzsatzung ist gefallen – schon fallen in Unna die Bäume, klagen die Grünen an und fühlen sich durch akute Beobachtungen voll und ganz in ihren Befürchtungen bestätigt.

Ratsherr Michael Sacher fotografierte am Samstag eine Fällaktion an der Massener Straße / Ecke Feldstraße und stellte das Bild als Beweis des beginnenden Kahlschlags ins Netz.

Die Aufnahme sorgte unverzüglich für eine lebhafte Diskussion, und mehrere Kommentatoren teilten Sachers Befürchtung: Mit der abgeschafften Baumschutzsatzung zum 1. Januar habe die Stadt den privaten Grundstückseigentümern den Freifahrtschein fürs Bäumefällen ausgestellt.

Die Entscheidung, den Baumschutz abzusägen, traf der Rat wie berichtet mit satter Mehrheit aus CDU (die den Antrag zum dritten Mal – und jetzt erfolgreich – einbrachte), SPD, FDP und Freien Wählern (FW/FLU). Die Grünen stemmten sich mit der Linkspartei vergeblich dagegen. Jetzt, wo die ersten Privateigentümer sichtbar die Säge ansetzen, fühlt sich die Umweltschutzpartei bestätigt.

Das Argument der Baumschutzsatzungsgegner war: Das Regelwerk habe ohnehin nur private Bäume geschützt. Unnas Bürger seien jedoch mündig und vernünftig genug, dass sie verantwortungsvoll über den Baumbestand auf ihren Grundstücken entscheiden würden. Dies hatten die Grünen stets angezweifelt.

Grundsätzlich dürfen Unnas Hobbygärtner in ihren privaten Gärten nun praktisch das ganze Jahr über die Säge ansetzen. Es gibt zwar nach dem Bundesnaturschutzgesetz ein Fällverbot zwischen dem 1. März und dem 31. September; bis vor vier Jahren waren davon nur erwerbswirtschaftliche Wald- und Gartenflächen ausgenommen. Doch die NRW-Regierung entschärfte das saisonale Fällverbot: Es gilt in NRW seither nicht mehr für Bäume in Haus- und Kleingärten, ebenso wenig für Rasensportanlagen, Grünanlagen und Friedhöfe.

Eine Ausnahme gibt es indessen immer noch: Wenn es sich um einen Horstbaum handelt, wenn also Vögel in den Zweigen brüten, muss der Baum stehenbleiben. So lange, bis die Brut geschlüpft und flügge ist. Sondergenehmigungen erteilt die Stadt immer auch dann, wenn Bruchgefahr von dem Baum ausgeht bzw. wenn er krank und umsturzgefährdet ist.

(Foto: Sacher)

 

Kommentare (1)

  • Jessika

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    Die Verbotspartei kann anscheinend nicht damit leben, dass die Bevormundung durch die ökologisch völlig überflüssige Baumschutzsatzung nun ein Ende hat. Durch ihre ideologische Brille sehen sie überall den Untergang der Natur, weil hier und da ein Baum gefällt wird.

    Vielleicht wird ihre gequälte Seele durch das Lesen des nächsten Artikels (Anpflanzungen) wieder getröstet.

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