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Autobesitzer sauer: Kennzeichendiebe gehen um – Häufig Missbrauch für Tankbetrug

Geht in Unna organisierter Auto-Kennzeichenklau um? In den sozialen Netzwerken häufen sich akut Beschwerden entrüsteter Unnaer, die den Verlust eines oder gleich beider Pkw-Kennzeichen beklagen.

Einer der Autobesitzer, dem frisch sein Kennzeichen abhanden gekommen ist, wittert System: „Bei der Polizei gestern sprachen sie von mehr als 20 in den letzten Tagen, und heute morgen auf der Zulassungsstelle waren auch sehr viele.“

Für das Stadtgebiet Unna bestätigt Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna, seit Jahresbeginn exakt ein Dutzend gestohlen gemeldeter Kennzeichen. „Elf waren es im letzten Jahr. Nicht mehr und nicht weniger also, bisher noch ganz normal.“

Ärgerlich sei jeder Fall zweifellos, bestätigt sie: Die Rennerei, um ein neues zu besorgen. Die Nerverei und der Aufwand, wenn gleich beide weg sind. „Dann darf man das Auto keinen Meter mehr im öffentlichen Verkehrsraum bewegen“, warnt die Polizistin. „Man darf dann auch nicht einfach ein Pappschild malen.“

Diese Bastel-Lösung toleriert die Polizei nur dann, wenn entweder das Vorder- oder das Rückkennzeichen noch am Auto prangt. „Doch selbst dann darf man nur bis zum Straßenverkehrsamt fahren“, verdeutlicht die Polizeisprecherin, was bei Kennzeichenverlust maximal noch angesagt ist. Fährt man trotzdem weiter und wird erwischt, drohen 50 Euro Bußgeld plus ein Punkt in Flensburg. Denn ein Fahrzeug ohne Kennzeichen gilt als „nicht zugelassen“. Es darf deswegen auch nicht im öffentlichen Straßenraum parken (40 Euro).

Einem Facebook-User wurde vor zwei Wochen eines der beiden Kennzeichen am Südfriedhof gestohlen. „Bin stocksauer!“ Ein anderer erzählt: „Mir wurde vor einem halben Jahr eins gestohlen; vom Firmenwagen. Derjenige war dann kostenlos tanken damit.“

Das passiert in der Tat nicht selten, bestätigt Vera Howanietz. Und das erklärt auch die Frage, was ein Dieb mit nur einem Kennzeichen anfangen kann. „Er schraubt es auf die Vorderseite seines eigenen Autos und bringt hinten vielleicht noch ein weiteres gestohlenes Kennzeichen von einem anderen Wagen an. Und dann fährt er damit tanken“, erklärt Howanietz das oft übliche Vorgehen.

Gerade weil meist kriminelle Absichten hinter Kennzeichendiebstahl stecken, sollte jeder betroffene Fahrzeughalter sofort bei der Polizei Anzeige stellen, rät die Polizistin eindringlich. „Sonst kann man ein Problem bekommen.“ Davor warnt ein Unnaer Facebook-Nutzer aus eigener Erfahrung: „Man darf sowas nicht als dummen Streich abtun. Das Abhandenkommens eines Kennzeichens muss auf jeden Fall der Polizei unverzüglich gemeldet werden. Bei meinem Onkel standen auch irgendwann die Ordnungshüter mit einer Anzeige wegen ,Tanken und Abhauen´ vor der Tür.“

 

Kommentare (1)

  • Helmut Brune

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    Irgendwie frage ich mich dann warum solche Leute so etwas machen. Ist es vielleicht, weil sie nichts haben und andere ganz viel? Daß es ungesetzlich ist, möge Deutlich sein. Dennoch denke ich, ( weil im Zusammenhang mit kriminellen Handlungen immer auf Leute mit anderer Hautfarbe oder auf Leute aus dem Osten Deutschlands gewiesen wird) daß alles zurück zu führen ist auf die unehrliche Verteilung des Kapitals in der Welt. Immerhin ist 90% des Weltkapitals in den Händen von nur 10% der Weltbürger. Die Weltpolitiker sollten sich hier Mal am Kopf kratzen und darüber nachdenken, wie man das Ehrlicher gestalten könnte. Habgier gibts nicht nur bei den Superreichen sondern auch bei den Superarmen. Kriminalität zurück zu dringen ist ein größeres Problem, als viele denken.

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