Rundblick-Unna » Aus Personalnot sollen Kripobeamte bald in Unna Streife gehen – „Sicherheit der Bürger gefährdet!“

Aus Personalnot sollen Kripobeamte bald in Unna Streife gehen – „Sicherheit der Bürger gefährdet!“

Kripobeamte sollen bald in Unna Streife gehen und Ampeln und Stoppschilder überwachen.  Kripomann Ralf Piekenbrock aus Selm schlägt  Alarm.

Als 1. Vorsitzender der „Demokratischen Bürger Deutschlands“ (DBD) warnte der erfahrene Polizeibeamte in einem heutigen Statement nachhaltig vor den drohenden Konsequenzen der Umstrukturierungspläne für die Kreispolizeibehörde Unna:

„Auch in Unna ist die Sicherheit der Bürger gefährdet, da die KPB kaum noch flächendeckend arbeiten kann!“ Dies geschieht nach Piekenbrocks Sorge zwangsläufig, wenn Landrat und Polizeichef Michael Makiolla spätestens zum 1. 1. 2018 die sogenannten „Einsatztrupps“ (ET) abschafft. In Folge sollen fortan auch Kriminalbeamte Streife gehen – Streife gehen müssen, weil sonst kaum noch Personal übrig ist.

Ralf Piekenbrock

Piekenbrock, selbst seit langen Jahren Polizeibeamter, ist entsetzt. „Seit den 90er Jahren halten die Polizeibehörden sog. Einsatztrupps vor“, schildert er. „In Unna entstand daraus 2002 der sogenannte ET-K.“

Diese Beamten dieser Einsatztrupps versehen ihren Dienst in Zivil und arbeiten zu Tageszeiten, die für besondere Fälle von sog. Straßenkriminalität relevant sind: Pkw-Aufbrüche, Wohnungseinbrüche, Taschendiebstahl, Drogenkriminalität. „Zusätzlich werden diese Beamten zur Fahndung nach flüchtigen Straftätern und zur Vollstreckung von Haftbefehlen eingesetzt“, weiß der DBD-Vorsitzende. „Es sind meist die ersten Beamten, die eintreffen, wenn ein Täter noch vor Ort ist. Sie leisten all das an Aufklärung und Verhinderung von Straftaten, was man eben mit Uniform und Streifenwagen nicht gewährleisten kann.“

Diese Beamten haben entsprechend  besondere Schulungen und Fortbildungen erhalten. Nach Piekenbrocks Erfahrung sind sie „eine absolut notwendige Ergänzung des uniformierten Streifendienstes. Sie sind nicht mit Kriminalbeamten zu verwechseln, die üblicherweise zu büroüblichen Zeiten Dienst tun!“

Nein, diese besonderen Einsatzkräfte sind, so Piekenbrock, „hochmotivierte Beamte, die draußen auf der Straße ihren Dienst an allen Wochentagen und rund um die Uhr versehen. Meistens kaum planbar, weil sich der Dienst halt dem aktuellen Lagebild anpasst.“

Doch wie reagiert Landrat Makiolla auf den, so formuliert es Piekenbrock sehr ironisch,  „,überraschend´ eingetretenen Personalnotstand? Er schafft dieses Einsatztrupps zum 01.12.2017 oder 01.01.2018 ab!!“

Die Folgen werden nach Piekenbrocks Befürchtung drastisch sein und sich direkt auf die Sicherheit der Bürger niederschlagen, im Negativen. „Die Kollegen werden demnächst überall da den Streifendienst unterstützen, wo es gerade fehlt und in der dann eventuell verbleibenden Zeit Ampeln und Stoppschilder überwachen. Natürlich ist der Streifendienst wichtig, aber Dienststellen wie das ET-K genauso! Weil man in Unna polizeilich nicht mehr richtig laufen kann, hackt man sich gerade ein Beim ab, in der Hoffnung, dass man leichter wird. Es ist doch völlig klar was passiert, wenn die Aufgaben die der Einsatztrupp über Jahre sehr erfolgreich wahr genommen hat, demnächst liegen bleiben.“

Die DBD ist der Meinung, dass dieser Plan „reine Hilflosigkeit und der absolut falsche Schritt ist. Man macht nichts besser, wenn man absolut notwendige Ressourcen von A nach B verschiebt.“

Ihre Forderungen:

– Konsequent netto mehr Personal bei Justiz und Polizei einstellen.

– Offen machen, in welcher Relation die Neueinstellungen zu den Abgängen stehen.

– Während der 3 jährigen Ausbildungszeit „lokal vernünftige Übergangslösungen“ schaffen:  Ausbau der Ordnungspartnerschaften, gemischte Streifen aus Ordnungsamt und Polizei; Überwachung von Orten, die für Verstöße bekannt sind (Ruhestörung, Verstoß Jugendschutzgesetz etc) durch Sicherheitsdienste etc.

„Die ,Lösung, die man nun gefunden hat – Auflösung einer dringend benötigten polizeilichen Einheit – ist eine Kapitulation!“, warnt Ralf Piekenbrock. „Wir hoffen, dass die Bürger in Unna sich mit uns zusammen für andere Lösungen und somit gegen einen weiteren Abbau von Sicherheit einsetzen!“

HIer ein Blick auf die NRW-weite Situation, aktuell vom 18. 7. 2017

 

 

Kommentare (10)

  • ketzer

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    Piekenbrock ist ein Mann vom Fach. ER wird wissen, was richtig oder falsch ist.
    Makiolla ist ein Mann der „Politik“. Ihn halte ich für einen Erfüllungsgehilfen der „Politik“.

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  • Burkhard

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    Was ist eigentlich aus all den Wahlversprechen geworden, mir klingelt da noch immer im Ohr:“ Mehr Polizei“. Aber unseren Politikern scheint die Sicherheit der Bürger vollkommen egal zu sein. Und was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.
    Scheitert es mal wieder am Geld, oder was für einen Hintergrund hat diese unsinnige Maßnahme von Herrn Makiolla?

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    • Redaktion Rundblick-Unna.de

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      Für die Einstellungen ist ja bekanntlich das Land NRW verantwortlich, Burkhard.

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  • Redaktion Rundblick-Unna.de

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    Simone Kemper Was sich alle aufregen, in der Alten und Krankenpflege werden auch immer mehr Msrktverkäufer eingestellt. …..also bitte immer den Ball flach halten :(
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    Andree Napp Wenn die richtigen zum Abgreifen im Heim auftauchen, gibt es bald nix mehr zum Pflegen. 😁

    Rundblick Unna Hier greift ja heute Abend wieder pure Lebensfreude und Optimismus um sich…

    Andree Napp Wir haben sicher bald viel mehr neue Polizisten und der Pflegeschlüssel wird bald deutlich überarbeitet.
    Stimmt….etwas Optimismus kann nicht schaden. 🍺😊

    Rundblick Unna Andree Napp 🍻🍻🍻

    Markus Berghoff Das heißt also wir müssen uns selber schützen… wenn ein Geschäft so Kontraproduktiv arbeitet fliegt die Geschäftsleitung Ratz Fatz raus…

    Rundblick Unna Eigentlich war das von vornherein ein recht simples Rechenexempel: Wenn 2000 neue Anwärter pro Jahr neu eingestellt werden, gleichzeitig aber ca. dieselbe Zahl in den Ruhestand geht, was bleibt da netto an Aufstockung übrig…?

    Markus Berghoff Ja für uns klingt das Logisch!! Ein Politiker redet so lange drum rum bis es sich toll anhört… und der naive Bürger glaubt das alles perfekt läuft im Land…

    Rundblick Unna Zumal ein Polizeianwärter erst mal 3 Jahre in Ausbildung ist…

    Matthi Steilhart Becks
    Da werden sich die Gutis alle in die Hosen scheißen 🤣😆😂👍

    Sven Arnt Und es wurden zahlreiche Ausbildungsstätten geschlossen, so dass die Ausbildungskapazitäten deutlich beschränkt sind. Bevor man dafür aber die neue Landesregierung an die Wand stellt, sollte man bedenken, dass diese Entwicklung unter Peer Steinbrück eingeleitet wurde. Diese Hypothek muss man erstmal stemmen. Ich hoffe da wird in Düsseldorf ernst gemacht. Nur noch Abiturienten einzustellen und eine rein hochschulbasierte Ausbildung zu nutzen, sind so andere Problemfelder, an der aber auch die Gewerkschaften tatsächlich nicht ganz unschuldig sind. Es kommen erstmal deutlich magere Zeiten, das ist aber schon seit Jahren absehbar.

    Andy Fischer Und das Militär regelt bald den Verkehr.

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  • wunderlich

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    @Sven arnt
    Richtig, Steinbrück hat diese Sparpolitik eingeleitet und durch Lebens- und Wochenarbeitszeitverlängerung faktisch der Polizei das Einkommen gekürzt.
    Die daraus resultierende „Mehrarbeit“ hat er durch Einstellungskürzungen wieder ausgeglichen. Wenn sie mehr arbeiten, brauche ich ja nicht so viele, das war die Logik.
    Aber das folgende schwarz-gelbe Experiment ist ja nun auch nicht gerade ein Paradebeispiel für vorausblickende Politik. Die Herrschaften haben den Karren weiter in den Dreck gefahren.
    Ich denke nicht, dass sich irgendeine der etablierten Parteien da rausreden kann, alle haben dazu beigetragen, dass die Polizei derzeit faktisch nicht mehr wirklich arbeitsfähig und in der Lage ist, ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen.

    Ganz großartig finde ich aber das derzeitige Unterfangen, mit dem „Versprechen“, den selbst angerichteten Schaden durch eine höhere Zahl Neueinstellungen wieder zu bereinigen, Wählerstimmen zu fangen, weil man ja was für die Sicherheit tut.
    Erst die Karre in den Schlamm fahren und sich dann dafür feiern lassen, dass man versucht, ihn wieder herauszuziehen.
    Leider denkt so ein Politiker nicht ausreichend vorausschauend, das ist durch die Dauer der Legislatur begrenzt.

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  • M.B.

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    Ein Politiker muß auch nicht so vorausschauend denken, da die allermeisten Wähler offenbar nur über ein Kurzzeitgedächtnis verfügen.

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  • Charly H.

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    ***wenn die Aufgaben die der Einsatztrupp über Jahre sehr erfolgreich wahr genommen hat…***, was ist das denn für ein Geschwafel? Hat man das intern wahr genommen? Die Öffentlichkeit weiß wohl eher nichts von dem erfolgreichen Einsatztrupp… – oder habe ich da etwas versäumt? Man merkt wirklich, dass bald Wahlen sind….

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    • Ralf Piekenbrock

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      Charly H. Das ist kein Geschwafel. All das an Festnahmen bei z.b Tätern vor Ort geht auf das Konto der Et’s. Festnahmen und Aufklärung nach Serien von Pkw und Wohnungseinbrüchen genauso. Es ist halt Zivilpolizei, die rund um die Uhr im Einsatz war

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  • Florian

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    Wenn in den nächsten Jahren viele Polizistenstellen gestrichen werden, wie soll man dann 2020 durch angeblich 2300 neue Polizisten pro Jahr den Personalmangel beenden. Man müsste 3000 oder mehr Polizisten einstellen oder den Beruf attraktiver gestalten. Polizisten für Überwachung von Ampeln oder Stoppschilder einzusetzen, dafür kann man günstigere Alternativen nehmen. Wenn die Kripo im Streifenwagen unterwegs sind, bleibt vieles anderes liegen. Schwarz Gelb nicht besser als Rot Grün.

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  • Florian

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    Herr Piekenbrock,

    wenn diese Einsatztrupps aufgelöst werden, dann müssen ja Kripobeamte Streife fahren. Dann fehlt doch das Personal an anderer Seite. Wie kann die Politik so eiskalt sein? In den nächsten Jahren wird doch dann kaum noch Personal im Kreis Unna verfügbar sein bzw. nur noch ältere Beamte weit über 50. Ist das der CDU FDP so gleichgültig?

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