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Auf dem Motorrad: Kleider machen Leute – und schützen Leib und Leben

Bereits am vergangenen Samstag ereignete sich im Nachbarkreis (MK) ein schwerer Verkehrsunfall. In Meinerzhagen führte ein missglücktes Überholmanöver zum Sturz eines Motorradfahrers, der sich schwer verletzte. Er war lediglich mit Helm, T-Shirt und Jeans bekleidet.

Dies ist ein Beispiel dafür, wie wichtig richtige Motorradkleidung ist. Auch die Polizei des Märkischen Kreises stellte das mit dem Titel der Meldung „Schlechte Kleidung begünstigt schwere Verletzungen“ klar.

Doch was ist die „richtige Kleidung“?

Das Gesetz schreibt lediglich einen Helm vor, zur Kleidung ist dort nichts geregelt. Man darf also theoretisch auch in Bikini oder Badehose aufs Motorrad steigen. Macht aber (hoffentlich) keiner und das ist auch gut so – denn jeder noch so kleine Ausrutscher kann extrem schmerzhaft sein.

Wer einen Motorradführerschein machen will, muss sich eh ausrüsten, denn die richtige Kleidung ist seit 2014 in den Fahrschulen Pflicht.

“Bei Prüfungen der Klassen A, A1, A2 und AM muss der Bewerber geeignete Motorradschutzkleidung, bestehend aus einem passenden Motorradhelm, Motorradhandschuhen, einer eng anliegenden Motorradjacke, einem Rückenprotektor (falls nicht in Motorradjacke integriert), einer Motorradhose und Motorradstiefeln mit ausreichendem Knöchelschutz tragen. Es dürfen nur Fahrzeuge verwendet werden, für die eine Helmtragepflicht besteht.“

(Punkt 2.2.18 der Fahrerlaubnis-Verordnung, Anlage 7 (zu § 16 Abs. 2, § 17 Abs. 2 und 3))

Passive Sicherheit nicht unterschätzen

Die Motorradkleidung sorgt für Sicherheit, wenn es schon zu spät ist: Im Falle eines Unfalls werden besonders Arme und Beine – meist durch schwere Abschürfungen – in Mitleidenschaft gezogen. Helm und Protektoren schützen vor Schädel-Hirn-Tauma sowie Knochen- und Wirbelverletzungen, hier ist besonders der Rückenprotektor wichtig, der die Wirbelsäule schützt.

Dabei muss – wer nicht auf Leder steht – niemand mehr Tierhaut tragen: Die Entwicklung von Textil-Schutzkleidung in den letzten Jahren kann sich sehen lassen. Membran-Systeme schützen nicht nur vor Verletzungen, sondern auch vor Regen und sind in der Hitze deutlich angenehmer zu tragen, als die schwere Lederkombi.

Um den Besuch im Fachgeschäft kommt wohl keiner herum, mit Beträgen zwischen 500 und 1.500 Euro für eine komplette Ausstattung muss man rechnen – viel, aber der Verzicht darauf kann das Leben kosten!

Wertvolle Tipps finden besonders Motorrad-Frischlinge und Interessierte HIER.

 

Kommentare (1)

  • Helmut Brune

    |

    Ein sehr wichtiger Hinweis.

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