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Auf 6 Straßen Fröndenbergs künftig „falsch rum“ durch die Einbahnstraße radeln

Freie Fahrt für Radler heißt es demnächst auf 6 Fröndenberger Einbahnstraßen: Sie werden für den Radverkehr entgegen der Fahrtrichtung freigegeben. Dadurch wollen die Straßenverkehrsbehörde des Kreises und die Stadt Fröndenberg einen zusätzlichen Anreiz schaffen, aufs Rad umzusteigen.

Da besteht reichlich Luft nach oben. Der Radverkehrsanteil in der bergigen Ruhrstadt liegt bei dürftigen 2,9 Prozent – kreisweit bei 12.  Fröndenberg kommt halt von „Berg“.

Die Berge können weder Kreis noch Rathaus wegzaubern, daher dürfen Radler jetzt immerhin 6mal zusätzlich entgegen die Einbahnstraße radeln. Ausgesucht wurden dafür die Straßen Im Stift, Karl-Wildschütz-Straße, Jägertal, Königsweg, Heideweg und Poststraße.

„Im Zentrum entsteht damit nach der Öffnung des Marktplatzes eine durchgehende Verbindung für den Radverkehr“, erklärt Michael Arnold (Straßenverkehrsbehörde). „Und von Dellwig kommend kann zukünftig über die Straßen In der Liethe und Heideweg radelnd Ardey erreicht werden.“ Auch der Schulweg werde sicherer:  „Eine Öffnung der Straße Jägertal (Höhe Lerchenweg) ermöglicht es Schülern von der Westicker Heide einbiegend sicher das Schulzentrum zu erreichen. Ein Weg über den Hirschberg entfällt.“

Mehr Fröndenberger aufs Fahrrad bringen – das ist eines der Ziele des örtlichen Verkehrsentwicklungsplans, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. „Sicherlich liegt eine Ursache für so wenig Radfahrer in Fröndenberg in der Topographie mit zahlreichen starken Anstiegen“, schlussfolgert Michael Arnold messerscharf. „Deshalb müssen wir es den Radfahrern, wo es geht, so leicht wie möglich machen.“ Also lautet das Motto: Verkehrsteilnehmer mit attraktiven Radverkehrsanlagen zum Umdenken bewegen.

Ein Baustein sind die Einbahnstraßen. „Sie zwingen Radfahrer häufig zu Umwegen, die im schlechtesten Fall sogar noch entlang einer Hauptverkehrsstraße verlaufen“, weiß Arnold.

Hier setzte nun eine Sonderverkehrsschau an. Zusammen mit Vertretern der Stadt Fröndenberg prüfte die Straßenverkehrsbehörde Mitte Januar alle 18 Einbahnstraßen im Stadtgebiet darauf, ob sie sich für Radfahrer in Gegenrichtung öffnen lassen. „Mindestvoraussetzung ist eine Fahrbahnbreite von drei Metern und eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von maximal 30 km/h“, erläutert Michael Arnold.

Ergebnis: An sechs Straßen können die Wege der Radfahrer ohne Sicherheitsrisiko zum Teil erheblich verkürzt werden.

Umgesetzt wird die geplante Neuregelung in Abstimmung mit der Stadt Fröndenberg rechtzeitig zur neuen Rad-Saison. An der Poststraße steht allerdings noch die erlaubte Höchstgeschwindigkeit einer Anordnung im Wege. Aber auch hier sieht der Verkehrsentwicklungsplan Lösungsansätze vor: „Insbesondere Ostbüren soll nach Wunsch der Gutachter weitere Tempo-30-Zonen erhalten, sodass wir auch hier zur Tat schreiten werden, sobald die Tempo-Regelung in Kraft getreten ist“, kündigt Arnold an.

In Unna sind ebenfalls schon eine Reihe Einbahnstraßen beidseitig für Radler freigegeben.

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