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Apokalypse now: Die Ruhr in lodernden Flammen

Die Ruhr steht in lodernden Flammen, und der heilige Mann kann übers Wasser gehen. Bzw. kommt er auf sanften Wellen im Fackelschein in seinem Kanu angeschaukelt, winkt lachend zur wartenden Menge am Ufer – dort wartet eine ziemlich große Menge – und legt an.

In diesem Moment scheint auf der gegenüberliegenden Uferseite die Apokalypse zu explodieren. Riesige, leuchtende Farbfächer im Wechsel von Pink, Grün und Azurblau bis zu einem so durchdringenden Feuerrot, dass man tatsächlich glauben könnte: Hier muss die Feuerwehr Langschede bitte mal eiligst zum Großeinsatz ran! – Gemach. Es ist alles gut.

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Könnte nicht besser sein. Denn die westliche Wehr hat das feurige Spektakel in der Tat sogar mit zu verantworten. In der Hauptsache setzen aber Langschedes Schützen die Ruhr jedes Jahr so gezielt in Flammen. Diesmal unterstützt von der Drüpplingser Feuerwehr, die am Ufer gegenüber dem Kanuheim eine enorme Wasserfontäne sprudeln lässt und diese leuchtend im wechselnden Farbenspiel illuminiert. „Fantastisch“, „ist das nicht toll!“, flüchtert´s aus der Besuchermenge.

Mitten im Pulk hat nun der Nikolaus glücklich angelegt und schwingt seinen roten Sack huckepack. „Sind da Geschenke drin?“, zupft Leonie (6) ihre Mama aufgeregt am Ärmel, während Oskar (5) nur atemlos auf den Nikolaus starren kann. Klar, natürlich, Stutenkerle stecken im Sack, in reichlicher Menge und frisch gebacken, mit Knopfaugen aus Rosinen. Gibt´s gleich für jedes Kind mindestens einen.

In seinem plüschigen Nikolauswams darf sich Ex-Schützenkönig Reinhard Kahlisch natürlich auch frotzelnde Bemerkungen wohlmeinender Schützenbrüder gefallen lassen. „Ho ho ho, der Nikolaus ist aber ganz schön pummelig geworden!“ Unbeeindruckt stapft der Rauschebartträger zum Thron, lässt sich dort von artigen Langscheder Kindern Gedichte vortragen und belohnt sie mit knusprigen Stutenkerlen. Assistiert wird er von seinem reizenden Rauschsilberengel Jana Domrowe.

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300 Fackeln am Ufer der Ruhr und auf Kanus gesteckt, die märchenhaft über die Wellen wippen. Über 300 Besucher, die sich´s mit Bratwürsten, Bier und Glühwein gut gehen lassen. Und dazu eben das fast apokalyptische Fontänenfeuerspiel am Ruhrufer. Alles ist perfekt in diesem Jahr. Dabei durfte sich Schützenbruder Matthias Büscher seinerzeit noch herzlich auslachen lassen, als er dieses feurige Familienevent für den SV ins Leben rief; inzwischen nach fast einem Dutzend Jahren ist „Ruhr in Flammen“ ein unbestrittenes Highlight im Programm der westlichen Schützen, Kanuten und der Feuerwehr und zog auch diesmal wieder Scharen zur Ruhrbrücke.

Und sozusagen schon als Abschiedsgruß fürs scheidende Jahr loderte, aus Fackeln gesteckt, „2014″ in den nachtschwarzen Himmel über dem Ruhrufer. Man hörte im Hintergrund fast die Doors: „This is the end“…

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