Rundblick-Unna » Angriff auf Familie im Zug: Fragen und Antworten zu Täterbeschreibung und Fahndung

Angriff auf Familie im Zug: Fragen und Antworten zu Täterbeschreibung und Fahndung

Die brutale Attacke auf eine Schwerter Familie am Samstagnachmittag in einer Regionalbahn nach Dortmund (Bericht HIER) hat unter unseren Lesern für großen Aufruhr gesorgt – insbesondere deshalb, weil bisher keine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Schläger-Duo eingeleitet wurde und weil in der Meldung, die die Bundespolizei am Montag zu dem Vorfall herausgab, jegliche Beschreibung der flüchtigen Täter fehlt.

Die Familie selbst stammt aus dem Kosovo.

Wir sprachen heute darüber noch einmal mit Bundespolizeisprecher Hendric Bagert.

Wieso fehlt in der Mitteilung auf dem Bundespolizeiportal jegliche Beschreibung der flüchtigen Täter? Haben die Opfer und Zeugen gegenüber der Polizei keine Aussagen zu den Männern gemacht?

– Nach Auskunft des Polizeisprechers sind die Aussagen bisher recht vage. Der Familienvater war wie berichtet von den beiden Schlägern heftig attackiert worden, stand noch unter dem Eindruck des Geschehens. Er werde seine ausführliche Aussage voraussichtlich in den nächsten Tagen machen, so Hendric Bagert.

Weitergeben konnte er auf Pressenachfrage folgende Beschreibung: Beide Männer sind beide um die 20 Jahre alt, beide ca. 1,70 Meter groß; der eine trug eine weiße Hose und ein schwarzes Shirt, der andere eine graue Jeans und eine schwarze Strickjacke. Beide trugen schwarze Base Caps. 

Informationen zu einem Migrationshintergrund sind laut Bagert ebenfalls sehr vage: Nach Angaben von weiteren Zeugen „hätten sich die Männer auf Pakistanisch unterhalten“. (Gemeint ist Urdu.)

Dass diese Informationen nicht direkt in die Mitteilung auf dem Blaulichtportal einflossen, liegt laut Auskunft des Sprechers schlicht daran, dass die Meldungen dann einfach zu umfangreich würden. Pressevertreter könnten jederzeit weitergehende Auskünfte einholen.

Wie geht es jetzt weiter?

Die DB Regio sichtet jetzt zunächst das Videomaterial aus dem Zug vom Samstagnachmittag. „Wir warten aktuell auf die Datenübermittlung“, sagt Hendric Bagert. Danach entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie eine Öffentlichkeitsfahndung beantragt. Die Entscheidung darüber fällt wiederum das zuständige Gericht (da die Täter am Signal Iduna Park aus dem Zug stiegen und die Polizei den Fall am Hauptbahnhof aufnahm, wäre nach üblichem Usus das Amtsgericht Dortmund zuständig).

WANN eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet wird, liegt NICHT in der Entscheidungsgewalt der Polizei. Staatsanwaltschaft und Gericht entschließen sich zu einem solchen Schritt in der Regel dann, wenn „alle anderen Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind“.

Das kann sehr schnell gehen (je nach Schwere des Delikts), das kann aber auch länger dauern und kann leider auch sehr lange dauern. In der bisherigen Rundblick-Berichterstattung hält den bisherigen Rekord die Fahndung nach einem bewaffneten Räuber 18 Monate nach der Tat.

ZEUGENHINWEISE bitte an die kostenlose Hotline der Bundespolizei: 0800 6 888 000

 

Kommentare (10)

  • Helmut Brune

    |

    Ich würde, obwohl ich gute Sprachkenntnisse habe, Pakistanisch als Sprache nicht erkennen, wenn es irgendwo gesprochen würde.

    Antworten

    • Redaktion Rundblick-Unna.de

      |

      Die Sprache ist Urdu. Offensichtlich kannten sich die erwähnten Zeugen aus.

      Antworten

  • Mike

    |

    Sieh an, fragt man oft genug nach gibt es nun doch Personenbeschreibungen ?

    Antworten

  • Bernd

    |

    Langsam… und „wir warten“ – toll :-(

    ZITAT: „Die DB Regio sichtet jetzt zunächst das Videomaterial aus dem Zug vom Samstagnachmittag. „Wir warten aktuell auf die Datenübermittlung“, sagt Hendric Bagert. Danach entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie eine Öffentlichkeitsfahndung beantragt. Die Entscheidung darüber fällt wiederum das zuständige Gericht (da die Täter am Signal Iduna Park aus dem Zug stiegen und die Polizei den Fall am Hauptbahnhof aufnahm, wäre nach üblichem Usus das Amtsgericht Dortmund zuständig).“

    Der Vorfall war am Samstag – heut ist Dienstag. Kopfschüttel :-(
    Und die Behörden (BP in dem Fall hier) „warten“ auf Datenübermittlung – echt jetzt?
    Mal unabhängig von Öffentlichkeitsfahndung ja oder nein – sollten
    die Behörden nicht spätestens gestern bei der DB eingeritten sein um
    sich das Video-Zeugs von der Tatzeit selbst anzusehen – also schon
    mal für ihre eigenen Ermittlungen – also bevor über Öffentlichkeitsfahndung
    entschieden wird?

    Deutschland schafft sich ab, oder?

    Na, wenigstens bleibt RBU an der Sache dran und fragt nach – Danke dafür

    Antworten

    • Redaktion Rundblick-Unna.de

      |

      … bitte dafür, wir harren sehr gespannt der Dinge…

      Antworten

  • fürst

    |

    Mich überrascht das alles nicht (mehr).

    Antworten

  • frank

    |

    Überrascht? Nunja ich pers. warte nur darauf das eines meiner kinder betroffen ist. Dann läuft die Uhr rückwärts.
    Ermitteln, ergreifen, befragen, verurteilen, vollstrecken?
    Darf ich das dann, oder bin ich dann ein Täter?
    Natürlich alles im rahmen der mir
    möglichen Rechts!konformen mittel!
    Aber auch nur unter berücksichtigung der Menschenrechte, GG, und Zivilcourage?
    Danke an alle die nur lesen, und draussen alle Täter anlächeln, helfen und vor so besorgten und hilfesuchenden Bürger wie mich beschützen.Danke?

    Antworten

  • Wolfgang Eisele

    |

    Ist doch klar – jetzt sind Osterferien vor der Tür ! Die Zuständigen im Amtsgericht und bei der Staatsanwaltschaft in Dortmund sind schon in Urlaub . Und im Übrigen – “ von unserer Arbeit verstehen Sie als Bürger rein gar nichts “ sagen die Pressereferenten .
    Wie soll man auch diese Justiz verstehen , “ doch seien Sie sicher, wir tun unsere Arbeit “ usw. usf.

    Antworten

  • Redaktion Rundblick-Unna.de

    |

  • Redaktion Rundblick-Unna.de

    |

    UPDATE – die Hoffnung auf Videobilder hat sich zerschlagen. http://rundblick-unna.de/angriff-auf-familie-im-zug-videoaufnahmen-fehlanzeige/

    Antworten

Kommentieren