Rundblick-Unna » Angreifbarer Punkt im Lindenbrauerei-Konzept: „Saufen auf Kosten der Steuerzahler“?

Angreifbarer Punkt im Lindenbrauerei-Konzept: „Saufen auf Kosten der Steuerzahler“?

Der überzeugende Wirtschaftsplan und die Zukunftsplanungen der Lindenbrauerei-Geschäftsführung, vorgestellt am heutigen Abend im Kulturausschuss (siehe Tagesthema), erweisen sich in einem Punkt als heikel – beziehungsweise als fragwürdig und angreifbar, je nach Sichtweise: Ist es wirklich statthaft, die Preise einer Gastronomie unterm Dach eines soziokulturellen Zentrums ebenfalls ausnahmslos „soziokulturell“ zu gestalten – indem man das Bier unverändert preiswert anbietet, auch bei Veranstaltungen, für die ein Spargutachter explizit eine (maßvolle) Verteuerung empfiehlt?

„Saufen auf Kosten der Steuerzahler“, ereiferten sich draußen vor dem Rathaus nach der Sitzung einige Besucher, die diesen Punkt – „soziokulturelle“ Bewirtung – als nicht akzeptabel ansahen. Das komme einer Verzerrung des innerstädtischen Gastronomiewettbewerbs nahe, hörte man Kritik.

Regina Ranft

Der soziokulturelle Anspruch gilt auch für die Preisgestaltung im „Schalander“, meint Geschäftsführerin Regina Ranft.

Die Frage generell kam überhaupt  deswegen auf, weil der „Herbstgutachter“ der Lindenbrauerei bekanntlich Sparvorschläge ins Buch geschrieben hat. Die Gesamtsumme, die seinen Ratschlägen zu Folge einzusparen ist, beträgt 50 000 Euro. Davon sind 23 000 Euro umgesetzt, erklärte Geschäftsführerin Regina Ranft. Die einzelnen von ihr genannten Maßnahmen stellen wir noch gesondert vor.

Jedenfalls lautet eine Sparempfehlung: Zusätzlich zur fünfprozentigen Preiserhöhung in der Gastronomie, die schon umgesetzt ist, nochmals ein weiterer Getränkeaufschlag für den „Musikclub“. Es sind jene Abende im Schalander, an denen Bands oder Einzelmusiker live in der Kulturzentrumskneipe  spielen. Dabei hören nicht vornehmlich Jugendliche zu, die knapp bei Kasse sind, sondern meist  älteres und gut situiertes Publikum, das zum Musikgenuss gepflegt sein Bier trinkt.

Dennoch: „Den Preisaufschlag für den Musikclub haben wir abgelehnt“, ließ Geschäftsführerin Regina Ranft nicht den geringsten Zweifel an der „soziokulturellen“ Marschroute. Statt dessen: „Zahlen wir den Künstlern nur die Anfahrt“, erklärte Ranft; „und die Gage rekrutieren wir aus Spenden: Ein Hut geht rum.“

 

Kommentare (8)

  • Jessika

    |

    …………………zum Kotzen !

    Antworten

  • Weltenbummler

    |

    Alleine diese Überschrift hier ist der Gipfel der Unverschämtheit …

    Das Kulturzentrum muss endlich auf sichere Füsse gestellt werden weil es wichtig für die Kultur im allgemein und unverzichtbar für Unna ist. Die Politik sollte endlich Farbe bekennen und ein klares JA zum Kultarzentrum signalisieren.

    Antworten

  • Jessika

    |

    Ich habe keine Lust darauf, mit Steuergeld anderen das Bier zu subventionieren.

    Jeder andere Gastwirt muss sich der Preisentwicklung anpassen und Unkosten auf die Preise umlegen. Warum die Lindenbrauerei nicht ?? Was ist daran soziokulturell, wenn man die Allgemeinheit fürs Biertrinken ranzieht ?

    Die Spd wird das wieder alles mittragen. Alles in die „Kultur“ und für anderes ist dann wieder kein Geld da….. Jahrelang wird immer wieder beteuert, wenn 50.000€ mehr, dann steht die Linde auf sicheren Füßen. Ein Jahr später heisst es wieder, gebt uns 100.00€, damit wir überleben können. Dann reicht es doch wieder nicht und es werden wieder 70.00€ nachgelegt. Wie lange soll das noch weitergehen ? Wenn ich immer höre, was sind denn sichere Füße ?!? 1 Mio. ? Tasten wir uns jetzt langsam zur Endsumme vor ?

    Und alle finden es immer ganz toll ! Und so richtig was am Angebot wird doch nicht getan. Alles festbetoniert, keine Modernisierung im Angebot, kein Gesundschrumpfen.

    Antworten

  • Markus

    |

    In anderen Städten gibt es Programme um Alkoholikern zu helfen.
    Programme gegen Alkoholsucht!
    In Unna wird das Saufen staatlich gefördert?! *lach*

    Antworten

  • Chrissy Westh

    |

    Ich fass es nicht und mache diesbezüglich keine großen Worte. Bin nur traurig des Kampfes ums Überleben unser historischen Lindenbrauerei der STADT UNNA. Woran es liegt wissen wir. Mir Missfällt, das Kriterium „GELD“. Ein langes Thema, dem ich nicht lange um den heißen Brei reden möchte. Das Themenkriterium ist zu enorm.
    Liebe Regina, da als Letztes, im Absatz, MusicClub bezüglich der Spenden, „Ein Hut geht rum“ – ist für mich schon ein Anreiz – Geld hinein zu tun. Mein Vorschlag wäre, nicht nur allein „ein Hut“ – rumzureichen, sondern zusätzlich – in Form von XXL Spardosen – unter anderem – anderer Orts – aufzustellen. So dass noch mehr „SpendenGelder“ zusammen kommen könnten. Wie wär es? Die Streithähne / sorry / die unsere historische Kultur der Lindenbrauerei aus d e r e n Sicht, schließen wollen etc., frage ich mich, wo sind denn Ihre Berufung für STADT UNNA die keinerlei Einsicht haben, was es heißt – das STADT UNNA, unter andrem – davon auch letzten Endes profitieren würden. Wo sind denn denen ihrer Initsiative und Weitblick???????

    Antworten

  • regina ranft

    |

    liebe gäste der lindenbrauerei,
    korrekt müsste die schlagzeile lauten:trinken für die kultur,zur entlastung des steuerzahlers! der schalandet wird mit keinem cent städtischen zuschuss subventioniert! er erwirtschaftet alle veranstaltungen,alle seine direkten kosten und gibt noch geld an das kulturzetrum weiter!

    Antworten

  • Jessika

    |

    Milchmädchen.

    Ja, mit dem bisschen, was der Schalander abwirft, werden die anderen großen Löcher gestopft, die die Linde reisst. Der Schalander ist EIN Teil der Brauerei. Macht die Minus, wird es mit dem Schalander gegengerechnet. Wenn er die Brauerei stützt, müssten erst recht die Bierpreise erhöht werden. Man kann ja schlecht einzelne Teile der Brauerei getrennt betrachten.

    Kommt also aufs selbe hinaus. Am Ende blecht der Steuerzahler, der das Minus auffängt, wenn man nicht bereit ist, kostendeckend zu arbeiten und das Angebot der Nachfrage anzupassen.

    Antworten

  • regina ranft

    |

    in der lindenbrauerei gibt es im wesentlichen zwei bereiche: der wirtschaftsbetrieb( gastronomie und disco) und der kulturbereich( konzerte,kabarett,literatur….etc) beide sind buchhalterich getrennt von einander zu betrachten. die kultur wird und muss bezuschusst werden,sie ist nicht voll kostendeckend zu führen.hier fließt der städtische zuschuss hin.doch er reicht nicht aus,um die kosten zu decken! deshalb betreibt die lindenbrauerei u.a. die gastronomie und hier ist es vor allem das kühlschiff,welches die haupterwerbsquelle ist.in der stadthalle ist die gastronomie verpachtet,wir betreiben sie selbst,weil wir mehr erlöse damit erzielen,als durch eine pacht.
    die gastronomie erwirtschaftet erträge,die wir deckungsbeiträge nennen,weil sie die lücke decken sollen,die im kulturbereich entsteht.das hat auch fast 20 jahre funktioniert.das hat den unnaer steuerzahlern in diesen jahren ca. 4 millionen euro erspart!
    das geht natürlich nur mit effizientem witschaftlichem handeln: preise werden gastromie üblich im benchmark vergleich gestaltet und den eigen gastronomiekosten angepasst.so wurden ende 2013 die preise gerade erst um ca.5% angehoben.unser wirtschaftberater herr schlief hat betont,dass wir einen brachenüblichen wareneinsatz von 28% vom umsatz haben!
    das einzige was wir aus unternehmerischer sicht abgelehnt haben,war der vorschlag des städtischen gutachtens,beim musiclub die preise um 30 bis 50 cent anzuheben,um damit die kosten der bands zu finanzieren.wir machen das anders und steuerfrei: der gast gibt eine freiwillige spende und daraus wird die band bezahlt,so wie zb. in amerika üblich,wie mir geszern ein stamgast erzählt hat.und dieser weg ist auch noch steuerbefreit!
    also nochmals,wer in den schalader oder das kühlschiff kommt und dort sein geld verkonsumiert
    unterstütz das kulturzetrum und entlastet damit den unnaer steuerzahler,ein schöner nebeneffekt,den letztlich geht es doch um den kultur-genuss……

    Antworten

Kommentieren